Klimaschutz beginnt im Supermarkt

Der Wunsch nach einem kleineren CO2-Fussabdruck hat auch die Lebensmittelbranche erreicht. Immer häufiger wird deshalb der CO2-Fussabdruck von Lebensmitteln auf der Verpackung angegeben. Was ökologisch sinnvoll ist, hat bei der Berechnung allerdings auch seine Tücken.

Wer im Supermarkt einkauft sollte für mehr Umweltschutz auf die Klimabilanz der Lebensmittel achten.
Foto: © boggy22 / iStock / Thinkstock
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Dass ein Rangerover mehr CO2 in die Luft bläst als ein Smart ist allseits bekannt. Dass aber bei der Erzeugung von Rindfleisch zehnmal soviel Treibhausgase anfallen wie bei jener von Geflügel, wissen die wenigsten. Oder dass Reis das Klima dreimal stärker belastet als Gerste und Tomaten gar zehnmal stärker als Karotten. Deshalb soll die CO2- Transparenz nun auch bei Lebensmitteln grösser werden.

Einkaufen mit gutem Gewissen liegt im Trend

Mehr denn je wird heute von der Kundschaft gefordert, dass der Handel und die Industrie konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel unternehmen. Und diese auch zeigen. Zum Beispiel auf den Etiketten ihrer Produkte, gleich neben Fettgehalt, Zusammensetzung und Kalorienangaben. Auf Kartoffelchips, Tomaten und anderen Lebensmitteln steht dann, wie viel CO2 bei Anbau, Ernte und Transport pro 100 Gramm anfallen. Dabei soll dem Kunden bewusst werden, dass er den CO2-Ausstoss durch die Wahl der Produkte, die er kauft, beeinflussen kann.

Auch in der Schweiz ist die Diskussion um eine CO2-Deklaration im Gange und erste Schritte wurden bei den Grossverteilern bereits unternommen. So führt Coop Waren mit der Deklaration «by air» in seinem Sortiment, welche Fleisch, exotische Früchte und Gemüse kennzeichnet, die mit dem Flugzeug importiert wurden. Diese Kennzeichnung beziehe sich aber nur auf den Transport des Produktes, erklärt Pressesprecher Nicolas Schmid von Coop. Einen Schritt weiter ist die Migros. Als erste Detailhändlerin in der Schweiz führte die Migros 2008 die CO2-Deklaration für Produkte ein. Sie lässt von unabhängigen Experten die CO2-Emissionen und die Umweltbelastung einzelner Food- und Nonfood-Produkte in fünf klimarelevanten Sortimentsbereichen berechnen. Anschliessend werden die für die Kundschaft relevanten Informationen am Verkaufspunkt mit dem Label «approved by climatop» deklariert. Damit entspricht die Migros dem steigenden Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach Transparenz und nach Produkten, die das Klima möglichst wenig belasten.

Dabei hoffen nicht nur die Grossverteiler vom neuen Umweltbewusstsein ihrer Kundschaft zu profitieren, sondern auch die Schweizer Bauernlobby. Sie sieht ihre Chance in einem neuen Klima-Label, da regionale Produkte bezüglich CO2-Ausstoss in der Regel besser abschneiden als Importprodukte.

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