Was denkt ihr über Gentech in der schweiz?

  1. Das Thema ist ja gross am kommen. Experten behaupten, dass Gentech keine Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt habe. Was haltet ihr davon?

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  2. Was die Experten behaupten ist doch ein Widerspruch in sich! Klar hat Gentech Einfluss auf die Umwelt! Sonst müssten sie es ja gar nicht machen! Wenn ein bestimmter Schädling eine Pflanze nicht mehr anrührt, oder wenn sie gegen eine Krankheit immun geworden ist, weil sie gentechnisch veränder wurde, dann HAT das ja bereits Einfluss auf die Umwelt genommen!!! Die Natur ist perfekt, so wie sie ist. Sie reguliert alles selber! Öko-Systeme sind so wunderbar ausgeklügelt, dass ein Mensch mit seinen Fähigkeiten nicht daran heran kommt. Wenn wir das Gefühl haben, wir könnten da hinein pfuschen, dann legen wir uns gegen Goliath an. Ich bin überzeugt, wir spielen mit dem Feuer und wenn einmal was aus den Fugen gerät, dann gute Nacht! Dann haben wir den Mist! Ich finde es unverantwortlich, dass das überhaupt zugelassen ist, daran herum zu tüffteln!

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  3. Tja, gell, das ist immer wieder ein heikles Thema. Grundsätzlich bin ich Taminas Meinung. Ich denke auch, dass es eine heikle sache ist, der Natur in ihr Werk zu pfuschen. Die Aktion könnte nach hinten los gehen.
    Allerdings, gibt es auch wieder die andere seite. Zum Beispiel gibt es bereits malaria- oder denguefieber-Moskitos, die gegen pestizide resistent geworden sind. Forscher sind darum daran am tüffteln, die Gene der Moskitos so zu verändern, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Für viele betroffene Menschen würde dies ein Segen bedeuten. Es gibt immer zwei Seiten.

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  4. Ja, das mag sein, und ich verstehe auch Leute, die davon betroffen sind. Aber wie du ja bereits sagtest, der Schuss kann nach hinten los gehen und dann haben wir vielleicht noch viel mehr Probleme, als ein paar mücken. Dass die Mücken resistent geworden sind gegen Pestizide zeigt ja schon, dass der Mensch nicht in die Natur eingreiffen soll, weil er die Folgen einfach nicht kontrollieren kann. Das selbe gilt mit Antibiotika und co.

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  5. Da habe ich ja was losgetreten! :-) *like*

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  6. Ich tue mir schwer damit, über die Gentechnik, wie sie in der Schweiz praktiziert wird, zu sprechen, da ich mein ganzes Leben lang in Deutschland gelebt habe und nur Wenig über die schweizer Situation als Solche weiß. Trotzdem dürfte Vieles, was ich zu schreiben habe, auch auf die schweizer Situation zutreffen.:smile:

    [QUOTE]Was die Experten behaupten ist doch ein Widerspruch in sich! Klar hat Gentech Einfluss auf die Umwelt! Sonst müssten sie es ja gar nicht machen! Wenn ein bestimmter Schädling eine Pflanze nicht mehr anrührt, oder wenn sie gegen eine Krankheit immun geworden ist, weil sie gentechnisch veränder wurde, dann HAT das ja bereits Einfluss auf die Umwelt genommen!!![/QUOTE]

    Absolute Zustimmung von meiner Seite!
    Ob wir es wollen, oder nicht, gentechnisch veränderte Pflanzen werden immer Auswirkungen auf Ökosysteme haben. Sei es, dass Hybridspezies (weiß nicht, ob man solche bereits entdeckt hat) zwischen der Pflanze und der genveränderten Variante auftreten oder Populationen symbiotisch oder parasitisch lebender Lebensformen in Anzahl oder Lebensweise beeinträchtigt werden.

    Allerdings dürfte sich der menschliche Einfluss in ähnlicher Weise wie im Falle der heutigen Gen-Pflanzen bereits vor Jahrtausenden massiv auf verschiedene Ökosysteme ausgewirkt haben, an welche die Meisten von uns gar nicht denken. Ich denke, dass mindestens seit der Domestizierung von Hund, Katze, Pferd und Rind und spätestens seit der Entwicklung des Ackerbaus und der damit verbundenen Massenzüchtung ehemaliger Wildgräser massiv Einfluss auf Ökosysteme genommen wurde.
    Daran denken wir moderne Menschen meist nicht - weil uns diese Ding schon seit Urzeiten als Gegeben erscheinen. Mindestens seitdem es bekannte litterale Kulturen und damit Überlieferungen gibt, existiert nämlich auch der Ackerbau.

