Ausflugstipp: Naturnahe Wild- und Tierparks in der Schweiz

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Besonders für Kinder sind die Wild- und Tierparks der Schweiz ein echtes Abenteuer. Hier können sie nicht nur viel über einheimische Tiere lernen und sie hautnah erleben, sondern auch in freier Wildbahn bereits ausgestorbene Arten kennen lernen.

Tierparks Schweiz: Wildpark und gibt es dort artgerechte Tierhaltung
Foto: © Wildnispark Zürich

Wo kann man heute noch in der Natur Wildtiere wie Hirsche, Steinböcke oder gar die in der Schweiz ausgestorbenen Bären sehen? Wild- und Tierparks machen es möglich. Schön daran ist nicht nur das Tier-, sondern auch das Naturerlebnis, das diese Ausflugsziele besonders attraktiv macht.

Natur- und Tierpark Goldau: Viel Platz für heimische Wildtierarten

Zwischen Zug und Schwyz gelegen bietet der Natur- und Tierpark Goldau auf etwa 34 Hektar ein Naturerlebnis pur. Rund 100 überwiegend heimische Wildtierarten haben «in den grosszügigen Gehegen eine artgerechte Heimat gefunden», wie die Betreiber dieses Schweizer Tierparks ihr Angebot beschreiben. So können hier in naturnaher Umgebung die Besucher an 365 Tagen im Jahr Hirsche und Wölfe, Luchse, Greifvögel oder die ehemaligen Könige der Wälder, die Bären, aus kürzester Entfernung beobachten. Mufflons, Sikahirsche und Zwergziegen können sogar angefasst und gestreichelt werden.

Auf Kinder, die sich austoben möchten, wartet zudem ein Abenteuerspielplatz, Gehbehinderte profitieren von der Nutzungsmöglichkeit eines Electro-Scooters (Reservierung vorher erbeten) und bei den regelmässigen Fütterungen gibt es viel Wissenswertes zu erfahren von den Rangern des Natur- und Tierparks Goldau.

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Moschusochsen im Tierpark Dählhölzli in Bern

Der Tierpark Dählhölzli in Bern gehört zu den schönsten Naturparks der Schweiz. Hier kann man sowohl einheimische als auch exotische Tiere beobachten und teilweise auch streicheln. Der Park legt besonders viel Wert auf eine grosse Artenvielfalt. Im Frühjahr freuen sich die Besucher über den jungen Nachwuchs im Tiergehege! Foto: © Tierpark Dählhölzli / RANDO

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Natur entdecken im Wildpark Roggenhausen

Unweit von Aargau erwartet den Besucher, neben vielen verschiedenen Wildtierarten, auch so manche alte Haustierrasse. Ausserdem gibt es einen Obstbaumgarten, der zahlreiche alte Arten der einst 2.000 Schweizer Obstsorten präsentiert.

Ein Naturlehrpfad zeigt anschaulich die heimische Natur und zwei Grillplätze sowie ein Spielplatz runden das umfassende Freizeitangebot ab. Der Tierpark Roggenhausen ist insgesamt 15 Hektar gross.

Einer der ältesten Schweizer Tierparks: Der Wildpark Langenberg

Anno 1869 gegründet als Refugium bedrohter heimischer Tierarten, ist der Wildpark Langenberg, heute durch den Zusammenschluss mit dem Sihlwald besser bekannt als Wildnispark Zürich, ein Paradebeispiel für artgerechte Tierhaltung.

Neben den typischen Vertretern aus dem Schweizer Tierreich wie Rothirsch, Steinbock oder Murmeltiere, werden auch die hierzulande ausgestorbenen Fischotter und Elche gezeigt. Zusätzlich dürfen Wisente und Bären entdeckt werden.

Als Besonderheit im Wildpark Langenberg gelten die für Besucher betretbaren Wildkatzen- und Wildschweingehege, die, wie die anderen Gehege, als besonders artgerecht gelten. Für die Bewohner ideal, verlangt die artgerechte Tierhaltung dem Besucher jedoch manchmal etwas Geduld ab. Das Fuchsgehege beispielsweise ist eine so grosse Anlage, dass man nicht bei jedem Ausflug ein Tier erblicken wird.

