Vitaminpräparate sind kein Allheilmittel

Lieber die Vitaminpille oder die Orange? Hier scheiden sich die Geister, obwohl alle nur das eine wollen: das Immunsystem mittels Vitaminen stärken. Und das scheint mit ausgewogener Ernährung sogar einfacher zu sein, selbst wenn der Griff zur Pille verführerisch ist.

Vitamin-Präparate fördern nicht immer die Gesundheit.
Die Einnahme von Vitaminpräparaten sollten Sie zuvor mit Ihrem Arzt abklären. Foto: Mauricio Jordan de souza coelho, Hemera, Thinkstock
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Kaum ein Begriff ist so positiv belegt wie der der Vitamine. Und tatsächlich leisten sie wertvolle Arbeit für das Immunsystem. Doch frei nach dem Prinzip «viel hilft viel» greifen Schweizer gerade in den kalten Monaten zu Vitaminpräparaten, ohne zu wissen, ob sie an einem Mangel leiden. Die permanente Propaganda, sich gegen Erkältung, Husten, Schnupfen und Heiserkeit beispielsweise mit einer geballten Ladung Vitamin C zu schützen, tut das Ihrige.

Der Diskurs, ob Zusatzpräparate notwendig seien, durchzieht nicht nur Schulen und Krippen, sondern wird auch in Kaffeepausen am Arbeitsplatz ausgefochten - insofern ein Kollege sich gerade eine Vitamintablette genehmigt. Grundsätzlich sagt die diplomierte Ernährungsberaterin Caroline Bernet von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE: «Gesunde Erwachsene, die sich nach den Empfehlungen der Lebensmittelpyramide ernähren, werden mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und brauchen keine zusätzlichen Vitamine und Mineralstoffe in Form von Supplementen.» Wer also unter anderem fünf Mal am Tag Obst, Gemüse oder Salat zu sich nimmt, braucht keine Zusatzpräparate.