    [QUOTE]Die Natur ist perfekt, so wie sie ist. Sie reguliert alles selber! Öko-Systeme sind so wunderbar ausgeklügelt, dass ein Mensch mit seinen Fähigkeiten nicht daran heran kommt. [/QUOTE]

    Das sehe ich ziemlich anders.

    Man muss dazu sagen, dass ich an die Evolutionstheorie natürlicher Entwicklung glaube, wie sie von Lasall und Darwin im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Was in der Bibel über die Schöpfung in sieben Tagen steht, halte ich wörtlich genommen für unaktuell und verfehlt. Die Natur war nie perfekt und wird es in absehbarer Zeit auch nicht werden.
    Theologen mögen es anders sehen. Es ist ihr gutes Recht, ich kann/möchte es nicht widerlegen.

    Ursprünglich hat sich Leben wahrscheinlich aus Einzellern entwickelt. Über die Jahrmilliardene hat sich dieses Leben durch natürliche Selektion und "Survival of the Fittest" optimiert, ist komplexer und vielseitiger geworden. Natürliche Entwicklung ist immer Entwicklung, man kann es auch Perfektionierung nennen. Aber Perfektionierung ist nicht Perfektion. Etwas wird perfekter, kommt einem utopischen "Idealbild des perfekten Tieres" vielleicht näher, erreicht es aber nicht. Natur strebt im Tierreich nach Perfektion, ist aber zu keiner Zeit perfekt gewesen.

    Natürlich sind Ökosystem ausgeklügelt. Das stimmt schon. Allerdings hat sich Balance in Ökosystemen erst über lange Zeiträume gefunden. Greift ein Vorkommnis (sei es ein Asteroideneinschlag oder eine neue, überlegene Spezies) ein, gerät ein Ökosystem erstmal in Ungleichgewicht, bis es wieder in Balance gerät. Ob diese neue Spezies natürlich oder anthropogen ist, spielt keine Rolle: Langfristig (nach geologischen Maßstäben) findet sich ein neues, wenn auch umorientiertes Gleichgewicht. Das ist sogar nach dem größten bekannten Massensterben, das meines Wissens nach vor 250 Millionen Jahren stattgefunden hat, so gekommen.

    Der Mensch findet daher ein Ökosystem mit perfektionierten Tieren und Pflanzen vor. Kein Perfektes, wohlgemerkt. Dennoch ist es theoretisch für den Menschen möglich, ein Ökosystem zu optimieren, wenn er es schafft, eine neue Spezies aus den gegebenen Lebensformen zu gestalten, welche das Ökosystem umgestaltet und langfristig verbessert, also stärker und unempfindlicher macht. Mit genau den richtigen Eingriffen geht das in der Theorie.

    Ob sich das praktisch bereits umgesetzt hat, bleibt eine Streitfrage. Aber in der Theorie kann der Mensch sehr wohl die Natur weiterentwickeln!

    [QUOTE]Ich bin überzeugt, wir spielen mit dem Feuer und wenn einmal was aus den Fugen gerät, dann gute Nacht! Dann haben wir den Mist! Ich finde es unverantwortlich, dass das überhaupt zugelassen ist, daran herum zu tüffteln! [/QUOTE]

    Kann sein, dass du recht hast. Das hängt immer ganz vom anthropogenen Einfluss selbst ab. Und vom Einzelfall. Wenn dieser Einfluss so viel verändert, dass seine Umwelt dem Menschen widerlich wird, treffen deine Gedanken definitiv zu.

    Aber das muss nicht so sein. Menschliche Einflüsse müssen der Welt nicht immer den Mist bringen. Das kannst du daran sehen, dass die Menschen in vielen Kulturen seit Jahrhunderten neue Apfelsorten züchten. Sie pfriemeln zwar nicht an den Genen als Solchen direkt herum, aber dennoch verändern sie Äpfel und auch Bäume. Dennoch denke ich nicht, dass diese Änderungen den Ökosystemen als Ganzen besonders großen Schaden gebracht haben.

    Natürlich...es sind nicht die Gene direkt, an denen man rumhantiert. Da besteht schon ein Unterschied zur Geschichte, das ist wahr. Dennoch sind es bis zu einem gewissen Punkt vergleichbare menschliche Einflussnahmen.