Tierpark Bern: Warum weniger mehr ist

«Tierpark Bern – mehr Platz für weniger Tiere» ist das Motto dieses Tierparks in der Schweiz, der auch Tierpark Dählhölzli genannt wird. Hier kann der Besucher meist heimisch-europäische Tiere bestaunen, aber auch aus fernen Ländern finden sich einige einzigartige Exemplare. Die Artenvielfalt, der sich der Tierpark Bern verschrieben hat, reicht daher vom Afrikanischen Tausendfüssler und dem Appenzeller Berghuhn, bis zur Europäischen Wildkatze oder dem Karpatenluchs und dem Zwergesel.

Zudem gibt es einen Streichelzoo, es können Patenschaften übernommen werden und Kinder, die sich trauen, dürfen auch so manches Tier unter Aufsicht anfassen und füttern. Und dann bietet der Tierpark Bern noch ein ganz besonderes Erlebnis: Es kann für einen Tag bei der Tierpark-Arbeit mit angepackt werden.

Wild-und Freizeitpark in einem: Der Tierpark Allensbach nahe der Grenze

Unweit der Grenze liegt der mit 75 Hektar grosse Wild- und Freizeitpark Allensbach. Dort ist allerlei geboten. Etwa 300 meist heimische Wildtiere – vom Bären über den Luchs bis zum Wisent oder das Mufflon – können in riesigen Freigehegen bestaunt werden. Greifvogelfans können die Show der Falkner geniessen und die Kleinen freuen sich auf Zwergziegen im Streichelzoo.

Das Angebot des Wildparks wird durch ein grosses Klettercamp, einen Aktivspielplatz, einen Kettcar-Parcours, Riesenrutsche und eine Indoorspielanlage ergänzt. Aber nicht nur das Erleben, sondern auch das Lernen über Natur kommt im Tierpark Allensbach nicht zu kurz mit einem 1.000 m² grossen Schulgarten, der über 600 überwiegend heimische Pflanzen präsentiert, sowie ein grosses Wildbienen-Hotel zum Entdecken der fleissigen Arbeiter.

Wie artgerecht ist die Tierhaltung in Schweizer Zoos oder Tierparks?

Tiere fernab ihrer natürlichen Habitate zu halten ist heute immer öfter in der Kritik. Unwürdige Bedingungen in Zirkussen, apathische Zootiere wie der hin und her laufende Tiger im viel zu kleinen Gehege, Tötungen von Zootieren oder Meeressäuger, die wenig artgerecht in Aquarien zur Schau gestellt werden. All das löst vermehrt Kritik an der Tierhaltung in Zoos und Co. aus.

In der Schweiz wird auch aus diesen Gründen eine Prüfung der artgerechten Tierhaltung durchgeführt und im jährlichen Zoobericht des Schweizer Tierschutzes STS festgehalten. Das Fazit des Zooberichts 2013: Es wurden viele Gehege erweitert, umgebaut und naturnaher umgestaltet, sodass in den meisten Fällen eine artgerechte Tierhaltung laut STS geboten wird. Allerdings gibt es auch weiterhin Kritikpunkte.

Vor allem an Zoos wird in einigen Fällen eine nicht-artgerechte Tierhaltung bemängelt. Der Tierpark Roggenhausen dagegen sei ein Positivbeispiel, da das Hirschgehege mit üppigen 10.000 m² um ein Vielfaches grösser sei als es der Schweizer Tierschutz fordere. Dagegen kritisiert wird beispielsweise der Tierpark Chur aufgrund wenig artgerechter Vogelvolieren. Der Prüfer, so der Tierpark in einer Stellungnahme, habe allerdings die artgerechten Rückzugsmöglichkeiten hinter den Volieren übersehen.

Im Gegensatz zu vielen kleinen Zoos inmitten von Städten haben Wild- und Tierparks in der Schweiz meist den Vorteil, dass sie abgelegener sind und weitaus grössere Gehege bieten können. Mehr zum vorbildlichen Tierschutz in der Schweiz.

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann