Tschüss, Chia! Aus 6 Gründen essen wir lieber Leinsamen

Chiasamen werden als das Superfood überhaupt verehrt. Dabei haben Leinsamen mindestens genauso viel zu bieten. Und sie müssen nicht von weit her anreisen.

Tschüss, Chia! Aus diesen 6 Gründen essen wir lieber Leinsamen
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In Chiasamen stecken viele sehr gesunde Inhaltsstoffe. Doch diese finden sich auch in vielen anderen Lebensmitteln, wie etwa in Leinsamen oder -öl. Bei einigen übertrifft das hierzulande schon lange bekannte Superfood den Neuling Chiasamen sogar.

Und Leinsamen haben noch weitere Vorteile. Diese sechs Argumente haben uns überzeugt, dass in den Joghurt oder Smoothie besser Lein- statt Chiasamen gehören:

1. Chia fördert die Verdauung – Leinsamen auch

Über Nacht in Wasser eingelegt, bilden Chiasamen eine wirkungsvolle Schleimschicht. Diese besteht aus Ballaststoffen, welche die Verdauung fördern, lange satt machen und im Idealfall sogar beim Abnehmen helfen.

Mehr als 15 g Chiasamen pro Tag können zu Verdauungsstörungen führen.

Was Chia damit erreicht, schaffen aber auch Leinsamen bestens. Einziger Unterschied ist, dass die Ballaststoffe dabei im Samen stecken und nicht darauf liegen. Wer den Effekt mit Leinsamen möglichst gut ausnutzen möchte, kann sie daher vor dem Einweichen schroten, um das Innere freizulegen. So zerkleinert, hilft es der Verdauung aber auch schon, wenn Sie die Leinsamen einfach einem Joghurt oder dem Müesli zugeben.

2. Beim Eisen gewinnt das heimische Superfood

Eisen ist wichtig für den Transport von Sauerstoff im Blut. Zudem stärkt es das zentrale Nervensystem. An Eisenmangel zu leiden, kann Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder auch brüchige Nägel und Haare sowie ein gesenktes Immunsystem hervorrufen.

Deshalb sollten Sie darauf achten, ausreichend von dem Spurenelement zu sich zu nehmen. Und dafür sind Chiasamen unter anderem eine sinnvolle Quelle. 6.5 mg Eisen auf 100 g sollen sie in etwa enthalten. Leinsamen übertreffen dabei allerdings Chia, nämlich mit im Schnitt 8.2 mg des wichtigen Nährstoffes.

3. Chiasamen haben weniger gesunde Fette

Beide Lebensmittel enthalten sehr viel an gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Leinsamen liegen dabei in etwa gleich auf mit den Chiasamen. In Form von Leinöl übertrifft das heimische Superfood allerdings das weit gereiste extrem. Bis zu 65 g pro 100 g bestehen aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bei Chiasamen sind es weniger als die Hälfte davon.

Leinsamen und Leinöl sind ein echtes Superfood.

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Zudem ist bei Leinsamen das Verhältnis von gesunden Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren ein wenig besser. Diese sind beispielsweise eine gute Nervennahrung, schützen das Herz und sorgen für einen gesunden Cholesterinspiegel.

4. Protein liefern beide ungefähr gleich

Proteine sind wichtig für den Muskelaufbau, ein Mangel daran kann das Immunsystem schwächen. Pflanzliche, proteinreiche Lebensmittel haben zudem den Vorteil, dass sie, im Gegensatz zu tierischen Produkten, wenig Fett enthalten und somit insgesamt gesünder sind.

Chiasamen haben von diesen wichtigen Proteinen einen grossen Anteil. Aber auch bei dieser Zutat können Leinsamen durchaus mithalten.

5. Chiasamen müssen viel weiter reisen

Noch ist die Zahl der Anbauflächen begrenzt, die in der Schweiz Leinsamen und -öl hervorbringen. Doch das alte Superfood wird langsam wiederentdeckt. Und so kommen die Lebensmittel aus Lein immer öfter von Schweizer Feldern.

Die empfohlene Tagesdosis Leinsamen liegt bei 20-30 g. Es können aber bis 45 g gegessen werden.

Chiasamen haben es da viel weiter. Anbaugebiete sind etwa Mexiko, China, Indien oder auch Australien. Damit sind sie, was die Nachhaltigkeit angeht, definitiv das schlechtere Korn von den beiden.

6. Leinsamen kosten weniger als die Hälfte

Die beste Nachricht kommt zum Schluss. Leinsamen machen Chia nicht nur bei den Inhaltsstoffen Konkurrenz und sind viel nachhaltiger beim Transport. Sie sind auch sehr viel günstiger. Für 100 g Bio-Leinsamen zahlen Sie nur etwa die Hälfte bis ein Drittel von dem, was Chiasamen kosten.

Während das kg Bio-Chiasamen schon mal mit über 20 Franken zu Buche schlägt, kostet die gleiche Menge Leinsamen in Bio-Qualität ungefähr sieben bis zehn Franken. Leinsamen oder -öl kaufen können Sie im Einzelhandel. Dort gibt es die Produkte jedoch nicht immer aus Schweizer Anbau. Aber der Online-Handel hat diverse Angebote, bei denen der Lein hierzulande gewachsen ist.

Autoren: Jürgen Rösemeier-Buhmann / Bianca Sellnow, im März 2018