Gesund und ökologisch Grillieren: Alternativen zu Holzkohle

 

Gas- und Elektrogrill werden bei den Schweizern immer beliebter.

Immer mehr Schweizer bevorzugen das Grillieren mit einem Gas- oder Elektrogrill. Foto: Nick Free, iStock, Thinkstock

Grillgenuss ohne Schadstoffe

Laut einer Untersuchung des Westschweizer Konsumentenmagazins A Bon Entendeur kann man  mit dem Elektrogrill, dem Gasgrill mit vertikalen Brennern, mit Steinplatten und Aluschalen schadstofffrei grillieren. Das ungeschützte Braten über der Holzkohleglut überschritt hingegen die Toleranzwerte der krebserregenden Stoffe. Am schlechtesten schnitt der Gasgrill mit horizontalen Brennern ab.

Gesund grillieren

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht über der direkten Flamme zu grillieren. Die indirekte Methode funktioniert jedoch nicht bei jeder Grillgrösse und -variante. Dabei schiebt man die Glut beiseite und stellt eine feuerfeste Schale mit Wasser und Kräutern in die Mitte. Darüber kann man dann Fleisch, Fisch oder Gemüse garen. Wer nicht auf das direkte Grillen verzichten möchte, sollte unbedingt die Holzkohle durchglühen lassen. Man erkennt den richtigen Zeitpunkt an der weisslichen Ascheschicht, die sich rundum die Kohle bildet. Damit nichts herabtropft, sind hitzebeständige Aluschalen anzuraten. Dazu bietet sich ein geschlossenes Grillsystem an, so wie man es beispielsweise vom Kugelgrill kennt. Der Deckel sorgt dafür, dass die heisse Luft das Grillgut von allen Seiten gart. Zudem gibt es weitere Alternativen zum klassischen Holzkohlegrill. Je nach Vorliebe, Geldbeutel und Platz vor Ort kann man sich für Kugelgrill, Smoker, Elektro- oder Gasgrill entscheiden.

Ökobilanz von Holzkohle-, Gas- und Elektrogrill

Der TÜV-Rheinland bewertete die Ökobilanz verschiedener Grills inklusive des Grillguts. Es entscheidet massgeblich, was für acht Personen an einem kompletten Abend auf den Rost kommt. Das Grillgut ist zu 95 Prozent an den Emissionen verantwortlich. Wer klimafreundlich grillen möchte, brät Gemüse statt Rindfleisch oder Grillkäse. Betrachtet man den gesamten Lebensweg, kann man so etwa 20 Prozent an CO2 einsparen. Die Experten sahen sich auch die Umweltauswirkungen verschiedener Grills an. Dabei belastete die Herstellung und die Entsorgung der Elektrovariante mit nur 0,5 Kilogramm Kohlendioxid die Umgebung. Man zählt beim Holzkohle-, Gas- und Einweggrill je ein Kilogramm CO2. Dennoch ist nicht ausser Acht zu lassen, dass Buthan oder Propan keine erneuerbare Energie ist sowie ein Einweggrill zu viel Abfall produziert.

Kugelgrill

Man grilliert weiterhin mit Holzkohle, die sich im unteren Teil befindet. Das Ganze wird durch einen Deckel abgedeckt, wodurch das Fleisch von allen Seiten brät. Die Zugluftregelung hilft bei der Temperaturkontrolle. Im Gegensatz zum offenen Holzkohlegrill gelingt das indirekte Grillieren.

Gasgrill

Der Gasgrill wird mit Propan oder Butan angetrieben, wodurch schnelles Grillieren möglich ist. Zudem kann man die Temperatur über Lüftungsklappen und über ein Thermometer kontrollieren sowie leicht regeln. Man verzichtet auf das Wenden des Grillguts, da es durch den Deckel von allen Seiten erhitzt und sehr zart sowie saftig wird.   

Smoker

Die Form erinnert an eine Lokomotive mit Schornstein. Die meisten Modelle sind unhandlich und teuer. Es gibt zwar Smoker für unterwegs, die lassen sich jedoch schwerer bedienen. Durch die geringe Gradzahl schmecken sogar fettarme Filets noch saftig und erhalten durch den Rauch einen intensiven Geschmack. Ferner gibt es Water-Smoker, der mit Wasserdampf gart, und BBQ Grill Smoker.

Elektrogrill

Nachteilig ist, dass man von Steckdosen abhängig ist. Zudem ist meist indirektes grillieren nicht möglich. Dennoch wird der Elektrogrill schnell heiß und man kann ohne Rauch grillieren. Ökologischer ist es, wenn man Ökostrom verwendet.

Wer sicher gehen möchte, kann sich vor dem Einkauf mit Hilfe von Warentests über verschiedene Grillvarianten informieren und bei der Auswahl auch auf Prüfsiegel achten.

Quellen: «Sehr gut grillen» von Stiftung Warentest (2011), K-Tipp, SGE, SF / Kassensturz, TÜV Rheinland  Text: Kerstin Borowiak