Die Ausstellung «clever» informiert über nachhaltiges Einkaufen

Nachhaltig einkaufen ist nicht einfach umzusetzen. Bei der Susstellung «clever» können Sie im fiktiven Supermarkt einkaufen und dabei mehr über die Klimafreundlichkeit oder den Ressourcenverbrauch der gewählten Artikel erfahren.

Die Ausstellung clever zeigt, wie sie nachhaltig einkaufen können.
Der Clever-Supermarkt informiert, wie Sie nachhaltig einkaufen können, Quelle: clever-konsumieren.ch
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Beim grossen Angebot an Lebensmitteln in Schweizer Supermärkten ist die Gefahr gross, den Überblick zu verlieren, welche Produkte fair gehandelt oder ökologisch hergestellt wurden. Sozial- und Öko-Labels bieten da einen guten Anhaltspunkt. «Bio-Label sind eine gute Orientierung für den Konsumenten», meint auch Projektleiterin Liivia Haag der Wanderausstellung «clever – der nachhaltige Supermarkt» im Gespräch mit der SonntagsZeitung. Doch die Labels informieren nicht über alle Aspekte eines nachhaltigen Einkaufs. So sagt das Bio-Label beispielsweise nichts über die Sozialverträglichkeit des Produkts aus. Diesem Manko trägt die Ausstellung Rechnung. In einem fiktiven Supermarkt stehen am Eingang Einkaufskörbe bereit und am Ende des Rundgangs die Kasse. Die Besucher können während des Rundgangs verschiedene Produkte in ihren Einkaufskorb legen. Daneben informieren Animationselemente über das Thema des nachhaltigen Konsums. Am Ende des Rundgangs ist der Einkaufskorb mit diversen Lebensmitteln gefüllt, welche nun anhand von sechs Kriterien auf ihre Nachhaltigkeit hin geprüft werden. Die Kasse druckt dazu eine Quittung mit Einkaufspreis und Spinnendiagramm aus. Das Spinnendiagramm ist ein Sechseck. Jede Ecke steht für ein Kriterium wie Lebensgrundlage (z. Bsp. Gesundheit der Lokalbevölkerung), Klimafreundlichkeit (z. Bsp. Transport), Verschmutzung (z. Bsp. Bioanbau), Ressourcenverbrauch (z. Bsp. Wasserverbrauch), Biodiversität (z. Bsp. lokale Produkte) und Sozialverträglichkeit (z. Bsp. faire Löhne). Für jedes Kriterium können maximal sechs Punkte vergeben werden.

Wenn Sie im Clever-Supermarkt einkaufen, können Sie Ihren Einkaufskorb mit dem einer prominenten Persönlichkeit wie Nationalrat Bastien Girod, OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder oder dem Komiker-Duo Ursus & Nadeschkin auf Nachhaltigkeit hin vergleichen. Das Spinnendiagramm von Bastien Girod zeigt dann beispielsweise nur drei Punkte beim Ressourcenverbrauch. Grund dafür ist zum einen der Kaffe im Einkaufskorb. Bis eine Tasse Kaffee auf dem Tisch steht, werden 140 Liter Wasser verbraucht. Der persönliche Kassenzettel zeigt diese Versäumnisse auf, dokumentiert aber auch gute Entscheidungen, wie beispielsweise Karotten aus dem einheimischen Anbau.

Die Ausstellung gibt dem Konsumenten sechs goldene Regeln für einen nachhaltigen Einkauf mit auf den Weg. Nach dem Motto: «Weniger ist mehr!», sollten Sie nur das kaufen, was Sie wirklich brauchen. Essen Sie regelmässig vegetarisch, denn «das nachhaltigste Rindfleisch ist noch um den Faktor zehn klimaschädlicher als die unökologischste Tomate», meint Projektleiterin Livia Haag dazu. Kaufen Sie wenn immer möglich saisongerecht und regional ein. Wählen Sie Produkte mit Label (Bio-Landbau, fairer Handel, nachhaltige Fischerei, artgemässe Tierhaltung usw.) und meiden Sie Produkte mit Palmöl (oft deklariert als pflanzliche Fette), denn für Palmölplantagen werden wertvolle Tropenwälder abgeholzt.

Ab dem 25. August bis Ende Oktober können Sie die Ausstellung «clever» im Zoo Zürich besuchen. Einzelbesucher müssen nichts bezahlen. Schulklassen werden auf Anmeldung und für ein Entgelt von 120 CHF durch die Ausstellung geführt und erhalten vorgängig Lehrunterlagen zur Einführung. Die Wanderausstellung tourt noch bis Ende 2013 durch die Deutschschweiz und gastiert im Tierpark Goldau, der Stadt Bern und der Stadt Basel. Mehr Informationen zur Ausstellung und den Tour-Daten finden Sie auf www.clever-konsumieren.ch.

Quelle: SonntagsZeitung, clever-konsumieren.ch, biovision.ch, Text: Lea Schwer