Wäre es nicht an der Zeit in den Schulen ein Fach zur Nachhaltigkeit einzurichten?

  1. Logisch, bringen wir schon fast nichts mehr rein in den Stundenplan. Musische Fächer wie Sport, Handarbeit etc werden ja bereits gestrichen. Aber Nachhaltigkeit entscheidet immerhin über die Zukunft unserer Kinder. Ich finde die wichtigsten Prinipien für nachaltiges Verhalten und wieso das so wichtig ist, sollte schon im jungen Alter vermittelt werden. Was meint ihr dazu?

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  2. Jaaa! Statt Mathe! :-) Das hätt ich als Kind sofort befrüsst!

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  3. Ja, das wäre sehr begrüssenswert. Aber ich finde einfach nur predigen reicht nicht. Die Schüler müssten schon konkrete Beispiele gezeigt bekommen, was ein nicht nachhaltiges Verhalten nach sich zieht.

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  4. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Schritt so begrüßenswert finde. Zunächst jedoch müsst ihr wissen, dass ich in Deutschland lebe und daher nur für das deutsche Schulsystem sprechen kann - vom Schulsystem der Schweiz weiß ich nur wenig.

    Hier in Deutschland jedoch finde ich, sind die Stundenpläne der Kinder bereits recht voll und wären mit weiteren Fächern wohl noch stärker überladen. Wenn ich sehe, was mein Bruder so alles an Stunden hat und wenn ich sehe, wie das bei mir früher war ... daher eher nein. :heheh:

    Das soll jedoch nicht heißen, dass ich die Idee Stoff zum Thema Nachhaltigkeit einzuführen, nicht gut finde. Ganz im Gegenteil - ich halte das sogar für eine glänzende Idee. Für mich stellt sich daher die Frage, ob es sich nicht viel eher anbietet, dieses Thema zum Gegenstand mancher Fächer zu machen. Unter anderem Biologie und Erdkunde bieten sich dazu ja regelrecht an, bzw. beeinhalten Themen rund um Nachhaltigkeits ja durchaus bereits. Moralisch-ethische Aspekte könnte man ja in Ethik behandeln, die Umsetzung in Gemeinschaftskunde.

    Was mir auch gut gefällt, ist eine Idee meines ehemaligen Mathelehrers, der an meiner ehemaligen Schule eine Nachhaltigkeits-AG eingeführt hat, die sich unter den Schülern der Oberstufe sogar recht großer Beliebtheit erfreut.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  5. Die Idee mit der AG finde ich gut. Aber: erstens braucht es dazu engagierte Lehrer. Und ausserdem kriegen dann nur die Schüler was von nachhaltigkeit mit, die sich eh schon dafür interesiseren und deshalb in ihrer Freizeit extra-Stunden in der Schule hocken

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  6. Wenn man das Thema nur durch eine AG aufgreift ist es schon richtig, dass nur Leute hingehen, die sich dafür interessieren. Aber das ist doch auch schon mal gut. Und so wie Byzantiner geschrieben hat: Wenn soziale Themen und Umweltprobleme in anderen Fächern immer wieder aufgegriffen werden, erreicht man schon auch die Masse. Ich hätte da übrigens noch eine dritte Idee: Projektwochen. Das ist doch ideal: Da braucht man weder einen engagierten Lehrer, der sich dauerhaft dafür "opfert", noch muss man darauf warten, dass die Lehrpläne angepasst werden :-)

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  7. @fischers_fritzli:

    [QUOTE]Aber: erstens braucht es dazu engagierte Lehrer. Und ausserdem kriegen dann nur die Schüler was von nachhaltigkeit mit, die sich eh schon dafür interesiseren und deshalb in ihrer Freizeit extra-Stunden in der Schule hocken [/QUOTE]

    Du hast auf jeden Fall recht, wenn du meinst, dass man engagierte Lehrer braucht, um AGs ins Leben zu brauchen.:wink:

    Du scheinst diesen Aspekt hier allerdings eher negativ wahrzunehmen - ich jedoch denke, dass man daran auch Positives sehen sollte: Hat man besagte engagierte Lehrer erst mal gefunden, können AG-Stunden oftmals produktiver sein als konventioneller Unterricht.

