Wie «Grassrooted» Food Waste von Gemüse verhindern will

Zuerst haben sie 30 Tonnen Tomaten gerettet, jetzt folgt im HB Zürich der nächste grosse Coup: Der Verein Grassrooted eröffnet seinen eigenen Marktstand für Zweitklass-Gemüse.

Grassrooted eröffnet Marktstand für Zweitklass-Gemüse im HB Zürich
Student Dominik Waser kämpft gegen Food Waste. Foto: zVg
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Erst im Juni sorgte der Verein Grassrooted mit der Rettung von 30 Tonnen Biotomaten landesweit für Aufsehen. Nun folgt der nächste Coup:

Der Verein eröffnet diesen Donnerstag im HB Zürich seinen eigenen Marktstand für Zweitklass-Gemüse und -Obst, das sonst in der Biogasanlage landen würde.

«Die Resonanz und der Zuspruch, als wir die 30 Tonnen Tomaten in Bern und Zürich verkauften, war enorm», sagt Dominik Waser vom Verein Grassrooted. «Das hat uns umso mehr motiviert, ein regelmässiges Angebot zu schaffen, damit solche Nahrungsmittel konsumiert statt verbrannt werden.»

Regelmässig gegen Food Waste

Jeweils donnerstags und freitags von 10 bis 20 Uhr wird das Team von Grassrooted im alten Teil des ShopVilles (Seite Bahnhofstrasse) einen Stand haben. Was die grossen Detailhändler nicht ins Sortiment aufnehmen können, weil es einen «Tütsch» hat oder schräg gewachsen ist, zu klein oder zu krumm ist, können Konsumenten am Stand von Grassrooted kaufen.

Unverpackt einkaufen

Ganz nach dem Motto Zero Waste ist nicht nur der Gedanke, Zweitklass-Gemüse zu verkaufen, sondern auch das Konzept. Am Stand wird es keine Säcke geben. Wer dort einkaufen will, muss seine eigenen Stoffbeutel und Säckli mitbringen.

Verein plant Grosses

Wie motiviert die jungen Initianten des Projekts sind, zeigen ihre Pläne. Kurzum haben sie auf 100-days.net ein Crowdfunding gestartet

Ziel der Sammelaktion: Den Transport für Obst und Gemüse finanzieren und einen Lagerraum mieten können. Doch das ist nicht alles.

Es geht ans Eingemachte

Das wohl spannendste Projekt, das Grassrooted Zürich im Köcher hat, dreht sich um eine Küche zur Mitnutzung. «Wir möchten mit anderen Vereinen und engagierten Leuten zusammenarbeiten, sodass wir die frischen Lebensmittel haltbar machen können», sagt Dominik Waser.

Bald sollen am Marktstand auch getrocknete Tomaten, eingelegtes oder fermentiertes Gemüse, Konfitüren und vieles mehr erhältlich sein.

«Unsere Botschaft ist klar: Zweitklass-Gemüse und -Obst schmeckt genau so gut und ist genau so viel wert wie das optisch perfekte Gemüse und Obst, das wir normalerweise kaufen», sagt Waser.

Der Marktstand im ShopVille wird bis Ende November bestehen bleiben. Danach gehört das ShopVille ganz dem Weihnachtsmarkt. Geplant ist, dass der Grassrooted-Marktstand 2019 zurückkehrt.

«Wir möchten danach aber unbedingt weiter machen», sagt Waser. Der Erlös aus dem Verkauf wird ins Projekt reinvestiert. «Sobald die Einnahmen es erlauben, möchten wir den Leuten, die am Stand und hinter den Kulissen arbeiten, einen kleinen Lohn zahlen», sagte Waser und fügt an: «Es ist nur fair, wenn man für seine Arbeit bezahlt wird und wir sind überzeugt, dass das Projekt nur so nachhaltig funktionieren kann.»

Weitere Projekte gegen Food Waste:

 Äpfel, Birnen und Co. pflücken gegen Food Waste

Bei Essensrettern günstig kaufen und Food Waste bekämpfen

Die Schweizer Tafel verteilt täglich 16 Tonnen Lebensmittel

Autor: Sabina Galbiati, 20. August 2018