Wie gesund oder schädlich ist Sojamilch eigentlich?

Sojamilch ist wahrscheinlich der beliebteste Milchersatz und findet sich daher in immer mehr Geschäften. Doch ist die pflanzliche Alternative zur Kuhmilch wirklich so viel besser und so richtig gesund?

Sojamilch ist gesund: Stimmt es oder nicht?
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Soja ist eigentlich ein guter Eiweisslieferant und bietet viele gesunde, ungesättigte Fettsäuren. Sojamilch enthält mit etwa 3 Prozent allerdings nicht mehr sehr viel von dem Eiweiss. Dafür kann der Milchersatz mit einem recht niedrigen Fettgehalt von nur 2 Prozent punkten sowie mit einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen. Grundsätzlich gilt die Sojamilch damit schon als gesunde Alternative.

Doch es gibt auch Argumente, die gegen eine gesunde Wirkung sprechen. Bereits 2006 thematisierte Ktipp die Untersuchungen einer französischen Expertengruppe, der Afssa (Agence française de sécurité sanitaire des aliments), die Soja nicht so gut wegkommen lässt. Das Fazit ihrer Auswertung von 1'500 Studien zeigte, dass die enthaltenen Isoflavone den Hormonhaushalt negativ beeinflussen können. Auch ein Tumorwachstum soll dadurch gefördert werden. Allerdings müsste laut den Einschätzungen verschiedener Stellen, wie auch dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), dafür dauerhaft übermässig viel Sojamilch getrunken werden.

Selbst der Vegetarierbund macht Einschränkungen, denn: Es scheint der Fall zu sein, dass eine Schilddrüsenunterfunktion durch den regelmässigen Konsum von Sojamilch, Tofu und Co. gefördert werden kann. Deshalb seien Sojamilch und andere Produkte aus der Bohne nur bei ausreichender Jodaufnahme unbedenklich.

Eine wirkliche Gefahr geht daher aber bei mässigem Konsum eigentlich nicht von der Sojamilch aus. Einen unangenehmen Beigeschmack erhält sie jedoch durch ihren Anbau. Denn der grösste Teil der Sojaproduktion beinhaltet Genmanipulation.

Allergiker sollten mit Sojamilch vorsichtig sein

Laut dem Deutschen Asthma- und Allergiezentrum, DAAB, gehört Soja auf die Hitliste der allergieauslösenden Lebensmittel. So warnt das Allergiezentrum Schweiz, aha!, vor Kreuzreaktionen bei Pollenallergikern. Wer auf Gräser allergisch reagiert, bekommt nach dem Verzehr von Sojamilch oder ähnlichen Produkten aus der Bohne häufiger Rötungen oder Schwellungen im Gesicht. Auch ein kratziges Gefühl des Gaumens ist möglich.

Fazit: Nicht immer ist Sojamilch die beste Alternative

Sojamilch ist ähnlich gesund oder ungesund wie auch Kuhmilch. Denn diese vertragen viele auch nicht und sie kann unter Umständen zu teils starken Verdauungsproblemen führen. Laktoseintoleranz kommt immer häufiger vor, was Milchersatz umso attraktiver werden lässt. Wer dabei aber nicht unbedingt auf Sojamilch setzen möchte, kann auch auf andere Alternativen zurückgreifen. Einige Beispiele dafür finden Sie hier: «Soja, Mandel und Co: Wie gut ist welcher Milchersatz?»

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann