Nebenwirkungen und Akupunktur in der Schweiz

Gibt es Nebenwirkungen bei der Akupunktur?

Akupunktur ist eine traditionelle Chinesische Medizin.

Akupunktur ist eine traditionelle Chinesische Medizin und existiert bereits seit mehr als 5000 Jahren. Foto: © iStockphoto / Thinkstock

Viele Quellen und Studien bestätigen, dass Akupunktur sicher ist – doch nur, wenn diese fachgerecht ausgeführt wird. Falsch gesetzte Nadeln können sogar Organe verletzen. Viele Ärzte führen die Behandlung im Liegen durch, weil es während blutdrucksenkender Therapien zu Kreislaufschwächen kommen kann. Bekannt ist, dass auch Blutergüsse auftreten können. Manche Patienten beschreiben eine Verschlimmerung der Symptome als eine temporäre Nebenwirkung. Diese verschwinden aber wieder. Wenn sich die Wunde entzündet, dann ist ein Arztbesuch angeraten. In diesem Fall wurde eine unsaubere Nadel verwendet.

Für wen Akupunktur geeignet ist

Es sind keine Altersgrenzen bekannt. Allerdings zeigt sich, dass Kinder schneller als Erwachsene auf die Heilmethode ansprechen. Aus der chinesischen Heilpraxis weiss man, dass so Taubheit und Kurzsichtigkeit erfolgreich behandelt wurden. Zudem soll Akupunktur besonders gegen Mittelohrentzündung, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen unter u.a. in jungen Jahren helfen.

 

Studien über Akupunktur

Im Jahr 2000 begannen Bochumer Forscher die bislang grösste Wirksamkeitsstudie in der Akupunktur. Die so genannte GERAC-Studie (German Acupuncture Trials, Molsberger et al.) dokumentierte bisher mehr als zehn Millionen Behandlungen. Es zeigten sich dabei kaum Nebenwirkungen.

2006 gab eine deutsche Krankenkasse eine Studie zur Wirksamkeit von Akupunktur in Auftrag. Drei Millionen Akupunktursitzungen wertete Professorin Claudia Witt von der Berliner Charite aus. Die gelisteten Patienten litten unter anderem unter Allergien, Asthma oder Gelenkbeschwerden. Bereits nach drei Monaten zeigten sich deutliche Verbesserungen, die ungefähr sechs Monate anhielten. Wer stattdessen Routinemassnahme erhielt, zeigte deutlich weniger positive Effekte.

 

Ärzte: Akupunktur in der Schweiz

A und O ist die Ausbildung eines Arztes. Um den Fähigkeitsausweis «Akupunktur -Traditionelle Chinesische Medizin» zu erhalten, muss man sich 360 Stunden an einer anerkannten Institution weiterbilden und eine Prüfung ablegen. Weiterhin stehen stetige Weiterbildungen auf dem Programm. Die Assoziation Schweizer Ärztegesellschaften für Akupunktur und Chinesische Medizin – kurz ASA – gibt eine Ärzteliste professioneller Akunkteure heraus.

Kosten einer Akupunktur-Behandlung

Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für eine Akupunktur- oder Ohrakupunktur-Therapie – vorausgesetzt, dass der Arzt den oben genannten Fähigkeitsausweis Akupunktur TCM (ASA) nachweisen kann.

 

Weitere Informationen zur Akupunktur:

Erkrankungen – Die Forschungsgruppe Akupunktur stellt eine Liste bereit, wann Akupunktur helfen kann.

Ärztekarte – SACAM hat sämtliche Ärzte in einer virtuellen Landkarte zusammengestellt.

Quellen: «So hilft mir die Akupunktur» Dr. med. Molsberger und Dr. med Böwing (2006), ASA, Sacam, Ökotest, Warentest, Albertuszentrum

Text: Kerstin Borowiak