    "Zulassen" ist eine schwere Wortwahl. Im Prinzip "spielen" die Menschen schon seit Jahrtausenden mit Lebensformen, sie haben Tiere domestiziert, Bäume und Früchte verändert. Damals hat das auch keiner verboten. Außerdem glaube ich fest daran, dass es mindestens schwierig und höchstens unmöglich ist, Technisch-Umsetzbares effektiv zu verbieten. Selbst wenn alle Staaten das Alternieren von Gensequenzen verbieten würden, könnte niemand uns garantieren, dass diese Forschungen nicht latent von Interessierten hinter verborgenen Händen weitergingen.

    Dabei ist schon ein globales Verbot sehr, sehr unwahrscheinlich. Man sollte immer daran denken, dass die Welt ökosystemtechnisch zusammenhängt. Trennungen zwischen Staaten spielen da keine Rolle. Über gängige natürliche Mechanismen wie Wind, Wasser oder Vogelflug kämen gentechnisch-veränderte Samen früher oder später auch in Staaten, wo sie nicht verboten sind. Ganz natürlich.

    [QUOTE]Zum Beispiel gibt es bereits malaria- oder denguefieber-Moskitos, die gegen pestizide resistent geworden sind. Forscher sind darum daran am tüffteln, die Gene der Moskitos so zu verändern, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Für viele betroffene Menschen würde dies ein Segen bedeuten. Es gibt immer zwei Seiten. [/QUOTE]

    Das halte ich für einen wichtigen Punkt. Dein Beispiel ist sehr zutreffend und beschreibt die Lage zweier Seiten sehr gut.

    Erst vor einem Jahr habe ich von einer Reispflanze gelesen, welche Reiskörner produziert, welche um ein Vielfaches größer sind als die Körner von natürlichem Reis. Leider schmeckt dieser Reis schlecht. Aber stellt euch vor, es gelänge, diese Pflanze weiter zu optimieren, sodass sie wohlschmeckt. Wie viel Hunger diese Entdeckung der Welt ersparen könnte!

    Natürlich, das Problem ist, dass Reis sehr viel Wasser benötigt - aber übertragt diese Idee doch mal auf Pflanzen, die weniger Wasser benötigen. Wäre diese Entdeckung nicht ein Segen für viele hungernde Menschen?

    [QUOTE]Dass die Mücken resistent geworden sind gegen Pestizide zeigt ja schon, dass der Mensch nicht in die Natur eingreiffen soll, weil er die Folgen einfach nicht kontrollieren kann. Das selbe gilt mit Antibiotika und co. [/QUOTE]

    Wahre Worte, was die Unkontrollierbarkeit der Folgen betrifft.

    Ich selbst bin weder per se FÜR noch per se GEGEN Pflanzen, welche gentechnisch verändert sind. Ich bin mir inzwischen uneins, auch wenn ich früher gegen Gentechnik war.

    Es gibt, wie Michi schon gesagt hat, zwei Seiten einer Medaille, die untrennbar verbunden sind. Einerseits könnte Gentechnik dazu beitragen, den Welthunger zu mildern und Insektenplagen zu mindern. Andererseits steht das, was TaminaH gesagt hat, auch fest: Wir können die Folgen nicht kontrollieren, insbesonders die Langfristigen - wobei ich daran erinnern muss, dass menschliche Eingreife in das Innenleben von Tieren und Pflanzen schon lange vor der Entwicklung von Gentechnik stattgefunden haben und außerdem nicht immer nur negativ waren, was man an der Apfelzucht sehen kann.

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    "Across the Nile ... there are stars tonight."<br />
    - Amy Mac Donald <br />
    Lese gerade: http://www.starwars-union.de/literatur/Shadow_Games/0-345-51120-4/

  7. Hier kann man das Gute sehen, aber wenn die Moskitos sich nicht mehr fortpflanzen können und aussterben wird doch das Gleichgewicht des Ökosystems gestört, oder? Dann erfolgt doch eine Kettenreaktion, denn Tiere, die sich nur von Moskitos ernähren sterben auch aus und so weiter... Ich weiss nicht wie gut sowas ist.

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  8. Der Natur würde es doch soo viel besser gehen, wenn wir sie endlich mal in Ruhe lassen!
    Aus den oben genannten Gründen bin ich absolut gegen GEN-Pflanzen.
    Wenn sie das in der Schweizer zulassen würden, würde ich sogar eigenhändig Unterschriften sammeln gehen. :D

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  9. mir ist auch nicht ganz wohl bei der sache. ich stell mir immer vor, dass das unsere gene beeinflussen könnte und wer weiss, was das auf dauer mit uns anstellt:O_O:

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  10. Dann werden wir zu Zombies:xD:

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