Steckrüben-Rezepte: Das fast vergessene Wintergemüse neu entdecken

Sie wurde lange Zeit lediglich als Viehfutter genutzt, landete allenfalls bei der ärmeren Bevölkerung in den Töpfen. Dabei ist die Steckrübe ein delikates Wintergemüse, das nur so vor gesunden Inhaltsstoffen strotzt und auch die Kalorienbewussten unter uns begeistert. Was die Rübe so alles kann und wie sie zubereitet wird.

Steckrüben-Rezepte für Geniesser
Von wegen, es fehlt in der Winterzeit an Abwechslung in der Küche. Viele alte, heimische Gemüsesorten werden heute glücklicherweise wiederentdeckt und bereichern die winterliche Küche. So wie die Steckrübe. Foto: Svetlana Kolpakova, iStock, Thinkstock
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Die Steckrübe ist unter zahlreichen Namen bekannt, wird Wruke, Kohlrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi oder auch Schwedische Rübe genannt. Die gut lagerfähige, süss-würzige Rübe hat nur wenig Kalorien, steckt dafür aber voller wichtiger Inhaltsstoffe. So reichen bereits 300 Gramm des Wintergemüses, um den täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken. Ideal also, um Schnupfen, Halsschmerzen und Co. im Winter den Kampf anzusagen. Weitere enthaltene Vitamine sind Vitamin B1, B2 und Provitamin A, zudem sind in Steckrüben Beta-Karotin und Mineralstoffe wie Kalzium zu finden.

Die kalorienarme Steckrübe ist besonders vielseitig

Das Tolle an der Steckrübe ist, dass sie die Eigenschaft hat, den Geschmack anderer Kochpartner anzunehmen. Wird sie mit Karotten gekocht, dann schmeckt sie danach, das Gleiche gilt, wenn man sie mit Kohlrabi, Sellerie, Äpfeln oder Gurken zubereitet.

Grundsätzlich ist dadurch die Mischung mit anderen Zutaten eine gute Möglichkeit für all jene, die den erdigen Beigeschmack – wie bei Randen oder Rote Beete – etwas mildern möchten. Dieser kann aber auch durch Zucker, Zitronensaft oder Essig im Kochwasser abgeschwächt werden.

Dabei schmeckt die die Rübe nicht nur gekocht als Brei oder gedämpft. Denn ebenso kann man die Steckrübe roh essen, zum Beispiel kleingeschnitten oder geraspelt und mit Äpfeln und Karotten ergänzt.

Powerauflauf: Steckrüben-Rezept auch für Vegetarier

Tim Mälzer, der deutsche TV-Koch, ist bekannt für seine einfachen, bodenständigen und doch sehr feinen Gerichte. Sein Steckrüben-Rezept-Tipp, aktuell im Magazin Essen & Trinken: Kartoffelsteckrüben-Auflauf mit oder ohne Speck.

Dieses Steckrüben-Rezept ist herrlich saftig und hat optional eine verführerisch-knusprige Kräuter-Speckkruste. (Für Vegetarier geht es auch sehr gut ohne.)

Die Zutaten für vier hungrige Personen:

300 ml Schlagsahne

200 ml Milch

500 g festkochende Kartoffeln

300 g Steckrübe

2 El weiche Butter

1 Bund glatte Petersilie

1 Bund Majoran

100 g alte Brötchen oder Baguette

100 g Speck (optional)

Geriebene Muskatnuss

Salz, Pfeffer

3 Lorbeerblätter

 

Zunächst Sahne, Milch und Lorbeerblätter aufkochen, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen, ein paar Minuten ziehen lassen. Dann die Kartoffeln und die Steckrübe für dieses Rezept schälen, in feine Streifen schneiden oder hobeln, vermengen und in eine grosse, zuvor gebutterte Auflaufform füllen. Sahnemischung darüber und im heissen Ofen bei 200 Grad – bei Umluft 180 - im unteren Ofendrittel für 40 Minuten backen.

In der Zwischenzeit Petersilien- und Majoranblätter von den Stielen zupfen und zusammen mit den Brötchen oder Baguette grob zerkleinern (im Mixer, Blitzhacker, o. ä.). Die Brösel mit dünnen Speckstreifen mischen und nach 40 Minuten auf den Steckrüben-Auflauf geben. Nur noch ein paar Butterflocken darüber verteilen und nochmals 10 bis 15 Minuten goldbraun backen. Ist der Auflauf noch nicht «golden» genug, dann den Auflauf auf eine höhere Schiene stellen und kurz den Grill anschalten.

Wer übrigens keine Steckrüben für dieses Rezept bekommt, kann es auch mit Kürbis oder Sellerie variieren.

Weitere Rezepte mit Steckrüben, Topinambur, Pastinaken und anderen alten Gemüsesorten finden Sie hier

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Alte Gemüsesorten neu entdeckt: Leckere Steckrüben Suppe

Zauberhaftes Herbst-Rezept: Steckrübensuppe mit feinen Croûtons
Das Geheimnis der kalorienarmen Steckrübe, die lange Zeit als Armeleuteessen galt, ist ihr feiner, buttriger Geschmack. Dieser kommt aber erst zum Vorschein, wenn sie entsprechend lange gekocht wird. Daher sollte die Suppe mit diesem Herbstgemüse schon 75 Minuten kochen.
Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Steckrüben, 150 g Kartoffeln, 3 kleine Zwiebeln, ½ Stange Lauch, ½ Knoblauchzehe, 100 g Sauerrahmbutter, 3 Lorbeerblätter, Salz, frischer, schwarzer Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss, 4 TL saure Sahne zum Garnieren; Für die Croûtons: 1 Brötchen oder ein Stück Baguette vom Vortag, 2 EL Butter, 1 Bund Kerbel

Zunächst die Steckrüben schälen und würfeln. Geschälte Kartoffeln ebenfalls würfeln, Zwiebeln und gewaschenen Lauch in feine Scheiben schneiden und Knoblauch andrücken. Als Grundlage werden die Steckrübenschalen mit einer Prise Salz und einem Lorbeerblatt in 1,5 Liter Wasser für etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze gekocht. Dann den Sud durch einen feinen Sieb giessen und Beiseite stellen.
Parallel in einem flachen Topf die Butter schmelzen, Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten, Steckrüben, Lauch, Kartoffelwürfel und 2 Lorbeerblätter hinzugeben und bei geringer Hitze etwa 20 Minuten garen.

Nun mit der Brühe aufgiessen, mit Salz und Pfeffer würzen, und etwa eine Stunde köcheln lassen. Anschliessend die Lorbeerblätter entfernen, passieren und mit Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Kurz vor Ende der Garzeit das kleingewürfelte Brot oder das Brötchen in der zerlassenen Butter goldbraun anrösten. Nun kann die deftige Suppe aus dem Herbstgemüse auf Tellern angerichtet werden. Croûtons und eine ordentliche Portion kleingezupfte Kerbelblätter darüber und mit einem Klecks saurer Sahne garnieren. Auch fein dazu: Maroni aus dem Backofen. Fotos: © evgenyb / iStock, Martin Poole / DigitalVision / Thinkstock, Collage: Redaktion nachhaltigleben.ch

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Quellen: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Wikipedia, Essen-und-Trinken.de, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann