Nachhaltiger Lifestyle - Glamourös inszeniert...?

  1. (bmkl) Seit ein paar Wochen - vor allem unter dem Einfluss der Berliner Fashion Week - macht im Internet eine Aktion die Runde, welche die Geister spaltet.

    Nachhaltigkeit, Spass und Party. Unter dem Namen http://yeswe.do/ wurde Anfang Juli die erste Party mit Unterstützung diverser bekannter (und unbekannter) Sponsoren in Berlin durchgeführt. Zwischen Live-Acts und twas bemühten Zitaten, welche an den Amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf erinnern, wird Folgendes als Grundidee beworben:

    [QUOTE]Yes, we do! verbindet Lifestyle und Spass mit Sinnhaftigkeit und Engagment. Für Richtungsweisendes, für Schönes, für Dich, für alle. Denn wir finden, es sollte sich gut anfühlen, in einen positive Zukunft aufzubrechen!

    Yes, we do!
    [LIST]
    [*]bietet Dir Party, Glamour und Lifestyle, der Spass und Sinn macht
    [*]verwöhnt Dich mit den besten Prdukten nach fairen und biologischen Maximen
    [*]präsentiert Dir non profit und social business Projekte mit WOW Effekt
    [*]möchte, dass es Dir gut geht. Als Mensch, als Individuum, als Teil eines Ganzen
    [/LIST][/QUOTE]

    Während sich niemand, dem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, gegen eine dieser Grundsätze aussprechen würde, mutet diese Sache doch sehr merkwürdig an und man ist wohl schnell versucht hier eine weitere gute Marketingmasche zu vermuten.
    Ganz besonders, wenn man sich dieses Marketingvideo, das der 'Entfaltung der Breitenwirksamkeit' dienen soll, dazu ansieht:
    [INDENT][video=vimeo;45832778]http://vimeo.com/45832778[/video][/INDENT]

    So zumindest sieht es auch Sina Trinkwalder (im Netz auch unter @manomama bekannt) - ihres Zeichens Vorstreiterin für Öko-soziale Anliegen, nachhaltige Textilproduktion und weiblicher Don Quichote gegen bürokratische Windmühlen, wenn es um die Umsetzung toller, nachhaltiger Projekte geht, die dann vom Staat als 'persönliches Privatengagement' herab tituliert werden, wenn es um konkrete soziale Aufwertung von Individuuen und Menschen gehen soll. Sie hat http://www.manomama.de/ gegründet. Jene Einrichtung, die Langzeit-Arbeitslosen einen Platz bietet ihre eigene Existenz zu bestreiten und in Augsburg gleichzeitig das Textilhandwerk zurück auf seinen historischen Boden bringt. Ihren Weg und Kampf gegen Bürokratie, Lippenbekenntnisse und schwaches Engagement von Seiten der Politik kann man http://www.manomama.de/blog/ verfolgen.

    Sina hatte heute auf https://twitter.com/manomama/status/228032682163068928 ziemlich klare Worte für die 'Yes, we can!'-Idee übrig.

    [INDENT][ATTACH=CONFIG]14[/ATTACH][/INDENT]

    Und sie scheint hiermit nicht die Einzige zu sein, wenn man einen Blick in das http://www.ral6010.de/leben-produkte/party-yes-we-do.htm wirft.

    Was ist Eure Meinung hierzu?

    Muss Nachhaltigkeit als Lebenskonzept oder -einstellung, als Idee unbedingt und auf jeden Fall Breitenwirkung erzielen um effizient zu sein?
    Oder wie die Mitbegründerin der BlueEconomy Firma im Video meint: müssen nachhaltige Produkte billig und konkurrenzfähig sein, damit Nachhaltigkeit zu einem Standard erhoben werden kann?
    Ist die Verbindung zwischen bio und teuer gleich nachhaltig, gute Qualität, respektvolle Produktion etc. wirklich ein solches Absolut, wie man heute meint?
    Oder ist das billig um jeden Preis nicht der eigentliche Grundsatz um eine Gewinnsteigerung herbei zu führen, und Nachhaltigkeit wird nur als Label eingesetzt um eine bessere Vermarktung in neue Märkte zu bekommen?

    Eignet sich Nachhaltigkeit überhaupt als Standard oder ändert sich bei einer generellen Anwendung nicht die Natur der Grundidee?

    Zitieren