Können auch synthetische Stoffe nachhaltig sein?

  1. Bei nachhalitger, ökologischer Kleidung denke ich sofort an Baumwolle, Leinen oder ähnliches. Ich würde gerne wissen, ob es auch synthetische Stoffe gibt, die nachhaltig produziert werden und ökologisch vertretbar sind? (Ich würde gern mehr nachhaltige Kleidung tragen, aber gerade beim Sport trage ich lieber Kunstfasern)

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  2. von olivia, 16.02.18 um 15:19aber gerade beim Sport trage ich lieber Kunstfasern)

    (viel tut sich hier ja nicht...)
    Ein Schneider bei uns, der sich auf Seide spezialisiert hat, schwört auf Seide beim Sport, und sonst natürlich auch überall...

    Das mit den (Kunst)fasern ist mehrteilig:
    - auf welcher Basis sind sie produziert
    - mit welchem Ressourcenaufwand werden sie produziert
    - was mache ich damit, wenn das Kleidungsstück verbraucht ist

    Die Basis: Fasern sind auf Basis von Pflanzen, Tieren oder Erdöl. Z.B. bei Baumwolle wissen wir, dass sie sehr viel Wasser braucht... auch nicht super...
    Viskose und Nachfolger basieren auf Holz. Klingt schon einmal nicht schlecht, aber als Funktionsfaser ist da nichts groß verbreitet, auch nicht von Lyocell, das ja schon geradezu als ökologisch gilt.
    Erdöl als Basis - Erdöl haben wir zwar nicht "unendlich", aber das meiste Erdöl geht in Treibstoffe. Für Kunststoffe haben wir "noch lange" genug. Und dieses Erdöl geht dann wenigstens nicht gleich als CO2 in die Atmosphäre.
    Die Basis wäre für mich da also jetzt noch das schwächste Kriterium. 

    Beim Ressourcenaufwand zur Herstellung der Faser wirds sicher Vergleiche geben, hab ich grad keinen zur Hand.

    Was mache ich "danach" damit?
    Naturfasern sind biologisch abbaubar, aber sie dürfen nicht in den Biomüll. (Nicht mehr verwendbare) Textilien werden bei uns insgesamt nicht (mehr) gesammelt, werden also in keiner Weise recycled, sondern sind Restmüll. Das gilt für Natur- wie für Kunstfasern gleichermaßen. Werden sie dann verbrannt, ist es egal, ob natürlich oder künstlich. Werden sie deponiert, bauen sich die Naturstoffe langsam ab, die Kunstfasern bleiben länger erhalten, verhalten sich aber weitestgehend neutral. Nachdem auf der Deponie "alles mögliche" liegt, ist das dann wohl auch schon egal.

    Letztendlich - wie in vielen anderen Bereichen auch - wird das Nachhaltigste das sein, das ich am längsten nutze und damit Ressourcenverbrauch und Müllaufkommen minimiere.
    Und bei Sportkleidung muss trotz allem zuerst einmal die Funktion gegeben sein...

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