Auf grüne Shoppingtour: Online einkaufen kann die Umwelt schonen

Schweizer kaufen ihre Klamotten immer öfter im Internet. Und damit schonen sie unter Umständen das Klima. Schuhe oder Jeans aus dem Laden belasten die Umwelt nämlich deutlich mehr. Das gilt sogar, wenn man den Weg zum Geschäft mit Velo oder zu Fuss zurücklegt.

Online einkaufen: Wie klimafreundlich ist das Shoppen im Internet?
Foto: © gpointstudio / iStock / Thinkstock
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Die bessere Umweltbilanz beim Online-Shopping soll laut der Untersuchung des Öko-Instituts in Berlin daran liegen, dass die Lagerung und Ausstellung in Geschäften enorm viel Strom verbraucht. Versandhändler haben dagegen meist deutlich weniger aufwendig gestaltete Lagerräume, von denen aus sie die Ware direkt an den Kunden versenden. Extreme Beleuchtung für die Produktplatzierung und das durchgehende Heizen von Ausstellungsräumen fallen so etwa komplett weg.

Dementsprechend rechnet das Öko-Institut vor, dass «allein die starke Beleuchtung der Ware im Geschäft mit bis zu 40 Watt pro Quadratmeter Verkaufsfläche zu Buche schlägt». An einem Beispiel verdeutlicht, verursache ein Paar Schuhe aus dem Online-Handel durchschnittlich 660 Gramm klimaschädliches CO2. Diese Treibhausgase fallen durch die Lagerung, die Zustellung vor die Haustüre sowie den Stromverbrauch von Computer und Servern an.

Fast doppelt so viel CO2, nämlich 1270 Gramm, sollen bei den Schuhen aus dem Laden zusammen kommen. Noch schlechter schneidet man beim Einkauf-vor-Ort in der Grossstadt ab, wenn man den öffentlichen Verkehr zum Schuhgeschäft benutzt (ca. 1710 Gramm CO2).

Internet nur auf ersten Blick besser: Retouren zerstören Klimabilanz

Trotz der Ergebnisse will sich das Öko-Institut nicht auf den Online-Einkauf als nachhaltige Variante des Shoppings festlegen. Dafür würden zu viele Fragen zum Verbraucherverhalten offen bleiben.

So fällt zum Beispiel bei einer erfolglosen Zustellung ein zusätzlicher Weg für den Verbraucher zur nächsten Abholstelle an. Und die direkte Beratung durch das Verkaufspersonal im Laden führe im Vergleich zum Online-Handel weniger dazu, dass Ware als Retoure zurückgeschickt wird.

Moritz Mottschall, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Infrastruktur und Unternehmen, schätzt in einer Mitteilung des Öko-Instituts, dass sich die Retourquote im gesamten Modebereich bei ungefähr 50 Prozent beläuft. Mit diesen extra Wegen wird die positive Klimabilanz des Einkaufens im Internet zerstört. Wer aber weiss was er will, kauft online unter Umständen grüner ein.

Quelle: oeko.de ; Text: Christian Gmür

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