Artikel: Bio-Kraftstoff ist Schuld an wachsender Hungersnot

  1. Die globale Bevölkerung wächst und alle müssen mit Nahrung versorgt werden. Gleichzeitig jedoch greifen immer mehr Regierungen zu Bio-Treibstoff aus Mais, Soja oder Zucker wegen der knapper werdenden Öl–Ressourcen. Dadurch wiederum verschärft sich die Hungersnot.

    [url=http://www.nachhaltigleben.ch/1-blog/1676-biotreibstoff-hungersnot][Lesen Sie den Rest des Artikels hier...][/url]


    User Andreas schreibt uns zu diesem Artikel:

    Leider lässt dieser Artikel sehr viele weitere Infos aus. Ich glaube momentan kann gar nicht gesagt werden, ob Bio-Kraftstoff die Lage entspannt oder verschärft. Folgende Fakten darf man aber nicht außer acht lassen: - Je nach Produktionsart wird Bio-Treibstoff aus Abfallprodukten gewonnen (und ich glaube nicht, dass die dritte Welt den Maisabfall essen würde, sofern er nicht vergammelt dort ankommt) - oder Tierfutter entsteht als "Nebenprodukt" und es muss deshalb weniger Tierfutter (Soja, Mais, etc.) importiert werden. Im Gegenzug können diese Regionen die freigewordenen Kapazitäten für die Nahrungsmittelproduktion nutzen. - Welthunger ist nach wie vor ein Verteilungsproblem. Wir können unsere Nahrungsüberkapazität nicht versenden. Und es werden nach wie vor nur Teile der Überkapazität für die Biotreibstoffproduktion verwendet. - Sinnvoller ist wahrscheinlich nach wie vor auf ein paar Kilo Fleisch pro Jahr zu verzichten, damit das im Fleisch steckende Getreide im Kampf gegen den Welthunger verwendet werden kann.

    Zitieren

  2. Die Verteilung der Nahrungskapazitäten ist sicher ein Problem. Das sehe ich auch so. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Preise für Lebensmittel steigen, wenn daraus mehr und mehr Biotreibstoff gemacht wird. Wenn ich ein armer Bauer wäre, verkaufe ich meinen Mais doch lieber einer Spritloby, die gutes Geld dafür zahlt als einem Dorf, das keinen Rappen übrig hat.

    Zitieren

  3. Ich denke, allgemein müsste ein Konsens darüber herrschen, dass eine ausreichende Ernäherung der Weltbevölkerung zieltechnisch höher steht als das Nutzen von Biokraftstoffe zur Fortbewegung. :smile:

    [QUOTE]Ich glaube momentan kann gar nicht gesagt werden, ob Bio-Kraftstoff die Lage entspannt oder verschärft. [/QUOTE]

    Das hängt meiner Meinung nach ganz davon, wie der Treibstoff erzeugt wird - wenn er zumindest teilweise aus Abfallprodukten erzeugt wird, mag das ja in Ordnung gehen. Ich stimme dem zu, was der Nutzer Andreas sagt:

    [QUOTE] (und ich glaube nicht, dass die dritte Welt den Maisabfall essen würde, sofern er nicht vergammelt dort ankommt)[/QUOTE]

    Ich meine jedoch, vor einigen Jahren einmal im Pro7-Magazin Galileo gesehen zu haben, dass selbst gesetzt den Fall, dass die Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland dazu verwendet würde, aus Raps Biosprit herzustellen, uns dieser Sprit nicht ausreichen würde, um sämtliche aktuell-fahrenden Autos Deutschlands anzutreiben.

    Wenn dieser Wert noch aktuell ist (was ich nicht sicher weiß;) und man keine Optimierung des Verfahrens gefunden hat, spricht das Bände einerseits darüber, wie wenig "umfassend" eine Versorgung mit Biosprit nach aktuellen Verfahren wäre und andererseits wie wenig (quasi keine) landwirtschaftliche Nutzfläche verbliebe, wenn wir mitteleuropaweit mit Biosprit fahren würden.

    [QUOTE]Je nach Produktionsart wird Bio-Treibstoff aus Abfallprodukten gewonnen - oder Tierfutter entsteht als "Nebenprodukt" und es muss deshalb weniger Tierfutter (Soja, Mais, etc.) importiert werden. Im Gegenzug können diese Regionen die freigewordenen Kapazitäten für die Nahrungsmittelproduktion nutzen.[/QUOTE]

    Das wäre natürlich sehr zu begrüßen. Danke für diese höchst wissenswerte Information.:=D:

    [QUOTE]Welthunger ist nach wie vor ein Verteilungsproblem. [/QUOTE]

    Großenteils ja. Andererseits haben sich seit den Sechziger-Jahren mit der zunehmenden Popularität von Konservierungsmethoden (wie Kühlung, Konservierungsstoffe, etc.) auch wieder andere Möglichkeiten ergeben. Theoretisch ließe sich Essen also besser verteilen, ohne, dass es verdirbt.
    Das Problem dabei ist wohl die fehlende Ausstattung der Entwicklungsländer was die notwendige Technik, wie zum Beispiel Kühltruhen, betrifft. Auch ist der Transport kosten- und klimatechnisch noch immer ein Problem.

    [QUOTE]Wenn ich ein armer Bauer wäre, verkaufe ich meinen Mais doch lieber einer Spritloby, die gutes Geld dafür zahlt als einem Dorf, das keinen Rappen übrig hat. [/QUOTE]

    Ich glaube, das kann in Bezug auf die fehlende wirtschaftliche Nutzfläche tatsächlich ein Problem darstellen. Das muss aber nicht so sein. Hängt davon ab, wie viel Biosprit tatsächlich aus Abfallprodukten entstehen könnte.

    Zitieren

    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  4. Vielleicht ist dieses Problem bald gar keins mehr:

    http://www.nachhaltigleben.ch/1-blog/2135-wasserlinsen-biosprit-der-zukunft

    Sollte sich das durchsetzen können, gäbe es guten Bio-Sprit und der Raps könnte zum Ernährungszeck genutzt werden.

    Zitieren

  5. Mittlerweile gibt es doch z.B. Biogas aus Abfällen. Es wird ja auch schon als Treib- bzw. Brennstoff genutzt.

    Zitieren

  6. Auch aus Abwässern kann mittlerweile Biogas hergestellt werden.

    Zitieren

  7. Warum werden diese alternativen Möglichkeiten eigentlich nicht genutzt? Ist die Produktion zu teuer? Bei den Wasserlinsen kann ich mir das gar nicht vorstellen! So schnell, wie die sich vermehren, sollte eine Produktion doch nicht teuer sein, oder?

    Zitieren