Bio-Glace selber machen: fruchtige Erfrischung oder cremiger Genuss

Wenn die Tage wärmer werden, beginnt der Heisshunger auf Glace. Viele Schweizer fragen sich dann: Wie gesund ist abgepacktes Eis oder verwendet die Eisdiele um die Ecke tatsächlich Früchte? Wer es genau wissen möchte, sollte Bio-Glace selber machen. Was man dabei beachten sollte, erfahren Sie hier.

Selber gemachtes Bio-Glace ist ein fruchtiges Erlebnis an warmen Sommertagen.
Mit Früchten und Beeren garniert sieht ihr selber gemachtes Bio-Glace besonders lecker aus. Foto: Dusan Zidar, Hemera, Thinkstock
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Sommer, Sonne, Sorbet: Das frisch-fruchtige Dessert kann jeden Sommertag versüssen. Wer abgepackte Eiscreme kauft, schleckt oft viele ungesunde Inhalts- und Zusatzstoffe mit. Um ausgewogener zu geniessen, könnte man auch Sorbet und Bio-Glace selber machen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Alles Bio: Beste Produkte fürs Eis

Die Schweizer Lebensmittelpyramide empfiehlt zwei Portionen Obst – etwa 240 Gramm - pro Tag  zu sich zu nehmen. Äpfel, Birnen oder Himbeeren eignen sich sowohl als gesunde Zwischenmahlzeit als auch  für selber gemachtes Bio-Glace. Wer Früchte aus ökologischem Anbau kauft, isst keine Pestizide mit. Zudem enthält frisches Obst wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese finden sich auch in Tiefkühlkost, weil die Früchte nach der Ernte verarbeitet werden. So bleiben wichtige Inhaltsstoffe erhalten. Ob nun Ahornsirup oder Zucker - nur mit Lebensmitteln in Bioqualität lässt sich echtes Bio-Glace selber machen!

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Joghurt Glace: Erfrischender Glace-Genuss für jeden Geschmack

Mit Joghurt kann man unzählige Glacevariationen ganz leicht ohne Eismaschine selber machen. Für das Basis-Glace verrührt man 650ml Magermilchjoghurt mit einem Päckchen Vanillezucker und dem Saft einer halben Zitrone. Den Joghurt nach Belieben mit Puderzucker süssen. Dann 200 ml Sahne steif schlagen und unter den Joghurt heben. Die Masse in einer Schüssel ins Gefrierfach gestellen.

Damit sich keine Eiskristalle bilden und das Glace schön cremig wird, sollte man es alle 30 Minuten mit einem Schneebesen durchgerühren. Nach 4-5 Stunden müsste das Glace gut durchgefroren sein.

Dieses Grundrezept kann man mit pürierten Früchten vermischen, um zum Beispiel ein köstliches Erdbeer-Joghurt-Glace zu erhalten. Auch beim Servieren kann man das Glace wunderbar mit Nüssen, Früchten oder Saucen abwandeln. Foto: © Wiktory / iStock / Thinkstock

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Herstellung von Eis: Auf die Mischung kommt´s an

Wenn man frische Kiwi mit Joghurt oder Quark vermischt, erhält das Glace einen bitteren Geschmack. Ein in der Frucht enthaltenes Enzym spaltet das Milcheiweiss, weshalb sich die ungewollte Geschmacksrichtung einstellt. Man erreicht ein besseres Aroma, indem man eine gelbe Kiwisorte verwendet oder die grünen Kiwis erwärmt oder aber Konzentrat einsetzt. Vitamin C geht jedoch beim Erhitzen jedoch.

