Helfen im Winter Vitaminpräparate oder ausgewogene Kost besser?

Hagebutten bringen Abwechslung auf den Wintertisch.

Auch als Brotaufstrich machen Hagebutten eine gute Figur und bringen Abwechslung auf den Wintertisch. Foto: © bogopicture - Fotolia.com

Um eine Erkältung vorzubeugen, schlucken viele Schweizer Vitaminpräparate. Doch sind Brausetabletten und Pillen ein schlechter Ersatz für Obst und Gemüse und können in manchen Fällen mehr schaden als nützen. Sabine Rohrmann, Professorin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (UZH) erklärt: „Generell scheint eine Einnahme von Vitaminpräparaten zur Verhinderung von Krankheiten nicht sinnvoll, bei Krebs kann dies sogar den gegenteiligen Effekt haben. Zurzeit ist auch fraglich, ob die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten einer Erkältung vorbeugen kann. So hat eine Auswertung von 30 Studien gezeigt, dass die Einnahme von Vitamin C das Auftreten einer Erkältung nicht verhindert. Eventuell reduziert die Einnahme die Länge der Erkrankung, nicht aber die Schwere.“ Experten raten lediglich zu Vitaminpräparaten, wenn bei einer Krankheit, während einer Schwangerschaft oder im Alter Mangelerscheinungen auftreten. In manchen Fällen können Vitaminpräparate sogar schaden: Hochdosierte Vitaminpräparate erhöhten beispielsweise bei Rauchern das Krebsrisikos. Die beste Prävention ist und bleibt eine ausgewogene Ernährung. Das bestätigt auch Sabine Rohrmann. Lebensmittel seien nicht nur vitaminreich, sondern beinhalteten auch eine Fülle anderer, potentiell vorteilhafter Stoffe. Diese so genannten sekundären Pflanzenstoffe würden über Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht aufgenommen.

Gesunde Ernährung im Winter: Vitaminreich kochen

Auch Vitaminbomben schrumpfen zu Bömbchen, wenn man sie zu lange lagert oder falsch zubereitet. Um Vitaminverluste zu vermeiden, sollten Obst und Gemüse in dunklen, kühlen Lagerräumen oder im vorgesehenen Kühlschrankfach liegen. Während der Zubereitung gehen in der Regel bis zu zwei Drittel aller Vitamine verloren. Deshalb sollte man Gemüse mit wenig Flüssigkeit dünsten. Der SGE rät, Kartoffeln, Rüben, Kohl und anderes Gemüse erst in siedendes Wasser zu geben, damit Vitamin C abbauende Enzyme inaktiv werden. Nutzt man einen Deckel, dann bleiben noch mehr gesunde Inhaltsstoffe im Topf. Dieses vitaminreiche Kochwasser eignet sich dann auch als Sosse oder Suppe. Zu guter Letzt spielt die Garzeit eine grosse Rolle, denn verkochte Nahrungsmittel verlieren nicht nur Vitamine, sondern auch an Geschmack.

Pfiffig: Abwechslung mit Pilzen und Gewürze

Winterpilze haben es in sich. Der Austernseitling enthält Mineralstoffe, Folsäure, Vitamin C und B. In Schweizer Wäldern findet man noch den Samtfussrübling, der Pepp ins Essen bringt. Neben hochwertigen Pflanzenöle unterstützen auch Wintergewürze sowohl den Geschmack als auch die Gesundheit. Inhaltsstoffe von Zimt und Nelken beugen Erkältungskrankheiten vor. Kardamom und Koriander bringen die Verdauung in Schwung

 

CO2 arme Kost: Nachhaltig und gesund durch den Winter

Die Ernährung verantwortet knapp ein Drittel der gesamten CO2 Belastung. Um die eigene Ökobilanz zu verbessern, kann man beispielsweise weniger Fleisch verzehren sowie auf Fertig- und Tiefkühlkost verzichten. Martina Lanzendörfer empfiehlt: „Generell ist von frischem, exotischen Gemüse und Obst aus Übersee, wie z.B. grüner Spargel, Bohnen, Guaven, Mangos oder Papayas, aufgrund der starken Umweltbelastung durch den Flugtransport abzuraten.“ Insbesondere lange Transportwege gehen zu Lasten der Umwelt: Bis ein Kilogramm Spargel aus Mexiko in den Schweizer Supermarkt gelangt, sind bereits fünf Liter Erdöl verbraucht. Warten Verbraucher bis zum Frühjahr, dann sind nur noch 0.3 Liter Erdöl für die Verschickung innerhalb der Schweiz vonnöten. Deshalb gilt für die gesunde Ernährung im Winter: Früchte und Gemüse schmecken Verbrauchern sowie Umwelt am besten, wenn sie frisch, saisonal und aus der Region gekauft werden. Aus diesem Grund lohnt sich auch der Weg zum Hofladen, Fachhandel und Supermarkt. Woher die Früchte und das Gemüse stammen, erfährt man vom Verkaufspersonal vor Ort oder von Hinweisschildern an den Regalen. Unser Öko-Tipp: Wer es ganz genau wissen möchte, nimmt eine Saisontabelle als Einkaufshilfe mit

Linktipps

 

Quellen :SGE, BAG, WWF, Schweiz, ETHZ, Wikipedia, LID, UZH, Verband schweizerischer Gemüseproduzenten, EUFIC

Text: Kerstin Borowiak