Zusatzstoffe im Essen: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Was Kunden wollen: Mit Zusatzstoffen werden die Lebensmittel bunter, haltbarer und schmackhafter. Doch inzwischen fragen sich viele Verbraucher, ob Zusatzstoffe im Essen unbedingt notwendig sind oder diese sogar der Gesundheit schaden könnten.

Was drin ist in den einzelnen Produkten, sagt uns das Kleingedruckte.
Zusatzstoffe in den Lebensmittel: darüber gibt das Kleingedruckte Auskunft. Foto: ViktorCap, iStock, Thinkstock
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Mehr Fleisch! Mehr Eier! Mehr Dioxin? Kaum ein anderer Lebensmittelskandal heizte die Diskussion um Qualität und Schadstoffe in der Nahrung so entscheidend mit an. Ein Jahr später ist das Thema aus der Öffentlichkeit quasi verschwunden. Doch viele Schweizer Verbraucher fragen sich weiterhin, wie eine gesunde Ernährung möglich ist. Die Wenigsten finden die Antwort auf der Verpackung, wo die Hersteller schwer verständliche Inhalts- und Zusatzstoffen ausweisen. Eines ist jedoch sicher: Dioxin wird man nicht in der Liste finden. Es zählt zu den Rückstanden bzw. zu den Fremdstoffen. Das krebserregende Gift gelangt unbeabsichtigt über Tierfutter, Wasser und Boden in die Lebensmittel. Auch wenn Dioxin-Eier kein alltägliches Problem darstellen, lohnt sich ein genauer Blick auf die gesetzlich zugelassenen Zusatzstoffe, die den Schweizern unbemerkt das Essen versüssen oder konservieren.

Zusatzstoffe geben Verbrauchern, was sie von Lebensmitteln erwarten

Zusatzstoffe helfen, dass Lebensmittel aromatisch, farbintensiv, haltbar und günstig sind. Ein Erdbeerjoghurt erhält seine typische rosa Färbung nicht etwa durch Früchte, sondern vielmehr durch den beigefügten Farbstoff. Doch viele der Stoffe verwendet man bereits seit Jahrhunderten. Um Fleisch zu pökeln, setzte man früher Salpetersäure ein. Heutzutage nutzt man dafür z.B. Natriumnitrit, auch E 250 genannt.

An die industriell produzierten Nahrungsmittel werden hohe Anforderungen gestellt: Diese sollen für Verbraucher gut transportierbar sein und zudem gut schmecken. Um diese Kundenwünsche zu stillen, kommen natürliche und künstlich hergestellte Zusatzstoffe zum Einsatz. Aus diesem Blickwinkel erscheinen die Stoffe nützlich. Josianne Walpen von der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz verdeutlicht: «Zusatzstoffe sind eigentlich «Krücken», um einem Lebensmittel mehr Geschmack zu verleihen, es länger haltbar zu machen oder ihm eine schönere Farbe zu verleihen. Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet wird, umso mehr solcher Hilfsstoffe benötigt es: Von daher ist es grundsätzlich ratsam, Produkte mit möglichst keinen oder wenigen Zusatzstoffe zu berücksichtigen. Dies nicht nur wegen den Zusatzstoffen, sondern weil es der Qualität und der Frische der Lebensmittel abträglich ist, je mehr sie verarbeitet und industrialisiert werden.»

Frisches Obst und Gemüse, Getreide-, Milch- und Fleischprodukte sind Basis für eine gesunde Ernährung. Dabei gelten Vitamine generell zu den Lebensmitteln. Doch bei der industriellen Nahrungsmittelproduktion werden einige Vitamine als Antioxidationsmitteln eingesetzt und daher als Zusatzstoffe deklariert. Beispielsweise konserviert Vitamin C (Ascorbinsäure) Lebensmittel und Getränke. Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass letztlich der Biss in Bio-Obst immer noch gehaltvoller ist – ganz ohne Zusatzstoffe.

Zutaten und Schadstoffe in der Nahrung

Laut der Definition im Lebensmittelgesetz sind Inhaltsstoffe, also Zutaten wie Salz, Milch und Gewürze keine Zusatzstoffe. Auch Fremdstoffe, wie giftige Rückstände oder Arzneimittel, die unbeabsichtigt in die Nahrung gelangen, zählen nicht dazu.