Saisonale Lebensmittel: Den Jahreszeiten angepasst einkaufen

Im Winter solte man keine Tomaten kaufen

Im Winter wachsen keine Tomaten in der Schweiz und sollten dann auch nicht gekauft werden. Foto: Wavebreakmedia Ltd, Wavebreak Media, Thinkstock

90 Prozent der Schweizer Konsumenten versuchen manchmal oder immer auf saisonale Produkte zu achten (WWF). Doch bei der ganzjährigen Auswahl vergessen viele Verbraucher, welches Gemüse oder Obst gerade Saison hat. In einer WWF-Studie wussten nur 28 Prozent, wann Tomaten in der Schweiz natürlich wachsen. Wer im Winter einheimische Tomaten kauft, belastet die Umwelt enorm. Die Pflanzen werden in Gewächshäusern gezogen, die oftmals mit fossilen Brennstoffen beheizt werden. In dieser Zeit ist es sogar ratsamer, dass Verbraucher spanische Tomaten kaufen. Laut ETH verursacht ein Kilo spanischer Tomaten 75 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als die regionalen, im geheizten Treibhaus gezüchteten Tomaten. Darüber hinaus spielen Energie, Wasser, Dünger- und Pestizideinsatz eine Rolle. Somit helfen auch Bio-Lebensmittel der Umwelt. Durch den Verzicht auf Pestizide oder Kunstdünger schont die Landwirtschaft den Boden und das Grundwasser, was wiederum die Artenvielfalt fördert (ETH).

Was tun im Winter?

In der kalten Jahreszeit ist die Auswahl an frischen und saisonalen Lebensmitteln geringer. Dann gehört Wintergemüse auf den Speiseplan, wie Blumen- und Rotkohl oder Schwarzwurzeln. Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE erklärt: «Die Abwechslung auf dem Menuplan nimmt ab. Wer sich dem Umweltschutz verschrieben hat, sollte sich daran aber nicht stören.» Wer die Winterpause nicht ohne Brokkoli oder Fenchel durchhält, belastet das Klima weniger, wenn das Gemüse ohne Flugtransport oder nicht aus einem beheizten Gewächshaus in den Supermarkt gelangt.

Was gehört weiter zur nachhaltigen Ernährung?

Die Schweiz gehört zur Wegwerfgesellschaft. Laut WWF landet knapp ein Drittel der Nahrungsmittel im Müll. Wer kleinere Mengen an frischen Lebensmitteln einkauft und diese aufbraucht, schützt sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt. Wer auf Fertigprodukte verzichtet, spart echte Energieverschwender ein. Fertiggerichte müssen stetig gekühlt werden, um nicht zu verderben. Nachhaltige Ernährung ist eng mit einem bewussten Einkaufsverhalten verbunden. Denn letztlich bestimmen die Verbraucher mit dem Inhalt ihres Einkaufskorbes mit, was produziert wird.

Weiterführende Links

  • www.ulme.ethz.ch - Test für das eigene Einkaufsverhalten.
  • SKS-Tabelle mit saisonalem Gemüse und Obst – Stiftung für Konsumenschutz informiert Verbraucher.
  • wwf.ch – Alltagstipps für ein nachhaltiges Essen und Kochen vom Umweltverband WWF.

 

 

Text: Kerstin Borowiak

Quellen: WWF, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE (Tabula), ESU Services (Jungbluth), SKS, ETH Zürich

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