5 Gründe, warum Sie öfter Knoblauchsrauke essen sollten

Knoblauchsrauke haben Sie noch nie gehört? Dann wird es Zeit. Denn sie ist nicht nur eine ältesten heimischen Gewürzpflanzen, sondern auch richtig gesund.

5 Gründe, warum Sie öfter Knoblauchsrauke essen sollten
Foto: © Redaktion Nachhaltigleben
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Eigentlich war sie mal eine wichtige Zutat in Schweizer Küchen, heute kennen die Knoblauchsrauke aber nur noch Wenige. Dabei hat sie einiges zu bieten und lässt sogar teilweise ihren sehr beliebten Namensvetter, den Knoblauch, hinter sich.

1. Knoblauchsrauke würzt feiner als die weisse Knolle

Ihren Namen erhielt das Kraut, da es beim Zerreiben oder Schneiden einen feinen Knoblauchduft verströmt. Das Wildkraut schmeckt allerdings etwas dezenter als der beliebte Knoblauch und verflüchtigt sich auch schneller, was einem angenehmen Atem nach dem Verzehr sehr entgegenkommt.

Daneben verfügt die Knoblauchsrauke aber auch noch über eine würzige Note, die an Kresse erinnert. Insgesamt ist die Knoblauchrauke somit eine gute Alternative zu Knoblauch, mit dem sie übrigens nicht verwandt ist.

2. Das wilde Kraut kann Beschwerden lindern

Die Knoblauchsrauke wird bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Sie wirkt beispielsweise schleimlösend bei Atemwegserkrankungen, antibakteriell und leicht harntreibend. Als Brei aufgetragen mildert sie zusätzlich die Folgen eines Insektenstiches.

 

An gesunden Inhaltsstoffen liefert die Knoblauchrauke aber auch sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa wertvolle Saponine, gesunde Enzyme und Flavonoide, welche die menschlichen Zellen schützen.

3. Knoblauchsrauke liefert wichtige Vitamine

Die vielseitige Pflanze wartet unter anderem mit viel Provitamin A auf, bekannt als Carotionoid, welches vor Krebs schützen soll und wichtig für zahlreiche Stoffwechselprozesse ist. Dazu enthält die Knoblauchrauke grössere Mengen an Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt.

4. Verwendbar ist sie von der Wurzel bis zum Samen

Neben den am häufigsten verspeisten Blättern mit ihrem typischen Knoblaucharoma können Sie praktisch alle Pflanzenteile der Rauke essen. Die weissen Blüten, welche sie im Sommer trägt, schmecken ebenso würzig und sind eine schöne Dekoration, etwa auf dem Salat.

Die Knoblauchsrauke ist ähnlich dem Bärlauch, aber nicht ganz so scharf

Foto: © michael meijer / iStock / Getty Images Plus

Dagegen haben die langen, ebenfalls essbaren Pfahlwurzeln ein sehr scharfes Aroma, das heute auch schon Spitzenköche wiederentdecken. Zum Würzen verwenden lässt sich die Wurzel fein gerieben.

Auch die Samen sind essbar und besitzen eine deutlich pfeffrige Note, wodurch sie dem Pfeffer Konkurrenz machen können. Am besten nutzen Sie diese, indem sie im Mörser zermahlen werden.

5. Für Rezepte jeder Art eignet sich die Knoblauchsrauke

Am besten essen Sie das Wildkraut roh, zum Beispiel in Quark und Pesto oder als Beilage aufs Brot, so behält es alle seine gesunden Inhaltsstoffe. Aber es lässt sich auch sehr gut zum Kochen verwenden, und zwar in allen möglichen Rezepten als Würze. .

In der warmen Küche wird das Würzkraut idealerweise erst kurz vor dem Servieren über die Speisen gegeben. Dadurch verkochen die Vitamine nicht und bleiben zum grössten Teil erhalten. 

Und wenn Sie eine Hand voll Blätter der Knoblauchrauke in Öl einlegen, bekommen Sie eine angenehm scharfe Würze, etwa für Fleischgerichte oder einen ausgefallenen Salat. Wie Sie so ein Kräuteröl ganz einfach selbst herstellen, erklärt der Beitrag «Für die ganz eigene Würze feine Kräuteröle selber machen».

Wann und wo Sie Knoblauchsrauke sammeln

Die Knoblauchsrauke treibt bereits im zeitigen Frühjahr erste Blätter. Das dann noch eher niedrig wachsende Wildkraut bildet zunächst nierenförmige Blätter aus. Nach oben hin bekommt die bis zu einen Meter hohe Pflanze dann spitze, fast dreieckig geformte Blätter.

In der Blüte ist die Pflanze von April bis etwa Juli. Dann schmückt sie sich mit vielen kleinen weissen Blüten, die viele Nektarsammler anziehen. Im Spätsommer bildet die Knoblauchrauke schliesslich wenige Zentimeter lange Samenschoten. Die fast schwarzen Samen darin sind nur einige Milimeter gross.

Zu finden ist die Pflanze an Waldrändern, in lichten Laubwäldern oder in Parkanlagen, an oder unter Gebüschen, bei Mauern oder gar im eigenen Garten. Sie bevorzugt prinzipiell eher schattige Bereiche und nährstoffreiche Lehmböden.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Knoblauchsrauke vor Ihnen wächst, dann einfach mal ein Blatt zwischen den Fingern reiben. Der Geruch nach Knoblauch müsste deutlich wahrnehmbar sein.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann im Mai 2018