    In meiner dreizehnjährigen Schulzeit habe ich so viele Lehrer erlebt, welche nach Jahrzehnten des Schuldienstes die Interesse an ihren Fächern allmählich verloren haben und sich völlig unmotiviert ihrer Lehrpflicht widmen. Das schlägt nicht selten auch an den Schülern und ihrer Motivation nieder. Desweiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Fächer (insb. Mathe oder Latein) gewöhnlicherweise einige wenige Interessierte finden, während der Rest der Schüler unmotiviert im Unterricht rumhängt.

    In einer AG sind diese Angelegenheiten meist gänzlich anders. Lehrer und Schüler sind intrinsisch am Thema interessiert, aufgrund dieser Interesse häufig über die Inhalte wohl informiert und damit auch produktiver als im konventionellen Unterricht, wo gelangweilte Kameraden die Lern- und Arbeitsgeschwindigkeit hemmen.

    Ich habe das in meiner eigenen Schulkarriere anhand eines Faches am eigenen Leibe erlebt: Man muss dazu zunächst wissen, dass unsere Stufe aus etwas über 80 Schülern bestand und nur fünf davon haben Latein als Kernfach für die Kursstufe gewählt. Einer dieser fünf (und nebenbei bemerkt: der einzige Junge) war ich. Zuvor hatte ich Latein fünf Jahre lang in einer Klasse, wo etwa neun Zehntel der Schüler kaum Interesse gezeigt hatten, und beim übrigen Zentel war die Interesse weitgehendst extrinsisch. Es war unglaublich, wie gut wir fünf Hochmotivierten im Unterricht gekommen sind.

    Klar, hierbei handelt es sich um ein reguläres Fach und nicht etwa um eine AG - dennoch, finde ich, passt der Vergleich schon zum Diskussionsthema. Nichtsdestoweniger ist es schade, dass man kaum Unmotivierte zum Nachdenken über Nachhaltigkeit bringt - stimmt schon - aber die Motivierten kommen dafür oftmals hervorragend voran.

    @Schneidi79:
    [QUOTE]Projektwochen. Das ist doch ideal: Da braucht man weder einen engagierten Lehrer, der sich dauerhaft dafür "opfert", noch muss man darauf warten, dass die Lehrpläne angepasst werden :-) [/QUOTE]

    Definitiv eine hochinteressante Alternative. Eine sehr schöne Idee, die sich sicher umsetzen ließe und bestimmt auch schon mancherorts umgesetzt wird. Vielleicht hat man so auch die Chance, Leute zum Thema zu bekommen, die sich sonst kaum damit befassen.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  8. Hallo Zusammen

    Früher hat das doch auch geklappt, gerade in den ersten Schuljahren Formen von Nachhaltigkeit auf ganz natürliche und subtile Weise in den Unterricht zu integrieren, warum soll das also jetzt nicht auch gehen. Ich kann mich jedenfalls aus meiner Schulzeit an etliche Wandertage erinnern, auf denen Lehrer uns mit in den Wald genommen und uns Bäume, Vögel und die Umwelt erklärt haben. Wenn ich mich recht erinnere, gab es in den ersten vier Jahren sogar ein Fach, das Naturkunde hiess. Da haben wir experimentiert, die Natur kennengelernt und gelernt, die Umwelt um uns herum bewusster wahrzunehmen. Auch haben wir über meine gesamte Schulzeit hinweg jedes Halbjahr einen Tag gehabt, an dem wir als Klasse gemeinsam in den Wald gegangen sind, um Müll zu sammeln. Klar, zu der Zeit hat mir das auch keinen Spass gemacht, aber ich habe viel daraus gelernt. Dazu muss ich zwar sagen, dass ich auch in Deutschland zur Schule gegangen bin, aber ich kann nicht verstehen, warum solche Erlebnisse nicht überall in den Schulplan eingeflochten werden sollten. Statt dem zwanzigsten öden Museumsbesuch könnte man die Schüler doch auch einfach mal zu einer Führung an einem Windrad (gibt es auch für Schulgruppen schon in der Schweiz) mitnehmen oder sie mal auf eine Recycling-Sammelstelle mitnehmen, wie das Recycling-Paradies in Reinach im Argau. Da gibt es auch extra Führungen für Kinder.

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