Gesunde «Kalorienbomben» aus Milch: Bio-Glace selber machen

Eiscreme aus Rahm oder fetthaltiger Milch in Bioqualität haben es in sich. Darin sind beispielsweise Inhaltsstoffe wie Zucker und Milchfette enthalten, die letztlich den Kaloriengehalt bestimmen. Das tierische Produkt enthält neben gesunden Milcheiweissen auch Kalzium, das Nägel und Knochen stärkt. Darüber hinaus schleckt man Magnesium, Phosphor, Zink und viele Vitamine mit. Deshalb ist ein hoher Milchanteil gesund, insbesondere wenn man fettreduzierte Milch zur Herstellung von Eis verwendet. Wer zudem Nüsse, Rumrosinen oder Schokolade unter das Glace mischt, sollte beachten, dass man zusätzlich den Energiegehalt erhöht.

Ungesunde Dickmacher

Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) sollte man Süssigkeiten mit zu viel Fett und Zucker meiden. Verstärkter Konsum kann u.a. zu Herz-Kreislaufkrankheiten führen und das Diabetisrisiko erhöhen. Um Dickmacher wie Sahne oder Rahm zu umgehen, sind Wasserglaces eine erfrischende Alternative, die «nur» aus Wasser, Zucker und Fruchtbestandteilen bestünden, sagt Martina Ammann, diplomierte Ernährungsberaterin HF.  Diese enthielten im Vergleich zu Rahmglaces viel weniger Kalorien. «Wenn man jedoch nicht gerne Wasserglaces isst, bietet sich die Herstellung von Glaces mit Milch oder Joghurt und Früchten an.» Zum Vergleich: Eine Kugel Rahmglace (50 Gramm) schlägt mit 86 Kalorien, vier Gramm Fett und zehn Gramm Zucker zu Buche. Hingegen schleckt man mit einer Kugel Sorbet nur 68 Kalorien und 16 Gramm Zucker. Man sollte mit Blick auf den Energiegehalt Milchprodukte bevorzugen, die als fettarm gekennzeichnet sind. Damit ist das Tagesziel – maximal  80 Gramm Fett pro Tag – trotz selber hergestellten Bio-Glaces möglich.

Industriell hergestelltes Glacé kann ungesunde Transfette enthalten

Laut einer ETH Studie aus dem Jahre 2007 kann Eiscreme die Gesundheit gefährden. Diese können hohe Mengen an ungesunden Transfettsäuren enthalten. Die Stoffe entstehen durch die  unvollständige Härtung von pflanzlichen Ölen und Fetten. Diese stören jedoch den Stoffwechsel. Transfette erhöhen den Anteil des «schlechten» Cholesterins im Blut. Damit steigt das Risiko, einen Herzinfarkt- oder Schlaganfall zu erleiden. Im Warentest enthielt eine Eissorte (100 Gramm) fast 2 Gramm Transfette. Es scheint, dass diese Stoffe dem Menschen nichts nützen. Man kenne keinen einzigen Hinweis auf eine positive Wirkung, erklärt Paolo Colombani, der diese Studie betreute.

Vorsicht Heisshunger: Fotos von Sorbet kurbeln den Appetit an

Sorbet schmeckt wegen des hohen Fruchtsäuregehalts erfrischend. Darüber hinaus kurbeln sie den Blutzuckerspiegel an, was zu einem schnelleren Hungergefühl führt. Jedoch wies eine aktuelle Studie des Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München nach, dass der blosse Anblick leckerer Speisen den Appetit anregt. Bereits das Foto eines Eisbechers bewirkt, dass das Hormon Ghrelin ausgeschüttet wird. Es regelt beispielsweise die Nahrungsaufnahme. Die Forscher gehen davon aus, dass man darüber verleitet wird, bereits wenige Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen oder eine Kugel Eis zu verzehren. Wer dann zu einem Wasser-Fruchteis greift, kann verhältnismässig kalorienarm den Heisshunger stillen. In jedem Fall sollte man darauf achten, das «Objekt der Begierde» nicht wahllos auszusuchen. Man kann sich jedoch selber austricksen: Um weniger Bio-Glace zu essen, helfen bereits kleine Löffel und Teller. Das bewies Brian Wansink in einem Experiment. Testpersonen erhielten dabei unterschiedlich grosse Schüsseln und Löffel. Am meisten konsumierten diejenigen, die aus einer ein Liter Schale mit grossem Servierlöffel assen.