Olympia 2012: Wie nachhaltig sind die «grünen Spiele» wirklich?

  1. London warb von Beginn an damit, dass bei Olympia 2012 besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden sollte. Einige der genannten Punkte konnte die Stadt auch einlösen. Doch es hagelt Kritik für wenig nachhaltige Entscheidungen bei der Ausrichtung der «grünen Spiele».


    Aus einer riesigen Fläche brach liegenden Ödlands wurde der Olympiapark geschaffen. Dafür hat London rund zwei Millionen Tonnen Erde umgewälzt und aufwendig entgiftet. Anschliessend wurden mehr als 300.000 Pflanzen und 2.000 Bäume auf dieser Fläche gepflanzt, um das Brachland in eine Parklandschaft zu verwandeln. Mitten drin versorgt ein umweltfreundliches Blockheizkraftwerk mit neuster Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung-Technologie die Sportstätten mit Energie. Die 70.000 freiwilligen Helfer auf dem Gelände tragen alle Sportkleidung, die ausschliesslich aus rezyklierten Materialien besteht.

    London hat also so einiges auf die Beine gestellt, um die Olympiade 2012 zu «grünen Spielen» werden zu lassen. Doch nicht alles an diesen Olympischen Spielen ist so nachhaltig, wie es geplant war. So mussten die Organisatoren bereits vor zwei Jahren den Plan einer 130 Meter hohen Windkraftanlage aufgeben. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung der Olympiade musste daraufhin auf 10 Prozent reduziert werden. Ursprünglich sollten es 20 Prozent sein. Auch die tonnenweise Produktion von Werbeartikeln aus Plastik passt nicht so ganz in das grüne Image der Spiele.

    Die heftigsten Kritiken von Umweltschützern erntet das Organisationskomittee LOGOC jedoch für die Wahl der Sponsoren. Dazu gehören sechs grosse Geldgeber, die als «Nachhaltigkeits-Partner» bezeichnet werden. Unter anderem gehören dazu der Ölkonzern BP und das Chemieunternehmen Dow Chemical. Beide Sponsoren sind bereits des Öfteren durch umweltzerstörende Projekte in die Schlagzeilen geraten. Umweltschützer werfen ihnen deshalb Green Washing vor und protestieren dagegen, dass das LOGOC dabei hilft, ihnen einen grünen Anstrich zu verpassen.

    [SIZE=1]Quellen: sport1.de, handelsblatt.com; Text: Bianca Sellnow[/SIZE]

    [b][i]Was halten Sie von der Sache? Wie realistisch ist der Anspruch heute einen riesigen Grossanlass ohne global player Investoren zu organisieren? Wie wichtig müssen genaue Kontrolle der Sponsoren für das IOC sein? Und inwiefern geht die Werbeunterstützung dieser Multis gegen die olympische Idee?

    Oder finden Sie diese Nachrichten unwichtig, auf dem Hintergrund der sportlichen Leistungen? Sind das für Sie nur Misstöne, die einfach dazu gehören?

    Sagen Sie uns Ihre Meinung![/i][/b]

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  2. Wie bei so vielen Veranstaltungen war am Anfang der der Wille da etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen. Die Umsetzung wird aber meistens an kommerziellen aber auch an zeitlichen Gründen zum Teil scheitern! Besonders an einem gigantischen Event wie die Olympischen Spiele wo Unsummen von Geld generiert werden muss und die auch am jeweiligen Standort sehr grosse, bauliche Veränderungen bedingen.

    Der Teufel liegt im Detail! Und am professionellen Monitoring bei den nachhaltigen Massnahmen. Was so alles nötig ist um einen Event möglichst klimaneutral umsetzen zu können, findet man auf folgender Webseite: http://www.eventconsulting.ch/Green/green-events-1.html

    Ich befasse mich schon seit 2009 mit den Themen "Green Event & Meetings". Für Fragen in diese Richtung stehe ich gerne zur Verfügung.

    Werner Stulz

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  3. Tja, der Meinung bin ich auch! Ich schätze ein weiteres Problem ist, dass jedes Land dem anderen in nichts nachstehen will und am liebsten eine noch pompösere Veranstaltung mit noch mehr Schnickschnack auf die Beine stellt. Schade eigentlich.

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