Bio-Fertiggerichte: Zu viele Zusatzstoffe und Salz

Fertiggerichte Pizza

Im Ökotest schneiden Fertiggerichte schlecht ab. Sie enthalten zu viele Zusätze. Foto: Alexander Mychko, Hemera, Thinkstock

Viele Fertiggerichte enthalten zu viel Salz, bestätigte Ökotest. Dem Bericht zufolge steckt in den untersuchten vegetarischen Mahlzeiten zwar weniger als beispielsweise in Tiefkühl-Salamipizzen. Doch es waren auch zwei (nur in Deutschland erhältliche) Bio-Kartoffeltöpfe dabei, die die empfohlene Menge pro Tag deutlich überschritten.

In zahlreichen Produkten fand sich zudem Glutamat. Diese geschmacksverstärkende Substanz gilt als umstritten, da empfindliche Personen auf den Konsum mit Schläfendruck, Kopfschmerzen oder einem steifen Nacken reagieren können. Der Haken: Weil Glutamat meist als Bestandteil von Hefeextrakt oder Würze in das Produkt eingebracht wird, ist es auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar wie das synthetisch gewonnene Mononatriumglutamat, das etwa in den Gemüse Ravioli von Maggi gefunden wurde.

Fünfmal entdeckten die von Ökotest beauftragten Labore grössere Mengen von Schadstoffen in den vegetarischen Fertiggerichten. Es handelte sich um den Fettschadstoff 3-MCPD-Ester und den möglicherweise noch problematischeren Stoff Glycidyl-Ester. Diese Substanzen entstehen bei der Raffination von Ölen und Fetten. Auch erhöhte Werte des Schwermetalls Cadmium wurden in einigen Produkten gefunden.

Fazit: Besser selbst kochen statt Fertiggerichte

Neben Zusatzstoffen werden Fertiggerichte oft mit qualitativ minderwertigeren Zutaten wie Schmelzkäse anstatt Käse, Sahne, Milch, gutem Pflanzenöl und natürlichen Dickungsmitteln (Stärke oder Mehl) zubereitet - deutliche Abstriche also gegenüber selbstgekochtem Essen. Relativ oft wird das Gericht auf der Verpackung auch deutlich ansprechender präsentiert, als es auf dem Teller tatsächlich aussieht. Selbst zu kochen ist daher insgesamt noch die bessere Lösung. Und wer das nicht immer schafft, kann sich auch mit schnellen Gerichten gesünder ernähren als mit Fertigprodukten. Dafür gibt es viele Mahlzeiten die zum «Gesunden Fastfood» zählen.

Bio-Fertiggerichte in der Schweiz

  • Coop hat mit der Bio-Eigenmarke «Naturaplan» auch einige Bio-Fertiggerichte in den Regalen. Darunter Knöpfli, Spätzli, Tortelloni, Raviolini und Pizza.
  • Bei «i can eat - Der Gesundheitsladen, zuhause» gibt es unter anderem Bio-Fertigerichte wie Nudeln Bolognese (Fr. 9.90) und Ravioli mit Rindfleisch in Tomatensauce (Fr. 9.90).
  • Der deutsche Filialist Alnatura betreibt einen Bio-Supermarkt in Zürich (Höngg). Die Produkte sind auch in einigen Migros-Filialen erhältlich.
  • Über Demeter-Produkte können Sie sich auf der Homepage des Schweizerischen Verbandes informieren.

 

Quellen: Ökotest, Prof. Hademar Bankhofer, Demeter, Alnatura, Coop