Powerobst Granatapfel: Darum sollten Sie ihn regelmässig essen

Die Kerne des Granatapfels schmecken nicht nur lecker. Die Inhaltsstoffe wirken auch positiv auf unseren Körper. Wie gesund die Frucht tatsächlich ist und wie Sie den Granatapfel richtig entkernen.

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Gesunder Grantatapfel: Was ist drin und wie gesund ist seine Wirkung?
Foto: © GeorgeDolgikh / iStock / Thinkstock

Saison hat der besondere rote Apfel von September bis Januar, dann wenn er in Marokko, Spanien oder Israel reif gepflückt wird. Näher an der Schweiz liegende Anbaugebiete als diejenigen im Mittelmeerraum gibt es leider kaum, daher sollten wir den Granatapfel besser nicht täglich essen.

Gelegentlich bringt die Frucht aber eine gesunde Abwechslung auf den Speiseplan. Welche Inhaltsstoffe, die Frucht so gesund machen, welche Wirkung sie haben kann, plus eine Anleitung, wie Sie den Saft ganz einfach selber machen.

Die gesunden Inhaltsstoffe der Frucht

Die gesunde Frucht glänzt mit einem besonders hohen Gehalt an Kalium, was ein ebenso wichtiger Inhaltsstoff ist, wie das im Superfood enthaltene Kalzium und Eisen. Dazu enthält der Apfel viele Vitamine wie Vitamin C, Vitamin E oder auch B-Vitamine, weshalb er unter anderem eine positive Wirkung auf das Immunsystem hat.

Noch wichtiger für die Wirkung der roten Frucht sind die enthaltenen Antioxidantien, sogenannte Polyphenole und Flavonoide. Diese Inhaltstoffe findet man in dem gesunden Obst reichlich und sie sorgen, wie in anderen Früchten mit roter oder dunkler Schale, für die markante Farbe der Granatapfelkerne.

Antioxidantien, zum Beispiel die enthaltenen Polyphenole, haben eine medizinische Wirkung auf unsere Gesundheit. Sie wirken entzündungshemmend, schützen unsere Zellen vor freien Radikalen (oxidativer Stress) und reduzieren die vorzeitige Zellalterung. Weiterhin sollen die enthaltenen Antioxidantien unsere Blutgefässe vor Verkalkung schützen.

Die wertvollen Inhaltsstoffe und Nährwerte

(pro 100 g Granatapfelkerne, ohne Schale und Haut)

Kalorien  74
Wasser 79,1 g
Eiweiss 0,7 g
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate davon Zucher/Glukose/ Fruktose 16,1 g (15,1 g/ 7,2 g / 7,9 g)
Ballaststoffe 2,2 g
Pektin 1,5 g
Vitamin C 10 mg
B-Vitamine, Folsäure 0,1 mg
Vitamin E 0,2 mg
Kalium 220 mg
Phosphat 15 mg
Magnesium 12 mg
Kalzium 8 mg
Eisen 0,5 mg
Zink 0,3 mg

Die medizinische Wirkung des Granatapfelsafts

Sowohl die Kerne als auch der daraus gewonnene Saft haben eine positive Auswirkung auf die Gesundheit.

Tests ergaben, dass sich die Arteriosklerose genannte Verengung der Blutgefässe nach dem täglichen Genuss eines Glases Granatapfelsaft nicht weiter verschlechtert oder sogar zurückgehen kann. In klinischen Studien wurde belegt, dass sich bei Patienten mit verengten Halsschlagadern beim täglichen Konsum von 240 ml Saft die Ablagerungen um 35 Prozent reduzierten.

Der regelmässige Konsum von Granatapfelsaft soll laut klinischen Studien der Vanderbilt University ausserdem die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken mindern.

Zudem gibt es zahlreiche kleinere Studien, die darauf hinweisen, dass dass Granatapfelsaft eine gesundheitsfördernde Wirkung bei diversen Krebserkrankungen hat. So haben die roten Kerne offenbar geringfügig den Effekt, die gefährlichen Zellen bei Krebs an Prostata, Brust, Lunge, Haut und Darm schrumpfen zu lassen.

Zudem haben die Antioxidantien des Granatapfelsafts eine gute Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System (blutdrucksenkend).

Granatapfel entkernen: So wird's gemacht

Wenn Sie ohne Mühe an die Granatapfelkerne gelangen möchten, dann gibt es hierfür zwei Varianten.

Variante 1

Granatapfel halbieren, besser vierteln, und über einer grossen Schüssel die Kerne mit einem Kochlöffel herausklopfen. Anschliessend die Innenhäute entfernen.

Tipp: Halten Sie die offene Seite des Apfels in der hohlen Hand, dann spritzt der Saft nicht so. Ihr Lieblingsshirt sollten Sie dabei trotzdem nicht tragen, denn die Flecken sind mühsam zu entfernen. Gallseife hilft aber meistens.

Variante 2

Scheiden Sie zunächst den Strunk in Form eines Quadrates aus. Dann von den Kanten her die harte Schale bis auf die Unterseite einschneiden und anschliessend, wie bei Variante 1, die Kerne herausschlagen. Wenn der Strunk entfernt ist, dann lösen sich die Kerne etwas leichter.

Nachhaltigkeitstipp: Exotische Früchte sind meist das ganze Jahr im Handel verfügbar. Für den besseren Durchblick, wann was frisch und zur richtigen Jahreszeit in der Obsttheke zu finden ist, hilft der Beitrag:  «Saisonkalender für exotische Früchte».

Granatapfelsaft selber machen

Wer die Kerne nicht einfach so essen möchte, kann ganz einfach Saft daraus machen. Der Saft ist sehr beliebt, nicht nur weil er eine gesunde Wirkung hat, sondern auch weil er lecker herb-süss schmeckt.

Nachhaltigleben

Granatapfelsaft hat eine gute Wirkung auf den Körper. Foto © HandmadePictures  iStock / Getty Images Plus

Das weisse Fruchtfleisch, das die einzelnen Kerne umgibt, sollte für den Saft unbedingt ebenfalls verwendet werden. Es gilt dank der vielen Bitterstoffe als gesund und soll eine positive Wirkung auf die Fettverbrennung und den Magen haben.

Wenn Sie eine Saftpresse in der Küche haben, lösen Sie die Kerne wie oben beschrieben aus der Schale und machen mit maschineller Unterstützung ganz einfach Saft daraus.

Ist dies nicht der Fall, können Sie auch auf eine klassische Orangen- oder Zitronenpresse zurückgreifen, um an den roten Saft zu gelangen.

Die dritte Variante geht so: Rollen Sie die ungeschälte Frucht mit regelmässigem Druck über einem Holzbrett oder einem Holztisch hin und her. Mit der Zeit lösen sich so die Granatapfelkerne aus dem Fruchtfleisch und platzen im Innern der Frucht auf. Wenn sich die Frucht rundherum weich anfühlt, sind die Kerne soweit: Nun einfach an einer Stelle die Schale einschneiden, mit beiden Händen gut auf die Frucht drücken und den Saft in einem Glas auffangen.

Wem der Saft zu kräftig ist, verdünnt ihn am besten mit etwas kaltem Wasser.

Mythologische und symbolische Bedeutung

Bereits im Heiligen Römischen Reich war der Granatapfel (Punica granatum) ein Symbol der Macht. Dies setzte sich in mittelalterlichen Krönungsinsignien fort, die oft auch einen sogenannten Reichsapfel enthielten. Sein Vorbild: Der Granatapfel.

Der Granatapfel ist zudem ein Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und ewige Jugend, letzeres wohl wegen dem Anti-Aging-Effekt, der ihm nachgesagt wird. Es gibt zahlreiche mittelalterliche Bilder, auf das Obst aus diesen Gründen abgebildet wurde (Beispiel: Sandro Botticelli, Madonna mit Granatapfel, 1487).

Der Punica granatum spielt sowohl in der griechischen Mythologie, der Bibel und dem Koran eine wichtige Rolle. In der Katholischen Kirche ist er ein Symbol für Jesus.

Der Granatapfel ist zudem Namensgeber der spanischen Stadt Granada, der Schmucksteingruppe Granat und für die (Hand-)Granate. Schliesslich befindet er sich auf dem Staatswappen Spaniens (ganz unten in der Mitte).

 

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