E-Nummern: So wenig wie möglich Zusatzstoffe, so viel wie nötig

Obst und Gemüse sind wichtig für eine gesunde Ernährung.

Obst, Gemüse und Getreide: all das ist wichtig für eine Gesunde Ernährung, und ist ausserdem frei von Zusatzstoffen. Foto: Shaiith, iStock, Thinkstock

Mehr als 300 Stoffe sind in der entsprechenden Verordnung als gesundheitlich unbedenklich aufgeführt. Deren Einsatz ist erlaubt, doch die Masse machts. Deshalb sind Hersteller verpflichtet, sich an die vorgeschriebene Höchstmenge und an den Verwendungszweck zu halten. Bevor der Gesetzgeber einen neuen Lebensmittelzusatzstoff zulässt, wird dieser umfassend geprüft. Anhand von Studien klärt man, ob die Stoffe unbedenklich sind und unter welchen Bedingungen man sie einsetzen kann.

Damit Verbraucher wissen, was für Zusatzstoffe zum Einsatz kommen, müssen diese nach Kategorien bzw. Klassen (Farbstoffe u.ä.), nach E-Nummern oder nach Bezeichnung aufgeführt werden. Darüber hinaus sind die Substanzen nach der verwendeten Menge absteigend sortiert. Um die eher unnatürliche Konsistenz von Schmelzkäse zu erreichen, setzt man so genannte Schmelzsalze ein. Auf der Verpackung lesen Verbraucher stattdessen Kaliumcitrat oder E 332. Bekannter ist hingegen das Antioxidationsmittel, was u.a. auf Fruchtsäften als Ascorbinsäure oder E300 ausgewiesen ist. Damit werden die Produkte haltbarer, sodass sich z.B. keine Farbveränderungen einstellen. Die E-Nummern findet man ausschliesslich auf verpackten Lebensmitteln. Diese sind zur Kennzeichnung verpflichtet. Wer frische Waren kauft, kann sich beim Personal genauer informieren.

Unterscheidung der E-Nummern

Man unterscheidet verschiedene Untergruppen von E-Nummern: So sind Farbstoffe mit E 100 bezeichnet, Konservierungsstoffe mit E 200, Antioxidantien mit E 300 und die restlichen Zusatzstoffe mit E400 bis E1521.

 

Verdachtsmomente gegen bestimmte Farbstoffe im Essen

Rot, gelb, grün – so schmackhaft bunt sind viele Bonbons, Gummibären oder Lollis. In vielen Fällen färben Azorafarbstoffe die Süssigkeiten ein. Diese stehen unter Verdacht, Hyperaktivität und Allergien bei Kindern mit zu beeinflussen. Darüber informiert inzwischen EU-weit folgenden Warnhinweis «kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen». In der Schweiz sucht man hingegen vergebens, da laut Bundesamt für Gesundheit dieser Zusammenhang nicht belegt ist. Die Stiftung für Konsumentenschutz berichtet, dass Schweizer Hersteller von Süssigkeiten und Süssgetränken inzwischen weniger Azorafarbstoffe einsetzen. Insgesamt 19 Produkte sind nicht mehr oder mit veränderter Rezeptur erhältlich.

 

 

Gesunde Ernährung: Können Zusatzstoffe schaden?

Wer sich ausgewogen ernährt, für den sind Zusatzstoffe vollkommen ungefährlich, so die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Fertiggerichte bestehen hingegen aus zu viel Zucker, Fette, wenig Gemüse und je nach Konservierungsart enthalten diese sehr wenige Vitamine und Mineralstoffe. Um die richtige Balance in der Ernährung zu finden, rät die SGE Convenience Produkte mit frischen Lebensmittel zu kombinieren. Eine Alternative sind Bio-Nahrungsmittel. Dabei sind nur unerlässliche Zusatzstoffe erlaubt - Färben und Aromatisieren gehören nicht dazu. So darf man Zitronensaft nur durch Zitronensäure ersetzen, wenn das Naturprodukt nicht zum säuern ausreicht oder sich dafür nicht eignet. Erwähnt wurde bereits der Einsatz von Nitritpökelsalz bei der Wurstproduktion, der auch von Bio Suisse erlaubt wird. Heute ist Nitrit jedoch umstritten. Dadurch können sich krebserregende Nitrosamine im menschlichen Magen bilden. Doch Bio Suisse schätzt das Risiko der Fleischvergiftung (Botulismus) weit höher ein, sodass sich der Verband gegen ein Verbot entschied. Inzwischen arbeiten sogar einige Biometzgereien ohne den Zusatzstoff.

Das Interesse der Verbraucher an gesunder Ernährung und Zusatzstoffen ist hoch. Daher rät Josienne Walpen: «Seit Jahren gibt es verschiedene Ratgeber, welche den Konsumenten eine Einteilung der Zusatzstoffe in unbedenkliche und solche, die eher zu vermeiden sind, erlauben.»


Links:

  • Codecheck.info bietet online unabhängige Produktinformationen anhand des Strichcodes. Und auch mit der App von Codecheck.info können Sie sich jederzeit von vielen Produkten die Inhaltsstoffe und deren Problematik auf dem Handy anzeigen lassen.
  • BAG – Das Bundesamt für Gesundheit bietet gebündeltes Wissen über Zusatzstoffe.
  • Azofarbstoffe – Die Stiftung für Konsumentenschutz fasst alle Informationen zum Thema zusammen.
 

 

Quellen: SGE, Bio Suisse, SKS, BAG, Foodwatch, Oeko-Forum Autor: Kerstin Borowiak