In den Abgrund schauen: Die atemberaubende Viamala Schlucht

Der Name Viamala bedeutet eigentlich «der schlechte Weg». Tatsächlich ist die einmalige Viamala-Schlucht jedoch eine der schönsten Sehenwürdigkeiten in ganz Graubünden. Wurden die bis zu 300 Meter hohen Felswände einst von Reisenden gefürchtet, sind sie deshalb heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Viamala Schlucht: Eine der schönsten Schluchten der Schweiz
Foto: © hue7 / Viamala Tourismus
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Südlich von Chur, in malerischer Graubündner Landschaft gelegen, finden Reise- und Abenteuerlustige die Viamala-Schlucht. Über Jahrtausende hat hier der Hinterrhein gearbeitet, um die enge und sehr tiefe Schlucht in den Stein zu fräsen. Das Ergebnis: steile Felswände eine an manchen Stellen nur wenige Meter breite Schlucht und faszinierende Strudeltöpfe in denen das Wasser zu kochen scheint.

Die Viamala-Schlucht war bereits vor weit mehr als 2'000 Jahren eine einfache, aber gefürchtete Passage mit optimalem Zugang zu den Alpenpässen San Bernadino und Splügen. Heute können Reisende dafür den vergleichbar luxuriösen Abgang über 321 Treppenstufen ins Herz der Schlucht nutzen, welcher 1903 gebaut wurde, um Touristen mit Forschergeist anzulocken.

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Den Hinterrhein zur ihren Füssen: Die Viamala Schlucht

Seit Jahrhunderten haftet der Viamala ein unvergleichlicher Mythos an, wodurch sie zu einem beliebten Ausflugsziel geworden ist. Entlang der Viamala Schlucht bieten sich über 50 Wanderwege mit unterschiedlichen Start- und Zielpunkten an, je nachdem wo man anreist. Die Routen führen an den besonderen Sehenswürdigkeiten der legendären Schlucht vorbei. Foto: © Uroš Medved / iStock / Thinkstock
 

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So ist die Viamala-Schlucht zu einem Eldorado für Naturfans, Wanderbegeisterte und Fans des Canyoning geworden. Doch es zeugen auch noch immer urzeitliche Kultstätten, alte Brücken, Burgen und Kirchen davon, dass die Viamala-Schlucht schon weit vor unserer Zeit genutzt wurde.

Die Geschichte der Viamala-Schlucht erleben

Wer mehr über die Geschichte der Viamala-Schlucht erfahren möchte, dem sei eine einstündige Tour mit einem Gästeführer empfohlen. Er berichtet auf der spannenden Tour darüber, wie einst bereits die Römer die Schlucht durchwanderten und später fahrende Händler oder Postkutschen.

Gruselig-schön wird es dagegen beim Nachterlebnis. Hierbei wird im Juli und August in finsterer Nacht bei Laternenschein eine aufregende, 1'000 Jahre alte Geschichte eindrücklich erzählt.

Viamala-Schlucht lädt zu vielen Wanderungen ein

Viamala-Tourismus listet insgesamt 50 Wanderrouten in und um die Schlucht auf. Die eigentliche Viamala-Wanderung geht dabei direkt durch die Felsenlandschaft. Die etwa 9 km lange Tour von Zillis nach Thusis ist mässig anspruchsvoll, wobei man jedoch etwa 800 m Höhendifferenz durch Auf- und Abstiege überwinden muss.

Dabei überquert man, auf verschiedenen Brücken, auch mehrmals den Fluss, der durch die Viamala-Schlucht fliesst. Alles in allem ein wundervolles Erlebnis, dass durch die Einmaligkeit der Schlucht zu etwas ganz Besonderem wird. Von Thusis aus geht es wieder bequem per Bus zurück zum Ausgangsort.

Nichts für Wasserscheue: Canyoning in der Viamala-Schlucht

Es gibt wohl wildere Gewässer, in denen man sich einen Adrenalinkick mittels Canyoning holen kann. Doch Canyoning in der Viamala-Schlucht ist dennoch ein aufregendes Natur- und Wassererlebnis. Nirgendwo sonst kann man die einmalige Schlucht besser erleben, als aus der Fischperspektive. Die Canyoning-Touren sind etwa dreieinhalb Stunden lang und freigegeben ab einem Alter von 14 Jahren (in Begleitung) oder Gruppen ab 16 Jahren.

Die Anreise zur Viamala-Schlucht ist einfach. Mit dem Intercity von Norden bis Chur, weiter mit der Rhätischen Bahn und dem Postauto und von Süden mit dem Eurocity bis Bellinzona und dann ebenfalls mit dem Postauto bis nach Thusis. Aber auch mit dem Auto sind die Startpunkte für Abenteuer in der Viamala-Schlucht, Splügen und Thusis sehr gut zu erreichen.

Mehr faszinierende Schluchten finden Sie in dem Beitrag Tief blicken: Die spektakulärsten Schluchten in der Schweiz.

Quellen: Viamala.ch, MySwitzerland.com 

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann