Kontrolle beim Bio-Siegel

  1. Weiss jemand, wie das beim Bio-Siegel eigentlich mit Kontrollen abläuft? Ich habe in letzter Zeit öfter mit Freunden über bio geredet und manche haben gesagt, dass man doch nie genau weiss, ob die Sachen auch wirklich bio sind...
    Danke,
    Elena

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  2. Ich schätze mal, das hängt sehr stark davon ab, was genau man selbst als "Bio-Produkte" versteht, bzw. wie man für sich selbst Bio definiert. Natürlich variiert das auch nach Strenge.

    Ich denke, es empfiehlt sich bei Interesse, bei den Marken direkt nachzufragen, bzw. auf den Webseiten der Marken eine Recherche zu betreiben. Dann kannst du dir selbst ein Bild davon machen, wie viel "bio" im Biokonzern deiner Wahl steckt.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  3. Die grösste Sicherheit hast du in der Schweiz bei Produkten und Betrieben die mit der Bio - Suisse Knospe ausgezeichnet sind.Ich würde primär darauf schauen. Da werde ich als Produzent kontrolliert, - und zwar besteht die Kontrolle aus Betriebsbesichtigung, Kontrolle der Aufzeichnungspflicht, überprüfen von Normen und Massen, Hygienekontrolle in Produktion und Lager, Kontrolle von Zukäufen aller Art mittels Einsicht in die Buchführung, sowie auch Bekanntgabe von allfälligen Rezepturen. Ebenfalls überprüft wird Deklaration der Produkte. Meine Wiederverkäufer und Wiederverarbeiter werden in derselben Art auch überprüft. Dazu kommen bei uns noch verschiedene kantonale Kontrollen. Aber die allerbeste Kontrolle ist die durch unsere Kunden !!!

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  4. Ach, bist du selber Bio-Produzent? Dann weiss ich das ja jetzt aus einer guten Quelle :-) Danke bio-obst!
    Dann weisst du ja bestimmt auch, welche Sachen erlaubt sind, um Raupen etc. zu "bekämpfen". Ich habe mal gehört, dass im Biolandbau Zink eingesetzt wird und dass das ja auch schlecht für die Umwelt ist.:confused:
    Und weisst du auch was zur Tierhaltung? Das wird genauso kontrolliert, oder?

    Danke :smile:
    Elena

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  5. hallo elena99,
    also ich habe schon kräftig gelacht als ich von der Bemerkung über Zinkeinsatz gelesen habe...und Raupen...du meine Güte, um welche Raupen handelt es sich denn.....
    Zu jeder Raupe gehört ein Falter, und da gibt es viele die sehr gern gesehen sind.
    Wir bauen momentan nur wenig Gemüse und etwas Kartoffeln an, bislang ohne jegliche Hilfsmittel , also nicht mal die erlaubten Biopräparate. Unser Hauptzweig ist der Obstbau, und den haben wir so gestaltet dass sich Krankheiten und Schädlinge kaum ausbreiten können. Im Frühjahr, vor der Blüte gibt es zwei Behandlungen mit Tonerde/schwefel und Algencreme. Eine oder (wenn`s sehr regnerisch war) zwei Behandlungen gibt es nach der Blüte, das ist alles. Dies ist eine sehr extensive Anbaumethode, die wir bewusst gewählt haben um auch Allergikern gerecht zu werden. Ich hoffe es ist allen in diesem Forum bewusst dass der Bioapfel aus den kleinwüchsigen Monokulturen durchaus auch zwanzig mal gespritzt wird. Oder warum glaubt ihr sind die Bioäpfel im Supermarkt makellos ?
    Die Tierhaltung wird selbstverständlich genauso kontrolliert, es gibt Normen die zwingend eingehalten werden müssen , auch Auslauf ist darin enthalten. Trotzdem hört man leider immer wieder von schlechten Beispielen. Solche werfen Schatten , und geben neuen Stoff für die Gerüchteküche wie beim Zink.

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  6. Hallo bio-obst
    Wie ihr das macht klingt super. Aber das mit dem Zink hatte ich wirklich mal in einem Bericht im Fernsehen gesehen. Ist das dann nicht doch mehr als ein Gerücht? Und ist das wenn ja schlecht für die Umwelt?

    Und was meinst du mit "Ich hoffe es ist allen in diesem Forum bewusst dass der Bioapfel aus den kleinwüchsigen Monokulturen durchaus auch zwanzig mal gespritzt wird"? Das verbieten die Bio-STandards doch!

    Liebe Grüsse
    Elena

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  7. also ehrlich gesagt wüsste ich nicht wozu/wogegen Zink überhaupt sollte eingesetzt werden - vielleicht als Saatbeize ? Werde bei gelegenheit mal die Liste der erlaubten Stoffe konsultieren. Bist du sicher dass du nicht Kupfer meinst ? Kupfer ist in sehr kleinen Konzentrationen zugelassen. Im Obstbau hat Kupfer wieder eine gewisse berechtigung erhalten als eines der wenigen Mittel die gegen den sehr gefährlichen feuerbrand eine gewisse Wirkung zeigen. Die Anwendung erfolgt vorbeugend im Frühjahr; du kannst dir dies so vorstellen: 500 bis 1000 Gramm Pulver aufgelöst in 1000 Litern Wasser. Das Kupferpulver selbst hat eine Konzentration von 50%; daraus lässt sich der Reinkupfergehalt errechnen.Du siehst, das wäre verschwindend wenig.

    Und was meinst du mit "Ich hoffe es ist allen in diesem Forum bewusst dass der Bioapfel aus den kleinwüchsigen Monokulturen durchaus auch zwanzig mal gespritzt wird"? Das verbieten die Bio-STandards doch!

    Ich meine das so wie ich es schreibe! Die Biorichtlinien legen lediglich die Produkte fest die eingesetzt werden dürfen. Es steht einem Bauern frei zwanzig mal Schwefel zu spritzen wenn er es für nötig erachtet....Wie andernorts im Forum geschrieben, bin ich absolut kein Freund von Monokulturen, egal ob konventionell oder bio und egal wo.

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  8. Oh, das ist mir jetzt ein bisschen peinlich - ich meinte tatsächlich Kupfer. :sweat: In dem Bericht hatten sie das damals als etwas ganz schlimmes dargestellt und das hat mich ein bisschen verunsichert. Ist Kupfer denn in irgendeiner Art umweltschädlich? Aber so wie du das beschreibst, ist die Konzentration ja so oder so wirklich sehr niedrig...
    Dass bio nur die SAchen festlegt, die eingesetzt werden dürfen, war mir nicht klar. Ich dachte immer, dass da auch steht wie viel und oft man die verwenden darf. Ich vermute mal, viel Schwefel = schlecht?!

    Und wegen den Monokulturen: Schreibt bio nicht auch vor, dass man unterschiedliche Obst- oder Gemüsesorten abwechselnd anbauen soll? Oder irgendwie mischen soll?

    Ich hoffe ich frage nicht zu viel - aber wenn ich schon mal einen Experten erwischt habe... :smile:

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  9. Elena, schon in Ordnung, immerhin hast du mich dazu gebracht dass ich mir die Hilfsstoffliste nochmals angeschaut habe - und tatsächlich es gibt zwei Produkte die Zink enthalten ! Es handelt sich dabei um Dünger, deren Einsatz an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Ich weiss aber ehrlich nicht wer sowas braucht.

    Kupfer sorgt immer wieder für Diskussionen, komischerweise fragt kein Mensch danach wieviel Kupfer in der Konventionellen Landwirtschaft eingesetzt wird ( dort sind die erlaubten Konzentrationen nämlich viel höher !!!) Kupfer gehört in die Gruppe der Schwermetalle, baut sich nicht ab im Boden. Deshalb ist schon Vorsicht geboten im Einsatz solcher Produkte. Es wird aber im Obstbau lediglich im Frühjahr angewendet, Früchte werden kaum einmal Kupferbelastet sein ( eine Ausnahme bilden evtl. konventionell angebaute Trauben !!!), und da es ein Kontaktmittel ist und an der Oberfläche bleibt, kann es abgewaschen werden.
    Schwefel, als Naturprodukt hat ebenfalls eine pilzhemmende Wirkung und wird im bio- Anbau sehr oft eingesetzt. Wird Schwefel aber überdosiert, so schädigt es leider allerlei Insekten.
    Nein, die Biorichtlinien schreiben nicht vor wie ein Feld auszusehen hat, Höfe die konsequent mit Mischkulturen arbeiten werden leider immer weniger und sollten vermehrt unterstützt werden. man kann ja verschiedene Höfe besichtigen und sich selbst überzeugen was da abläuft, bzw wie die Anbaumethoden sind. Bei Bedarf könnte ich eine Adresse nähe Frauenfeld geben , wo noch jemand völlig bewusst in Mischkultur herrliches Gemüse anbaut, seit 20 jahren bio. Den nicht weit davon entfernten Grossbetrieb mit -zig Arbeitern aus Polen meine ich damit ganz bestimmt nicht.....

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