Insekten statt Rind und Schwein? So werden wir in Zukunft essen

Schon lange wird diskutiert, wie man künftig die wachsende Zahl Menschen auf der Welt satt bekommen soll. Vermehrt Insekten als Nahrungsmittel zu nutzen könnte eine Lösung sein. Bald soll es essbare Heuschrecken und Co. auch in der Schweiz im Handel geben.

Werden wir bald statt Poulet Insekten essen?
Foto: © Rolf_52, iStock, Thinkstock
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Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken, von diesen und anderen Insekten ernähren sich heute bereits zwei Milliarden Menschen auf der Welt. Nicht, weil das so hip ist oder ein Nervenkitzel, sondern weil Insekten essen vielerorts schon lange normal ist. Und das aus gutem Grund. Denn die kleinen Krabbler sind nicht nur eine günstige Proteinquelle, sondern auch reich an wichtigen Mineralien.

Im grossen Massstab produziert, könnten die Tiere in den Augen vieler Verfechter der Insektenkost eine umweltfreundliche, schnell zu produzierende Nahrungsquelle sein. Einerseits als Alternative zum Fleisch, andererseits um überhaupt die stetig wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen.

Welche Fürsprecher essbare Insekten haben

Eine Befürworterin essbarer Insekten ist die Grünliberale Nationalrätin Isabelle Chevalley. Sie strebt eine Gesetzesänderung an, wie 20Minuten.ch berichtet. Denn bis dato darf zwar jeder Schweizer gerne Insekten essen, als Lebensmittel für den Handel sind sie jedoch noch nicht zugelassen. Nach einer für diesen Sommer angesetzten Diskussionsrunde im Nationalrat zum Thema Insekten essen könnte sich dies jedoch schnell ändern. Chevalleys Ziel: Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer offiziell als Lebensmittel zuzulassen. Und die Aussichten darauf, glaubt man den Berichten von NZZ und anderen Medien, scheinen nicht schlecht.

International setzt sich unter anderem der Buchautor und Dokumentarfilmer Valentin Thurn für das Essen von Insekten ein. Nach seinem Film über Lebensmittelverschwendung («Taste the Waste») geht er in seinem neuen Werk «10 Milliarden – wie werden wir alle satt?» auf das Thema ein. Darin stellt er klar, dass gezielt gezüchtete, essbare Insekten auch in seinen Augen eine Lösung für den Hunger der wachsenden Weltbevölkerung sein könnten.

Heute schon erhältlich: Essento verkauft Insekten zum essen

Das Ostschweizer Start-Up Essento forscht bereits intensiv daran, wie man essbare Insekten effektiv und regional als Lebensmittel züchten kann. Heuschreckenburger, Vanilleeis mit schokoglasierten Grillen oder Sommersalat mit gegrillten Mehlwürmern werden hier getestet und kamen an Verkostungen von Essento bei einem staunenden Publikum überwiegend gut an.

Die Vorbehalte gegen Insekten auf dem Teller, sieht Matthias Grawehr von Essento im Interview mit 20min.ch gelassen. «Meine Grossmutter war auch erstaunt, als sie Shrimps auf dem Teller sah», so geschehen vor 50 Jahren. Insekten essen oder nicht hat letztlich viel mit Gewohnheit und der etablierten Essenskultur zu tun. Aber diese kann sich in Zukunft aber vielleicht auch bei uns ändern.

Quellen: NZZ.ch, 20Minuten.ch, Essento.ch, Zeit.de, Thurnfilm.de

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann