Das grosse Summen: Welche Bienenarten in der Schweiz leben

Über 600 Bienenarten sind in der Schweiz heimisch, darunter auch etwa 40 unterschiedliche Hummeln. Viele der Tiere sind jedoch gefährdet. Die wichtigsten Arten im Überblick.

Bienenarten in der Schweiz: Diese Brummer leben hier
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Wussten Sie, dass die meisten Bienen gar keinen Honig produzieren? Während wir überwiegend die typische Honigbiene kennen, gibt es daneben noch hunderte Arten, die kein süsses Gold liefern. Dennoch sind auch diese Bienenarten sehr wertvoll für uns, denn auch sie bestäuben die vielen Pflanzen, aus denen später unser Obst und Gemüse heranwächst.

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Steinhummeln bauen ihre Nester in Mauern

Die Steinhummel sammelt am liebsten den Nektar von Kleeblüten und Taubnesseln. Sie ist überwiegend harmlos, wenn sie sich nicht angegriffen fühlt. Foto: © Zoonar RF / Zoonar / Thinkstock

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Häufige Honigbienen in der Schweiz

Die Dunkle Biene (Mellifera) ist heute in der Schweiz als wilde Art ausgerottet, als Honigbiene bei Imkern ist sie aber nach wie vor beliebt. Diese Bienenart lässt sich recht einfach bestimmen, denn ihr gesamter Panzer glänzt schwarz. Und er wird nur von sehr dünnen Filzbinden durchzogen, wie man die gelb gefärbten Streifen der Behaarung nennt. Mellifera war lange Zeit die einzige heimische Honigbienenart. Erst mit eingeführten und gezüchteten Tieren verlor sie an Bedeutung und wurde in der Natur durch die genetische Vermischung mit anderen Arten nahezu ausgerottet.

Ähnlich oft von Imkern genutzt wird die Kärtner Biene (Apis Mellifera Carnica). Sie ist eine Unterart der Westlichen Honigbiene und wird von Imkern meist als Carnica bezeichnet. Ihre typischen gelben Filzbänder sind deutlich dicker als die der Dunklen Biene. Um den Hinterleib ist sie zudem rund um die Flügel nahezu komplett behaart.

Seit gut 100 Jahren gehört die Buckfastbiene zu den Arten in der Schweiz. Sie wurde nach einem verheerenden Bienensterben auf den Britischen Inseln von einem Bruder der südenglischen Bugfast Abbey gezüchtet. Diese Bienenart hat kein ganz klares Erscheinungsbild, da sie mehrfach gekreuzt wurde. Meist aber hat sie drei typische, lederbraune bis orangefarbene Ringe am Hinterleib und kann auch mal teilweise grauen Filz aufweisen. Sie ist die dritte Bienenart, die Schweizer Imker vornehmlich einsetzen.

Welche Wildbienenarten sich bei uns finden

Wildbienen sind zumeist Einzelgänger, eine Art wird daher selten häufiger im Garten, beim Spaziergang im Park oder auf Wiesen zu sehen sein.

Im Frühjahr recht leicht zu identifizieren ist die Frühlings-Pelzbiene. Sie ist eine der zeitigsten Nektarsammler. Sie erkennt man an ihrer fast durchgängig hellen Behaarung und an der Art des Sammelns. Denn diese Bienenart patroulliert akribisch von einer Blüte zur nächsten. Lungenkraut oder Blaukissen gehören zu ihren Favoriten.

Gleichsam früh im Jahr unterwegs sind Mauerbienen. Eine der häufigsten Arten, die sogar in der Stadt zu entdecken ist, ist die Gehörnte Mauerbiene. Ihren Namen hat sie von zwei Hörnern am Kopf, die bei den Weibchen wie schwarze Antennen aus dem Kopf ragen. Sie sind besonders farbenprächtige Vertreter der Wildbienen, denn ihr Körper ist mit tiefschwarzen Härchen bedeckt, der Hinterleib dagegen orangerot. Durch die dichte Behaarung wird sie oft mit Hummeln verwechselt.

Noch länger sind die Antennen oder Hörner der verschiedenen Langhornbienen-Arten. Die bis zu 15 mm grossen Bienen sind ebenfalls komplett behaart. Zunächst etwas dunkler, bleichen sie im Laufe des Sommers durch die Sonnenstrahlen aus und schimmern dann blassgelb. Langhornbienen sichtet man ab Mai den ganzen Sommer durch.

Hummeln, die flauschigen unter den Bienenarten

Hummeln lassen sich von den restlichen Bienenarten meist gut unterscheiden, denn sie sind deutlich grösser. Und ihr rundlicher Körperbau grenzt sie deutlich von anderen Bienenarten ab. Wie viele andere Wildbienen, so ist auch die Hummel oft viel früher auf Nahrungssuche als die kälteempfindlicheren Honigbienen und sie ist geprägt von einem dichten Haarkleid.

Die Alpenhummel glänzt durch ihren Farbkontrast. Wie bei der Gehörnten Mauerbiene, faszinieren die Farben der Weibchen mit tiefschwarzen und orangeroten Haaren. Ebenfalls besonders an dieser Bienenart ist, dass sie in Höhen zwischen 1'600 und 3'100 Metern lebt.

Ganz ähnlich wie die Alpen- sieht die Steinhummel aus. Sie bewegt sich aber in tieferen Lagen, ist etwas kleiner und das Männchen hat ein gelbes Gesicht.

Leicht davon zu unterscheiden ist dagegen die Erdhummel. Sie ist gelb-schwarz gestreift und hat am Ende des Hinterleibs weisse Haare. Deutlich dunkler mit fast orangefarbenen Streifen ist die Dunkle Erdhummel.

Auch recht leicht zu erkennen ist die Ackerhummel. Sie besitzt einen gelb- bis rötlich gefärbten Oberkörper, ihr Hinterleib ist grauschwarz mit reihenförmig dazwischen angeordneten, hellgrauen Haaren. Bis in 1'700 Metern Höhe ist sie in den Schweizer Alpen zu beobachten.

Keine Bienenart, trotzdem fleissig

Ähnlich gemustert und ebenfalls fleissige Bestäuber sind die Schwebfliegen. Im Unterschied zu Bienenarten sind Schwebfliegen aber nur zweiflüglig und meistens unbehaart. Zudem ist ihr Rüssel auffällig kleiner.

Honig- und Wildbienen sind bedroht

Weiss man bei den domestizierten Honigbienen, dass sie von dem Parasiten Varroamilbe gleich völkerweise dezimiert wird, ist es bei den Wildbienen schwieriger einzuschätzen, warum ihre Bestände rückläufig sind. Sicher ist es, so erklären die Spezialisten von Wildbee auf ihrer Internetseite, dass die ebenfalls für die Bestäubung wichtigen Wildbienen immer mehr Gefahren ausgesetzt sind. Pestizide, Monokulturen, Elektrosmog und eintönige Gärten sowie Landschaften mit wenig Blühpflanzen gehören etwa dazu.

Doch es gibt so einiges, das Sie für die Bienen tun können: «So helfen Sie gefährdeten Wildbienen im Garten und auf dem Balkon»

Einige Bilder von verschiedenen Bienenarten finden Sie weiter oben in der Bildergalerie. Die Internetseite Wildbienen.info gibt zudem zahlreiche Abbildungen und Beschreibungen von Bienenarten.

Quellen: landwirtschaft.ch, stadtimker.de, mellifera.ch, nordbiene.de, wildbienen.info, wildbee.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann