Sind Christbäume umweltschädlich?

  1. Hallo zusammen
    Ich hatte letzte Woche eine Diskussion mit einem Amerikaner: Es ging um Christbäume bzw. darum, dass Europäer und Amerikaner da unterschiedliche Vorlieben haben. Ich habe ihm ganz offen gesagt, dass die geliebten Plastik-Tannen der Amis meiner Meinung nach nicht nur hässlich, sondern auch nicht gerade umweltfreundlich sind.
    Daraufhin hat er argumentiert, dass es ja auch nicht besonders nachhaltig sein kann, jedes Jahr eine Tanne abzuhacken und in der Wohnung verdörren zu lassen.

    Die Diskussion geht mir jetzt schon seit ein paar Tagen im Kopf herum. Ich wusste nämlich nicht, was ich ihm entgegnen soll. Schliesslich würde mein Christbaum weiterhin fleissig CO2 binden, wenn ich ihn stehen lassen würde... Und die Tanne hat ja auch Wasser verbraucht während sie auf die ideale Christbaum-Grösse herangewachsen ist...

    Vielleicht hat ja jemand von euch ein gutes Argument? Sonst muss ich dieses Jahr am Ende ohne Christbaum Weihnachen feiern... :sweat:

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  2. Ich bin auf dem Gebiet sicher alles andere als ein Experte - aber ich denke, dass beide Argumentationen ihre Wahrheit in sich haben und bis zu einem gewissen Grad zutreffen.

    Pflanzen binden, wie man vielleicht weiß, CO2 - es ist also richtig, wenn man sagt, dass das Stehenlassen des Baumes dazu führen würde, dass etwas mehr CO2 gebunden werden würde und all die weiteren Vorteile, die Bäume so an sich haben (z.B. dem Boden Halt geben), länger zum Ausdruck kämen. Insofern hat dein Kumpel aus den Staaten da schon recht.

    Man könnte jedoch argumentieren, dass die "echten", also die lebenden, Weihnachtsbäume zumindest in Deutschland wieder aufgeforstet werden müssen. Das macht man auch tatsächlich, Gesetze schreiben zumindest in Deutschland vor, dass man Waldstücke, die abgeholzt werden, wieder aufgeforstet werden. Das könnte für den echten Baum sprechen.

    Andererseits bestehen Plastikweihnachtsbäume auf jeden Fall aus Kunststoff und wir wissen, dass das dazu benötigte Erdöl einerseits unter nicht ungefährlichen Bedingungen gefördert wird und auch die Herstellung von Kunststoff nicht gerade sehr förderlich ist. Außerdem haben die meisten Kunststoffe eine enorm hohe Verrottungszeit - wenn sie denn überhaupt verrotten.
    Die Inkarnation von Nachhaltigkeit sieht daher sehr anders aus!

    Für den Kunstbaum spricht, dass er gewissermaßen "mehrmals" verwendbar ist. Man muss, wenn man Acht gibt, nicht jedes Jahr einen neuen kaufen, sondern kann denselben unter Umständen sogar jahrzehntelang benutzen.

    Ich denke daher, dass beide Recht haben. Am Nachhaltigsten wäre es daher wohl tatsächlich, ohne Baum Weihnachten zu feiern oder nur ein abgefallenes Reisigbündel zu nehmen, was man aber auch nicht so gerne möchte. Ich jedenfalls möchte nicht auf den Weihnachtsbaum verzichten, das gebe ich ganz ehrlich zu. Auch wenn es nicht sehr gut für die Umwelt sein mag.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  3. Also aus meiner Sicht spricht absolut gar nichts für den Plastik-Weihnachtsbaum! Wie Byzantiner schon geschrieben hat: Plastik ist und bleibt total umweltschädlich. Auch wenn man den (hässlichen) Baum vüber viele Jahre hinweg aufstellt, wird er irgendwann als Müll zurückbleiben.
    Ich denke, vor allem wenn man den Christbaum im Januar im Kamin verbrennt, spricht nichts dagegen, eine echte Tanne an Weihnachten aufzustellen. Ob ich nun irgendein Holz oder den alten Christbaum zum Heizen verwende kommt auf dassselbe raus, oder nicht?

    Gruss Petra

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  4. Liebe Alle
    Auch aus meiner Sicht spricht nichts dagegen (mit Ausnahme "wilder" Bäume, die irgendwoher aus dem Osten kommen).
    Ein Großteil dieser Bäume wird extra zu diesem Zweck aufgeforstet. Natürlich, ein Stück weit wäre es besser diese dann nicht zu fällen (Energie + Waldverschmutzung bei der Abholzung und Lieferung). Wenn man aber zum Beispiel in Ortschaften wohnt die derartigen Biomüll weiterverwertet (Energiegewinnung), dann ist es egal ob sie das Holz selber kaufen oder sogar gegen Geld von der Bevolkerung erhalten :)
    Ebenso, wie von Petralu geschrieben: Selbst verbrennen, wenn man eine Ofen hat... (Anmerkung: natürlich, beim eigenen Ofen kommen mehr Schadstoffe oben raus, im Vergleich zur industriellen Verbrennung - aber dafür kann man nicht so schön davor sitzen...)
    LG
    Andreas

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  5. Ich schliesse mich den Argumenten absolut an! Ergänzen möchte ich nur noch: Am besten eine Tanne aus der Region kaufen (nachfragen woher sie kommt!!). Besonders viel Spass macht es, wenn man sie dann auf einem Schlitten zu Fuss nach Hause zieht.

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  6. Sofern Schnee liegt ;D

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  7. och, in der Schweiz hat man mit dem Schnee da ja meist Glück :-)

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  8. Nie dort wo ich bin! Ich hatte schon im Wallis grüne Weihnachten und vom Tessin brauch ich ja gar nicht reden...

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  9. Ich weiß nicht, wie das bei euch in der Schweiz ist - aber zumindest bei mir in Süddeutschland gibt es den Brauch des "Funkenfeuers": Dazu sammelt man in einer Ortschaft die Christbäume, sammelt sie auf einem Haufen und verbrennt sie dann.:ohnoes:

    Die Idee, bzw. das Event ist zwar vielleicht schon interessant - aber die Wärme so vieler Christbäume entzieht dann ganz ungenutzt. Wenn man sie im eigenen Haus zur Heizung verbrennen würde, wäre das, wie Andreas sagt, sicherlich effizienter.

    Allerdings auch unspektakulärer...wir jedoch verbrennen unseren Weihnachtsbaum immer selbst.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  10. @Byzantiner: Vielleicht könnt ihr ja Stockbrot und Grillwürstchen dabei braten ;-)
    Nein, Spass beiseite. Das ist natürlich schade, dass die potenzielle Heizwärme dann verpufft. Aber so ein gemeinsames Lagerfeuer in einer Dorfgemeinschaft ist doch eine tolle Sache! Da würde ich mich nicht so sehr mit meinem Gewissen rumquälen. Es sind ja sicherlich auch nicht ALLE Bäume des ganzen Dorfes, oder?

    Lieben Gruss,
    Petra

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