Spenden zu Weihnachten

  1. Ich habe gerade den Film "Süßes Gift - Hilfe als Geschäft" [1] gesehen und daher auch wieder eine sehr negative Sicht auf Wohltätigkeitsorganisationen. Es scheint wirklich wahnsinnig schwierig zu sein auszuschließen, dass durch Spenden Abhängigkeiten erzeugt werden. Daher finde ich Andys Reaktion gut: Entweder direkt in den Naturerhalt spenden oder wenn es sozial sein soll, dann FairTrade unterstützen. Eine andere spannende Idee sind Mikrokredite, für seine Umsetzung hat Muhammad Yunus [2] 2006 den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Microkredite werden auch oft kontrovers diskutiert. Wenn man einen Vortrag von Yunus hört, ist man total von seiner Idee überzeugt. Der Mann ist total überzeugend. Gerade macht er sich für einen neuen Ansatz stark, der da heißt "social business" [3].

    [1] http://wfilm.de/program.php?sid=lkllrcmhas&slid=de&id=285
    [2] http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Yunus
    [3] http://www.muhammadyunus.org/Social-Business/seven-principles-of-social-business/

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  2. Hallo Stefan
    Ich bin auch ein grosser Fan von Muhammad Yunus!!! Ich habe ein Buch über ihn und seine sozialen Ideen gelesen und war total begeistert. Grade die social business-Idee finde ich mega spannend! Kennst du die Hubs? Dort "schlüpfen" ja jetzt immer mehr soziale und ökologische Start-Ups :-)

    LG Tamina

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  3. Stefan, ich sehe das ähnllich. Ich finde es wesentlich sinnvoller den Leuten Geld für Leistung zu geben. Schlussendlich ermöglicht man so auch die Entwicklung marktwirtschaftlich benötigter Strukturen, da der Transport von der Produktionsstätte zum (Flug)Hafen teilweise enorm viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn man Entwicklungshilfe nun beispielsweise mit dem Hartz-IV-System in Deutschland vergleicht, kann man gewisse Analogien erkennen.

    Neben Yunus gibt es auch noch andere, von denen man in diesem Kontext gehört haben sollte. Hier ein paar weiterführende Links zu dem Thema:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/entwicklungspolitik-wer-afrika-helfen-will-darf-kein-geld-geben-1437005.html
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/erklaer-mir-die-welt-97-warum-schadet-entwicklungshilfe-1543009.html
    http://www.dambisamoyo.com/books-and-publications/

    Sehr empfehlen kann ich das Buch Food Crash von Felix zu Löwenstein (ISBN: 978-3629023001), das ausser dem offensichtlichen Thema Essen auch sehr viel verwandte Themen und Verknüpfungen behandelt.

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  4. Hallo Andy
    Ich sehe gerade erst die Links, die du vor einer ganzen Weile gepostet hast. Danke für die Infos!
    Trotzdem finde ich es wichtig nochmal klarzustellen, dass man differenzieren muss. Nicht jede Form der Entwicklungshilfe schafft Abhängigkeit, unterstützt Kriege, etc. Es gibt durchaus sehr unterstützenswerte Organisationen und Projekte! Pauschal zu sagen, Schluss mit Entwicklungshilfe, finde ich falsch und ich finde man wird damit auch der Vielfalt an NGOs und Projekten nicht gerecht.

    Liebe Grüsse
    Tamina

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  5. Hoi Tamina

    Ich kann dir zustimmen, dass dies nicht auf jede Organisation zutriftt / zutreffen kann. Allerdings finde ich auch, dass man allen Menschen die gleichen Chancen geben muss und es nur fair ist, wenn man jemandem die Möglichkeit gibt sich selber zu helfen. Schliesslich wurde uns, als wir uns in einem ähnlichen Entwicklungsstadium befanden, auch nicht geholfen. Andererseits sind wir ethisch zur Hilfe verpflichtet, wenn Menschen in Not sind (bspw. im Falle Kony, Naturkatastrophen, etc.).

    Interessante Erkenntnis aus dem Buch Food Crash: Viele Jahre lang wurden bei uns in der Landwirtschaft Überschüsse produziert (nota bene: dank Grüner Revolution), die dann zum Nulltarif in die "bedürftigen" Länder verschifft wurden, um dort den lokalen Produzenten die Möglichkeit zu nehmen, ihre Waren zu ehrlichen Preisen zu verkaufen.

    Lieber Gruss und frohe Weihnachten
    Andy

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  6. Hallo Andy
    Als ich den ersten Teil deiner Antwort gelesen habe, wollte ich zu einer energischen Antwort ansetzen - aber dann bringst du das, was ich sagen wollte im zweiten Absatz selbst: Ich finde eben auch, dass es bei Entwicklungshilfe nicht nur um reine "Nächstenliebe" geht. Viele Menschen, die in schrecklicher Armut leben, tun es, weil die entwickelten reichen Länder sie ausbeuten oder ihnen den Marktzugang schwer machen. Subventionierte Lebensmittel zu Schleuderpreisen auf deren Märkte werfen und so der lokalen Produktion schaden. Durch extrem subventionierte Baumwolle den Weltmarktpreis so drücken, dass ein afrikanischer Baumwollproduzent, der keine Subventionen erhält, von seinen Einnahmen nicht leben kann. Dann die Macht der grossen Konzerne, die Schnäppchen-Mentalität, etc. die die Weltmarktpreise für Kaffee, Kakao, Rohrzucker etc. drücken...

    Auch wenn die Gründe für die Situation vieler armer Lände extrem vielfältig und komplex sind - wir sind daran nicht so ganz unschudig. Deshalb ist es zumindest bei mir so, dass ich nicht nur aus Nächstenliebe fair gehandelte Produkte kaufe und zusätzlich für Hilfsorganisationen spende.

    Liebe Grüsse
    Tamina

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