Manuka-Honig: Seine Wirkung und Anwendung

Manuka-Honig und seine heilende Wirkung toppen unseren heimischen Honig  bei weitem. Wie die süsse Medizin wirkt, wie Sie Manuka-Honig anwenden und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Manuka Honig: Wirkung und Anwendung des besonderen Bienenhonigs
Foto: © rclassenlayouts, purefocus, LazingBee / iStock / Getty Images Plus; Collage: Redaktion Nachhaltigleben.
  • 15

Manuka-Honig darf nur jener Honig heissen, der von der Südseemyrthe gewonnen wird. Die Südseemyrthe wächst in Neuseeland und ist eine Teebaumart. In der Sprache der Ureinwohner, den Maori, heisst sie Manuka.

Der aus Neuseeland stammende Manuka-Honig übertrifft in einigen Punkten die gesunde Wirkung von herkömmlichem Honig. Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, schätzten seine Wirkung bereits seit Jahrhunderten.

Inhaltsstoff des Manuka-Honig

Ausschlaggebend für die heilende Wirkung des Honigs ist ein Inhaltsstoff namens Methylglyoxal, kurz MGO genannt.

MGO ist ein Zuckerabbau- oder Stoffwechselprodukt, das durch die Verarbeitung des Honigs in der Bienenwabe entsteht.

Was den Honig so wirkungsvoll macht, ist die Menge an MGO, die er enthält. Auch heimischer Honig enthält Methylglyoxal. Hier sind es bis zu 2 mg pro Kilo. Bei Manuka-Honig sind es bis zu 1‘000 mg/Kg.

Manuka Honig: Wirkung und Anwendung des besonderen Bienenhonigs

Foto: © LazingBee/ iStock / Getty Images Plus (Blüte der Südseemyrthe Manuka)

Heute ist die positive Wirkung des Manuka-Honigs bei zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen durch Studien und Untersuchungen belegt. So fand beispielsweise die Technische Universität Dresden heraus, dass der Manuka Honig eine antibakterielle Wirkung besitzt.

Manuka-Honig und seine Wirkung

Manuka-Honig hemmt unter anderem einen bakteriellen Auslöser für zahlreiche Magenbeschwerden, wie Gastritis und Magengeschwüren, den Heliobacter pylori. Generell soll Manuka Honig dem Magen-Darm-Trakt Gutes tun und beispielsweise bei Verstopfung oder Durchfall rasche Linderung verschaffen.

Ebenso ist seine heilende Wirkung bei Hautproblemen bekannt und medizinisch belegt. So hilft Manuka-Honig bei schlecht heilenden Wunden oder Narben, Hautinfektionen oder chronische Hautkrankheiten wie Schuppenflechte.

Auch ist belegt, dass Verbrennungen, die mit Manuka-Honig behandelt werden, rascher abheilen. Der Bienennektar lindert zudem zwei weitere, lästige Hautprobleme: Herpes und Akne.

Ebenso positiv wirkt der neuseeländische Honig im Mundbereich: Zahnfleischentzündungen mindert er ebenso, wie er Karies vorbeugen soll.

Nicht zuletzt wirkt der Wunder-Honig sehr gut bei Erkältungsbeschwerden wie beispielsweise Halsschmerzen und Husten. Selbst Bronchitis soll er spürbar lindern. 

In der typischen Erkältungszeit täglich etwas Manuka Honig lutschen, stärkt das Immunsystem.

Manuka-Honig: Anwendung

Die Dosierung ist einfach. Vorbeugend lassen Sie einen halben bis ganzen Teelöffel des Honigs im Mund zergehen. Bei akuten Beschwerden wird 2 bis 3 Mal am Tag ein Teelöffel eingenommen.

Bei Wunden wird etwas Manuka-Honig am besten auf den Wundverband gestrichen, der bei Bedarf gewechselt wird. Bei Beschwerden wie Herpes oder Akne kann der Honig direkt aufgetragen werden.

Manuka-Honig: Was zu beachten ist

Kinder unter einem Jahr sollen keinen Honig zu sich nehmen. Das gilt auch für Manuka-Honig. Honig enthält an sich harmlose Bakterien, die Kleinkindern aber massive Gesundheitsprobleme bescheren können.

Manuka-Honig kann viel, aber nicht zaubern. Bei schwerwiegenden oder chronischen Erkrankungen vor der Einnahme bitte den Arzt konsultieren.

Dies gilt auch, wenn Beschwerden nicht abklingen.

Manuka-Honig enthält so viel Zucker wie anderer Honig. Die Dosierung in Massen ist daher ratsam. Gerade Diabetiker sollten mit ihrem Arzt sprechen, wenn sie den Honig regelmässig als Arznei einnehmen wollen.

Vorsicht: falscher Manuka-Honig

Manuka-Honig boomt und ist teuer. Das lädt Geschäftemacher dazu ein, das Produkt zu fälschen. Beim Kauf sollten Sie daher auf «MGO-» oder «UMF-Gütesiegel» achten.

Zudem hat die grosse Nachfrage nach Manuka-Honig dazu geführt, dass die Südseemyrthe auf grossen Plantagen angebaut wird. Viele Plantagenbetreiber wollen ihren Gewinn steigern und setzen dafür reichlich Pflanzenschutzmittel ein. 

Manuka Honig: Wirkung und Anwendung des besonderen Bienenhonigs

Foto: © LazingBee/ iStock / Getty Images Plus (Bienenvölker auf einer Manuka Plantage)

Allerdings gibt es auch Bauern, die auf den biologischen Anbau setzen. Deshalb empfielt sich, auf Manuka-Honig aus Bioproduktion zu setzen. Denn das kommt auch den Bienen und anderen Insekten zugute. 

Der weite Weg des Manuka-Honig

Konsumenten sollten sich auch bewusst sein, dass der Manuka-Honig zwar einheimischen Honig in Sachen Wirkung toppt. Aber das flüssige Gold muss einen weiten Weg aus Neuseeland zurücklegen. Für's Butterbrot oder um den Tee zu süssen, sollten Sie daher auf einen guten einheimischen Honig zurückgreifen. 

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann, Sabina Galbiati