Zum Inhalt

Engagiert auf Vaikuntha: Gnadenhof trifft biologische Landwirtschaft

Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe laufen frei herum und dem angebauten Gemüse wird in seinem Wachstum niemals einer Chemikalie zu Leibe rücken. Vaikuntha Gemüsegärtnerei und Gnadenhof heisst die von Fränzi und Dani unweit von Zürich betriebene biologische Landwirtschaft, die Nutztieren eine Heimat fernab von Schlachthöfen bietet.

Schweizer Landwirtschaft, Biolandwirtschaft und der Gnadenhof Vaikuntha
Auf dem Gnadenhof Vaikuntha sollen Tiere nicht mehr länger in Angst leben.

Biologische Landwirtschaft auf der Vaikuntha Farm

Die beiden hartarbeitenden Landwirte, Franziska und Daniel Schmid, haben es sicherlich nicht leicht. Da gibt es keine chemischen Helferlein für den Pflanzenschutz und Wachstum, stattdessen prägt unglaublich viel Handarbeit die biologische Landwirtschaft. Mist der Gnadenhoftiere landet zusammen mit Grünabfällen wieder im Ackerboden für dessen Fruchtbarkeit, Steinhaufen werden für viele Nützlinge errichtet, selbst umgestürzte Bäume werden an Ort und Stelle liegengelassen, um Lebensräume für Freund und Feind im Garten zu schaffen.

Vaikuntha, die etwas andere Schweizer Landwirtschaft

Die genannten, teils aufwändigen aber nachhaltigen Massnahmen sorgen idealerweise für einen geschlossenen Nährstoffkreislauf der keinerlei chemische Hilfe benötigt, gesundes Ackerland und gesunde, biologische Kost inklusive. Das ist das, was Agrarbetriebe heute oftmals vergessen haben, die Grundlagen der biologischen Landwirtschaft auf die einfache, nachhaltige und rein natürliche, wenn auch mühevollere Art. 

2 von 8

Gnadenhof Vaikuntha: Gemüse selbst anbauen und den Hof finanzieren

Auf dem Begegnungshof Vaikuntha werden Obst und Gemüse biologisch angebaut und auf dem Hof oder auf dem Züricher Wochenmarkt, direkt vor dem Bahnhof Enge, verkauft. Durch den Mist der Farm-Tiere werden die Pflanzen immer gut gedüngt. Foto: Vaikuntha

Doch die biologische Landwirtschaft hat viele Vorteile. Hier ist alles im Gleichgewicht, Schädlinge nehmen nicht überhand, die Natur wird sich grösstenteils selbst überlassen, das Gemüse ist garantiert «bio», ohne Zusatzstoffe und Nebenwirkungen. Und dass solche Produkte aus einer nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft wie dem Vaikuntha auch noch schmecken, erfahren mehr und mehr Kunden beim wöchentlichen Besuch am Gemüsestand der beiden Enthusiasten auf dem Züricher Wochenmarkt, direkt vor dem Bahnhof Enge. Das ist Danis Job, denn er ist derjenige, der sich hauptsächlich um die biologische Landwirtschaft und den Gnadenhof kümmert. Zwar arbeitet auch Franzi sehr viel auf dem gemeinsamen Hof, doch der Ertrag deckt lange nicht die Kosten, weshalb sie als medizinische Praxisangestellte noch «nebenbei» ein 80 Prozent Pensum abarbeiten muss.

Der Vaikuntha Gnadenhof: Tiere sollen keinen Nutzen haben

Fränzi und Dani wollen weg von der Nutztierhaltung, werden nicht müder zu betonen, dass auch Tiere, die sonst im Schlachthof landen und vorher oftmals eng zusammengepfercht gehalten werden, ebenso Individuen sind, die schützenswerte Persönlichkeiten haben. Das ist für Fränzi und Dani so normal, wie für andere, Hunde oder Katzen als besten Freund zuhause zu haben, die man auch um jeden Preis vor dem Gang zum Schlachter schützen würde. So wird auch mal für 500 Franken eine Kuh «freigekauft», die für einen Bauern keinen Nutzen mehr hat. Diese und die anderen Tiere sollen angstfrei leben können auf dem Gnadenhof Vaikuntha. Vaikuntha, ein Sanskrit-Wort drückt genau dies aus, angstfrei Leben in vollkommener Aufgehobenheit.

