Geprüfte Einträge fördern Kontakte und Nachhaltigkeit

Beissen Sie genussvoll in das natürliche Obst.

Herzhaft in das natürliche Obst beissen und dabei gesund Ernähren.

Wie genau werden die Einträge auf mundraub.org geprüft?

Wir können nicht alle Einträge prüfen, aber wir schauen uns die Einträge an und nehmen diejenigen heraus, die zweifelhaft sind oder uns komisch vorkommen. Mittlerweile haben wir schon ein Auge dafür. Oder wir schreiben die Leute an und bitten um Klärung. Es gibt aber auch immer mehr Menschen, die ihre Gärten selbst einstellen und teilen wollen.

Seit Kurzem müssen erst Ihre AGB bestätigt werden, um die Website zu nutzen. Wozu?

Zum einen ist es eine Arbeitsminimierung und Absicherung für uns. Es geht auf gar keinen Fall, dass jemand, der denkt, in Nachbars Garten ließe sich gut Kirschen klauen, diesen Ort einstellt. Außerdem bedeuten die AGB für uns auch weniger Arbeit, weil wir aufgrund der Resonanz einfach immer weniger schaffen. Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass so viele Leute und auch Journalisten auf uns aufmerksam werden. Darauf waren wir einfach nicht vorbereitet. Zum anderen hatten wir aber auch zwei Mails von Besitzern erhalten, die gesagt haben, dass bei ihnen Obst gepflückt wurde, das ihnen gehört. Das wollten sie nicht, wir natürlich auch nicht, weshalb wir die Orte sofort von der Seite genommen haben. Wir wollen niemanden verärgern und schon gar nicht zum Diebstahl aufrufen. Unsere Vision ist ja nicht, dass Menschen sich streiten, sondern ganz im Gegenteil: Sie sollen ins Gespräch kommen. Wir wollen, dass Menschen über das Obst miteinander reden.

Klingt wie eine tiefere Philosophie…

Ja, wir möchten, dass Menschen über das Obst in Kontakt kommen. Jung wie alt. Und dass sie ihr Wissen weitergeben, denn gerade junge Leute sollen hinausgehen und das Obst wiederentdecken. Die Menschen sollen wieder anfangen, sich um ihre Umgebung zu kümmern, bewusst zu schauen und zu entdecken. Wir möchten unsichtbares Obst sichtbar machen. Im zweiten Schritt wollen wir dazu anregen, dass das Entdeckte gepflegt oder neu gepflanzt wird.

Und hier kommt der Nachhaltigkeitsgedanke ins Spiel…

Genau. Ich glaube, dass Nachhaltigkeit nicht besser begreifbar ist, als wenn man den Apfel direkt vom Baum pflückt. Vielleicht ein Beispiel: Wir waren auf einer Nachhaltigkeitskonferenz, zu der wir überraschend eingeladen wurden. Dort wird natürlich furchtbar viel geredet, aber niemand kann dieses sperrige Wort Nachhaltigkeit irgendwie begreifen. Man kann es nur begreifen, indem man es anfässt – im wahrsten Sinne des Wortes. Also haben wir uns gesagt: Mundraub muss in die Richtung gehen. Wir haben auf der Konferenz unsere Äpfel angeboten und zum Vergleich einen von diesen super shiny Supermarktäpfeln daneben gestellt. Es war eindrucksvoll zu beobachten, wie ein Kind in einen von den «gemundraubten» Äpfeln biss und sagte: «Mama, der ist lecker!» Das ist Nachhaltigkeit, darum geht es. Es geht darum zu begreifen, dass wir wieder viel mehr regional denken und mit den Ressourcen anders umgehen müssen.

Wie weiß ich denn, welche Standorte lohnen – oder nicht schon abgeerntet sind, wenn ich ankomme?

Wir haben gerade in Deutschland viel mehr Obst, als gegessen wird. Um nichts mehr abzubekommen, müsste es schon eine Massenbewegung werden. Aber: Eine bessere Übersichtlichkeit über die einzelnen Standorte ist geplant. Hier sollen die Nutzer Bewertungen abgeben oder mitteilen können, welche Standorte übernutzt sind. Die werden dann gekennzeichnet.