Bio-Getränke aus nachhaltiger Produktion

Im Sommer ist es ein Genuss, sich mit einem kühlenden Getränk den Durst zu löschen. Neben Wasser sind im Verkauf auch Bio-Getränke sehr beliebt. Davon gibt es viele Produkte wie Säfte, die dank einer umweltfreundlichen Herstellung einen nachhaltigen Konsum garantieren.

Bio-Getränke aus nachhaltiger Produktion
Feine Bio-Säfte verkaufen sich besonders gut. Foto: © Monkey Business Images Ltd / iStock / Thinkstock
  • 2
  • 1

Bionade machte vor einigen Jahren den Anfang mit dem Trend zur Biolimonade. Plötzlich wurde in hippen Kneipen und Clubs anstatt Cola Bionade getrunken. Was in Deutschland grosse Beliebheit geniesst, konnte sich in der Schweiz aber nicht durchsetzen. Bionade wurde wieder aus den Regalen von Coop verbannt. Doch es bleibt nicht nur Wasser und selbstgemachter Eistee für nachhaltige konsumierende Schweizer. Der Markt hat selbst einiges an Biogetränken zu bieten: Von Energy-Drinks über nachhaltige Säfte bis hin zu Bio-Bier.

Pflanze Stevia als Natur-Alternative

Getränke von der «Bio Drinks Company Storms» in Murten beispielsweise: Der natürliche Eistee, der «nIce Tea», wird mit hundert Prozent natürlichem und kalorienfreiem Stevia Extrakt angeboten. Stevia ist eine Pflanze aus der ein Süssstoff gewonnen wird, welcher zu hundert Prozent natürlich und bis zu 300-mal süsser als Zucker ist. Das Stevia Extrakt hat keine Kalorien, löst keine Karies aus und kann bedenkenlos von Diabetikern Typus II konsumiert werden. Stevia kann man inzwischen auch als Tropfen oder in Tablettenform im Supermarkt oder der Drogerie kaufen. So lässt sich auch der hausgemachte Eistee gesundheitsbewusst süssen. Die Zutaten im nIce Tea werden aus reinem Bio-Teeaufguss und weiteren Bio-Zutaten aufbereitet und sind als Grüntee mit Zitrone oder Classic-Tee mit Pfirsich und Karkadenblüten erhältlich.

Coop: Bio-Getränke im Verkauf

Fast alle grossen Discounter bieten unter ihren Biolinien inzwischen Bio Limonaden oder Eistees an. Coop Naturaplan hat etwa verschiedene Bio Süssgetränke im Angebot - ob diese allerdings tatsächlich gesünder sind, ist zu bezweifeln. Zucker enthalten auch sie in grossen Mengen, einfach in Form von Rohzucker. Etabliert hat sich schon die Bio-Kraft von Obst und Gemüse in den Biottasäften von Thurella aus Egnach. Thurella hat den Trend zu Bio bereits früh erkannt und konsequent auf biologische Produktion umgestellt. Die Verwendung von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und treibenden Kunstdüngern ist daher auf den Biotta-Feldern streng untersagt.

Generell sollte man aber unbedingt auf den Fruchtanteil in der Limonade oder im Saft achten. Statt Früchten werden oftmals Aromastoffe verwendet, die den natürlichen Geschmack ersetzen sollen - auch in Bioprodukten.

Erfrischende Bio-Getränke sorgen im Sommer für einen nachhaltigen Konsum.

Bei Bio-Bier wird auf die Beschleunigung der Gär-Prozesse verzichtet. Foto: kazoka30, iStock, Thinkstock

Nicht nur das Reich der Limonaden sondern auch des Biers erreicht das Biobewusstsein. Die Wädi-Brau-Huus AG in Wädenswil lancierte das erste Schweizer Bio Bier und hat seit der Gründung voll auf die Karte Bio-Produktion gesetzt. Es werden ausschliesslich Rohstoffe aus garantiert biologischem Anbau verwendet und man verzichtet auf die Keller-Behandlungsmethoden wie etwa Pasteurisation, thermisch-chemische Stabilisierung oder die Beschleunigung der Gär-Prozesse. Inzwischen haben zahlreiche Bierproduzenten nachgezogen. Auch hier gilt: Bio Bier ist nicht unbedingt gesünder, aber die ökologische Produktionsweise ist ein Teil dessen, was Qualität ausmacht.

Auf einen nachhaltigen Beitrag zur Umwelt setzt die Brauerei Locher AG in Appenzell mit dem «Quöllfrisch» Bier aus der Einwegflasche. Sie kompensieren den CO2-Ausstoss aus der Produktion der Einwegflaschen für das Quöllfrisch-Bier. Mit dem Kompensationsgeld wird ein Windpark in der Türkei unterstützt, der laut eigener Aussagen sauberen Strom für mehr als 300.000 Personen liefern und mit 17 Windturbinen für eine jährliche Emissionsreduktion von 50.000 Tonnen CO2 sorgen soll.

SuddenRush: Energie-Drink aus dem Regenwald

Gerade auch im Bereich der Koffeinalternativen in Form von Energy-Getränken ist viel in Bewegung. Bei jüngeren Zielgruppen kommt Umweltengagement an. Der Zürcher Igor Nussbaumer bringt den nach seinen Angaben ersten Bio-Energy-Drink auf den Markt: SuddenRush heisst der kleine, koffeinhaltige 11-Milliliter-Shot mit Guarana-Extrakten. Die Wirkung des hoch dosierten Drinks entspricht derjenigen von drei Kaffees. Und mit dem Konsum unterstützt man gleich noch eine gute Sache: «Zehn Prozent des Gewinns werden für den atlantischen Regenwald eingesetzt», sagt Nussbaumer. Seit 1991 kämpft der 41-Jährige mit seiner Organisation Atlantic Rainforest Institution gegen die Abholzung des Regenwaldes. «Das möchten wir nun mit dem Verkauf des Energy-Drinks vorantreiben.» SuddenRush wird in der Schweiz produziert und ist nicht nur in Bio- und Reformhäusern sondern auch in zahlreichen Coop Pronto zu finden.

Energie ohne grosse Verpackung bietet das Zürcher Startup «pink mamba» zum Bestellen im Internet und bei ausgewählten Händlern an. Die kleinen Portionsbeutel brauchten in der Herstellung laut Mitgründer Holger Botsch nur einen Bruchteil der Energie und hinterliessen einen deutlich kleineren Carbon Foot Print als eine Dose. Die Energie zum Selberanrühren gibt es in zwei Sorten: Guaraná, Cola & Mate und Green Tea, Ginseng & Ingwer.

Text: Anna Birkenmeier

Biodrinks zum Selbermachen:

  • Bioeistee lässt sich einfach selbst herstellen. Entweder Minze aus dem Garten mit etwas Ingwer in heisses Wasser geben oder gekauften Biotee zubereiten, mit Stevia süssen, über Nacht im Kühlschrank stehen lassen und fertig ist das Erfrischungsgetränk.
  • Wasser plus Zitronensaft und Eiswürfel ergibt eine gesunde Erfrischung für heisse Tage.

 

Links zu Bio-Durstlöschern: