Leuchtendes Upcycling: Kerzen aus Wachsresten selber machen

Wachsreste landen bei Ihnen im Abfall? Sparen Sie sich das Wegwerfen und giessen Sie daraus neue Kerzen – vielleicht sogar in Bunt oder mit Duft.

Kerzen selber machen aus Wachsresten: So geht es ganz einfach
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Das brauchen Sie zum Kerzen selber machen

  • Ausreichende, zerkleinerte Wachsreste
  • Schnur aus Naturmaterialien oder gekaufter Docht
  • Giessbehälter: zum Beispiel feuerfeste Gläser oder saubere Joghurtbecher mit geradem Rand
  • Stöckchen oder Spiesse aus Holz
  • Kochtopf und Metalldose oder Schüssel
  • Eventuell Unterlegscheiben aus Metall oder Draht
  • Mehrere Lagen Zeitungspapier

Gefässe und Schnur für die Kerzen vorbereiten

Ein Joghurtbecher ist ideal für später freistehende Kerzen geeignet, weil Sie das Plastik drumherum einfach wegschneiden können. Feuerfeste Gläser sind dagegen auch gleich Windlichter. Unter die gewählten Gefässe können Sie einige Lagen Zeitungspapier legen, falls später beim Giessen etwas daneben geht.

Den Docht an einem Stück Holz befestigen, das über dem Glas liegt.

Den Docht an einem Stück Holz befestigen, das über dem Glas liegt. Foto: © benstevens / iStock / Thinkstock

Schneiden Sie für die Kerzen jeweils ein Stück Schnur ab, das einige Zentimeter länger als das gewählte Giessgefäss ist. Diese Schnur am unteren Ende an eine Unterlegscheibe aus Metall knoten. Dies verhindert, dass der Docht später beim Giessen aus der Mitte der Kerze wegschwimmt. Dafür geht aber beispielsweise auch eine Büroklammer oder ein anderes nicht zu leichtes Stück Draht.

Das obere Ende des Dochtes an einem Holzstöckchen, Zahnstocher oder Ähnlichem befestigen. Diese Stützhilfe so auf den Rand des Gefässes legen, dass der Docht gut mittig platziert ist.

Wachs erwärmen und Kerzen giessen

Sortieren Sie die Wachsreste am besten farblich. Mischungen mehrerer Farben sind auch möglich. Sie sollten dabei jedoch aufpassen, dass sie nicht zu wild mixen, da sonst unschöne Farbtöne dabei herauskommen können.

Geben Sie beliebig viel von den Wachsresten in der gewünschten Farbe in eine Schüssel oder eine Blechdose, die Sie anschliessend ins Wasserbad stellen. Passen Sie beim Hinzugeben des Wachses auf das im Wasserbad schwimmende Gefäss höchstens bis zu zwei Dritteln zu füllen. Das erleichtert später das Kerzen giessen.

Im Glas werden aus den Kerzen auch Windlichter

Im Glas werden aus den Kerzen auch Windlichter. Foto: © Tarzhanova / iStock / Thinkstock

Tipp: Die fertigen Kerzen am besten über Nacht abkühlen lassen. So kann sich der Docht lang genug mit Wachs vollsaugen.

Den Herd auf mittlere Stufe stellen. Das Wasser darf aber auf keinen Fall kochen, sonst könnten Spritzer in den Wachs gelangen. Falls es doch anfängt Blasen zu schlagen, den Herd einfach etwas runterdrehen.

Das geschmolzene Wachs anschliessend vorsichtig in die präparierten Gefässe giessen bis diese fast gefüllt sind. Nun nur noch das Wachs aushärten lassen und den Docht etwas kürzen. Fertig sind Ihre selbst gemachten Kerzen.

Kerzen in Bunt und mit Duft selber machen

Möchten Sie Kerzen mit mehreren Farben selber machen, arbeiten Sie am besten in Schichten. Dazu giessen Sie zuerst geschmolzenen Wachs in einer Farbe in die Gefässe. Ist dieser angetrocknet, folgt die nächste Farbe. Das Ganze weitermachen, bis das Gefäss voll genug ist. Dann nur noch gut durchtrocknen lassen und die bunte Kerze ist fertig.

Als kleine Extras können Sie Ihren Kerzen unter anderem einen Duft oder bunte Blütenblätter zugeben.

Als kleine Extras können Sie Ihren Kerzen unter anderem einen Duft oder bunte Blütenblätter zugeben. Fotos: © nata_zhekova, -lvinst- / iStock / Thinkstock

Tipp: Wenn in der Mitte der Kerzen beim Aushärten am Docht ein Krater entsteht, am nächsten Tag einfach nochmals Wachs schmelzen und auffüllen.

Soll aus Ihrer Kreation eine Duftkerze werden? Dann können Sie das mit ganz natürlichen Mitteln erreichen. Den Inhalt einer Vanilleschote etwa unter den Wachs gemischt, versprüht später einen angenehmen Duft beim Abbrennen der Kerze. Das Gleiche geht auch mit Gewürzen wie Zimtpulver oder auch einem Spritzer Zitronensaft.

Alternativ und für Düfte, die nicht so einfach zuzusetzen sind, wie beispielsweise Lavendel, können Sie natürliche Duftöle verwenden. Dazu geben Sie einfach einige Tropfen natürliches, ätherisches Öl unter den geschmolzenen Wachs, aber erst kurz vor dem Abfüllen.

Gefässe für Ihre selbst gemachten Kerzen variieren

Eine in Sand – beispielsweise Vogelsand – gedrückte WC-Papierrolle funktioniert genauso als Form wie etwa ein quadratisches Tetrapack. Alte Tassen sind ebenfalls bestens geeignet für selbst gegossene Kerzen.

Auch Teelichthalter lassen sich (wieder) befüllen. Dann sollte der Docht aber dünner sein als bei grösseren Kerzen. Dafür zwei bis drei Fäden Nähgarn aus Baumwollen zusammenzwirbeln, in Wachs tauchen und ausgebreitet trocknen lassen. Nach dem Trocknen auf die gewünschte Länge schneiden, Teelichter füllen und den Docht mittig im Gefäss platzieren.

Beim Abbrennen der selbst gemachten Kerzen unbedingt aufpassen

Moderne Kerzen aus dem Handel haben einen «Brennstopp», der verhindert, dass sie komplett herrunterbrennen. Bei selbstgemachten Kerzen brennt der Docht dagegen bis zum Boden.

Wer Kerzen selber machen möchte, sollte daher unbedingt darauf achten, dass sie auf einem feuerfesten Untergrund stehen – oder sich in einem nicht brennbaren Behältnis befinden – und nie unbeaufsichtigt abbrennen sollten.