Wie biologische Landwirtschaft zum Event wird

Ein Apéro im Freien oder im urigen Tipi, die Begehung des Biogartens, hautnaher Kontakt zu den glücklichen Tieren und danach auf dem offenen Feuer eine herzhafte Mahlzeit zubereiten. So oder so ähnlich könnte der Besuch einer Schulklasse oder einer anderen kleinen Gruppe auf diesem Bauernhof der etwas anderen Art aussehen. Denn nach Voranmeldung laden Fränzi und Dani alle Interessierten dazu ein, ihr nahezu einmaliges Schweizer Domizil zu besuchen und mehr über das Leben auf dem Hof zu erfahren. Mehr Informationen gibt es hier.

Schweizer Landwirtshaft und Gnadenhöfe in der Schweiz

Die Schweizer Landwirtschaft ist, zusammen mit Österreich, jene in Europa mit der grössten Fläche für biologische Landwirtschaft.

2009 trugen 11,1 % der Schweizer Landwirtschaftbetriebe das Bio-Label, sogar 20 % der Bergbauernhöfe.

Heutzutage gibt es einige Gnadenhöfe in der Schweiz. Sie sind aber nicht nur reine Schlachthausgegner, denn jedes Tier erhält hier sein Gnadenbrot, auch mal ein verletztes, gequältes, wirtschaftlich «unnützes» oder ausgesetztes Tier.

Gnadenhöfe in der Schweiz, ebenso wie in anderen Ländern, funktionieren nur mit viel Engagement. Zur Finanzierung sind Spenden oder Patenschaften willkommen.

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

0 Kommentare

?
Weitere Artikel
Grüne Spargeln kochen: So werden die Stangen genau richtig Grüne Spargeln kochen: So werden die Stangen genau richtig Über 10 Tonnen weniger Food Waste durch Verkauf von altem Brot Über 10 Tonnen weniger Food Waste durch Verkauf von altem Brot In diesen Zürcher Bioläden shoppen Sie nachhaltig In diesen Zürcher Bioläden shoppen Sie nachhaltig Regionales Gemüse ist nicht immer umweltfreundlicher Regionales Gemüse ist nicht immer umweltfreundlicher Diese Restaurants in Zürich kochen regional und saisonal Diese Restaurants in Zürich kochen regional und saisonal Schwarzen Reis kochen: Das musst du bei der Zubereitung beachten Schwarzen Reis kochen: Das musst du bei der Zubereitung beachten

Meistgelesene Artikel

Neues
Was kann ich alles mit Bärlauch machen? 13 feine Rezept-Ideen Was kann ich alles mit Bärlauch machen? 13 feine Rezept-Ideen Mit Einfrieren, Trocknen und mehr: So kannst du Bärlauch haltbar machen Mit Einfrieren, Trocknen und mehr: So kannst du Bärlauch haltbar machen Bärlauch sammeln: Wie du das Kraut erkennst und richtig erntest Bärlauch sammeln: Wie du das Kraut erkennst und richtig erntest Gesundes Vollkornbrot selber backen: Mit diesem Rezept geht’s im Nu Gesundes Vollkornbrot selber backen: Mit diesem Rezept geht’s im Nu Palmöl in Schoggi und Co: Wie unser Konsum den Orang-Utan bedroht Palmöl in Schoggi und Co: Wie unser Konsum den Orang-Utan bedroht Sehhilfe statt Wegwerfaccessoire: Worauf es bei einer nachhaltigen Brillenwahl ankommt Sehhilfe statt Wegwerfaccessoire: Worauf es bei einer nachhaltigen Brillenwahl ankommt

Anmelden oder Registrieren

Melde dich kostenlos an, diskutiere mit anderen User:innen und speichere deine Artikel.
Anmelden Registrieren

Speichere deine Artikel

Logge dich ein oder erstelle einen Account und du kannst deine Artikel für später speichern.
Anmelden Registrieren