Regionale Lebensmittel: Spargel und Äpfel aus der Schweiz

Spargel aus Peru ist weniger umweltfreundlich als Spargel aus der Schweiz.

Wieviel Treibhausgas verursacht die Produktion von einem Kilo Spargel? Grafik: ETH Life, ETH Zürich

Spargel: Transport per Schiff besser als per Flugzeug

Wer im April 1 Kilogramm Grünspargel aus Peru kauft, belastet die Atmosphäre mit rund 12 Kilogramm Kohlendioxid Äquivalenten (Äquivalenten stehen hierbei für Kohlenstoffdioxid und andere treibhauswirksame Gase). Denn diese Spargel kommen meist per Flugzeug und das verursacht den hohen Treibhausgasausstoss. «Die Spargel aus Peru sind nicht per se eine Sünde. Es kommt einfach darauf an, mit welchem Transportmittel sie hierher gebracht werden. Kommen sie mit dem grossen Frachtschiff, schneiden sie bezüglich Treibhausgaspotential etwa gleich ab wie wenn sie mit dem Lastwagen aus dem Mittelmeerraum hergebracht werden», gab Franziska Stössel in einem Gespräch mit DRS 2 zu Bedenken.

Kommt ein Kilogramm Spargel nicht per Frachtflugzeug, sondern mit dem Hochseefrachter, wird die Umwelt nur noch mit 1 Kilogramm Kohlendioxid Äquivalenten belastet. Meist betrifft das weissen Spargel, der einen langen Transport per Schiff besser übersteht als Grünspargel. Bei Coop gibt es deshalb seit einigen Jahren keine Aktionen mehr mit Grünspargel aus Peru, Mexiko und Kalifornien. So konnte nach Angaben der Coopzeitung die per Flugzeug importierte Menge von über 1100 Tonnen (2008) auf 680 Tonnen (2009) reduziert werden.

Noch besser schneidet allerdings der einheimische Spargel mit etwa 0,5 Kilogramm CO2- Äquivalenten pro Kilogramm ab. Zudem ist der Wasserverbrauch viel geringer. Wer ökologisch einkaufen will, sollte also bis Mai warten, wenn das Gemüse auch aus der Region kommt.

Äpfel: Lagerung besser als Transport

Schweizer Äpfel werden im September geerntet und müssen während des Winters im Lager gekühlt werden, damit sie auch noch im Juli geniessbar sind. Trotz der verbrauchten Kühlenergie schneiden die gelagerten Schweizer Äpfel in der Ökobilanz besser ab als frische Äpfel aus Neuseeland. 1 Kilogramm Schweizer Äpfel, das über den Winter und den Frühling gelagert und gekühlt werden muss, belastet das Klima bis Juli mit 350 Gramm Kohlendioxid Äquivalenten. Ein Kilogramm Äpfel aus Neuseeland verursacht zur selben Zeit 600 Gramm Kohlendioxid Äquivalenten, hauptsächlich aufgrund des weiten Transportweges per Frachtschiff.

Fazit: saisonal und gleichzeitig regional einkaufen

«Saisongerechte Produkte aus der Region schneiden in den drei Ökobilanzpunkten CO2-Äquivalente, Wasser und Land bei weitem am besten ab», so Franziska Stössel gemäss einem ETH Life Bericht. Sich so zu ernähren, fordert aber vor allem im Winter einiges an Disziplin ab. Tipps für eine nachhaltige Ernährung mit Wintergemüse finden Sie im Artikel «Winter-Gemüse: Kohl und Co. sind Fitmacher für die kalten Tage».

Die Studien von Franziska Stössel haben auch gezeigt, dass es zwar möglich ist, einzelne Produkte umfassend ökologisch zu beurteilen. Es fehlen aber noch weitere Indikatoren, wie zum Beispiel Bodenfruchtbarkeit oder Erosion. «Was aber eher schwieriger ist, ist die Deklaration aller Produkte, gerade, weil sie je nach Saison ganz anders sein müsste», sagt Franziska Stössel.

Einkaufs-Tipps für Obst und Gemüse

  • Kaufen Sie möglichst saisonal und regional ein.
  • Verzichten Sie auf eingeflogene Produkte (bei Coop werden diese Produkte mit einem «By Air»-Label gekennzeichnet)
  • Verzichten Sie auf Gemüse, das aus Gewächshäusern stammt, die mit fossilen Brennstoffen geheizt werden.
  • Verzichten Sie auf Obst und Gemüse aus sehr trockenen und niederschlagsarmen Regionen.

 

Text: Angela Zimmerling

Mehr über das Projekt «Nachhaltiger Konsum von Nahrungsmitteln» der ETH Zürich finden Sie