Mit Insekten gegen Welthunger und Klimawandel

Insekten sind nährstoffreich, billig und umweltfreundlich. Damit bieten sie enorme Chancen, das Welternährungs-Problem zu lindern und den Klimawandel einzudämmen. Kommen auch in Europa bald Heuschrecken statt Steaks auf den Speiseplan?

Insektenfleisch: Ein Mittel gegen Welthunger und Klimawandel?
Frittierte Heuschrecken gelten in vielen Ländern als Delikatesse. Foto: © Hemera / Thinkstock
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Insektenfleisch steckt voller Vitamine und Mineralien, manche Arten sind sogar eiweissreicher als Fisch. Das sind beste Bedingungen, um Welthunger und einseitige Ernährung  in die Schranken zu weisen. Auch bei der Umweltfreundlichkeit punkten Heuschrecke oder Wasserwanze. Denn Insekten brauchen weniger Futter als Schweine oder Rinder und verursachen nur einen Bruchteil der Treibhausgase, die bei der Viehzucht entstehen.

«Die Vorzüge von Insektenfleisch wurden lange unterschätzt», erklärt Dennis Oonincx vom Forschungszentrum für Agrarwissenschaften an der Universität Wageningen gegenüber zeit.de, «aber in den letzten Jahren ist die Forschung aufgewacht». Im südost-asiatischen Staat Laos werden deshalb inzwischen Insekten systematisch gezüchtet. Auch in anderen asiatischen Ländern und Teilen Afrikas gehören sie schon lange ganz selbstverständlich auf den Speiseplan.

Trotz der vielen Vorteile der Insekten – dass die Europäischen Kuhställe Konkurrenz durch Insektenfarmen bekommen, erscheint unwahrscheinlich. Viele Menschen ekeln sich vor den kleinen Tierchen und möchten sie nicht auf ihren Tellern sehen. Dennoch vermutet Oonincx, dass auch Europäer früher oder später auf den Geschmack kommen werden. «Geschmackliche Vorlieben ändern sich, aber das braucht Zeit», erklärt der Agrarforscher. Die Umwelt würde es jedenfalls freuen.

Quelle: Zeit.de

Text: Leena Heinzelmann