Food Waste: Die Wegwerf-Gesellschaft

Das Innenleben der Container ist für Mülltaucher die Nahrungsquelle.

Mülltaucher ernähren sich vom Inhalt der Container. Foto: arogant, iStock, Thinkstock

Nicht immer sind es nur alternative Studenten, die sich fürs Containern begeistern. Fay Furness ist Mutter, Hausfrau und überzeugte Dumpster. Sie las darüber im Internet und begann das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Nun gründete sie Food Waste, um noch mehr Schweizer zum Nachdenken zu bringen. Damit möchte sie eine Basisbewegung gegen Lebensmittelverschwendung aufbauen. Im Schweizer Fernsehen zeigte die gebürtige Amerikanerin, wie einträglich und einfach ihre sonntägliche «Containertour» ist: verpackte Gipfli, Obst und Gemüse. Bei näherer Betrachtung eines Sammelkorbs voller Pflaumen, war nur eine einzige nicht mehr essbar. Deshalb entsorgte der Supermarkt alles. Das ist ein übliches Prinzip, was dennoch den meisten Verbrauchern nicht bewusst ist. Viele wissen zudem nicht genau, was sich hinter dem Mindesthaltbarkeitsdatum verbirgt. Ist die Frist überschritten, sind die Waren in der Regel noch geniessbar. Der Hersteller vergibt lediglich keine Garantie auf Geruch, Geschmack, Farbe und Konsistenz. Statt sich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlassen, kann man auch den Zustand der Ware mit einer Geruchs- und Geschmacksprobe selber herausfinden – sozusagen als Alternative zum Containern.

Rechtliche Grundlage des Dumpstern

Wer in der Schweiz containern möchte, begeht keine Straftat. Lebensmittelabfälle dürfen hierzulande mitgenommen werden, ausser wenn diese durch Schlösser oder Zäune für Dritte bestimmt sind.

Freeganer-Sein ist mehr als nur Containern

Die Bezeichnung Freeganer setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: free (frei) und vegan als eine Lebensweise, die die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnt. Für sie ist Dumpstern nur eine Möglichkeit, um sich Nahrung zu beschaffen. Freeganer sind politisch motiviert und stehen der Wegwerfgesellschaft kritisch gegenüber. Mit Hilfe von z.B. Lebensmittelspenden und Containern versuchen sie unabhängig zu leben. Das schliesst auch umweltschonende Fortbewegungsmittel oder weniger Lohnarbeit mit ein.

Zu viele Lebensmittelabfälle in Schweizer Tonnen

Eine Studie der Uni Basel fand heraus, dass ein Drittel aller Lebensmittel im Müll landet. Diese enden beispielsweise als Tierfutter oder werden in Kehrichtanlagen verbrannt, woraus wiederum Strom entsteht. Eine Vermeidungsstrategie wäre, dass Verbraucher weniger und dafür bewusster einkaufen. So setzt man an der richtigen Stelle der Nahrungsmittelskette an: Bei sich selber.

Linkliste

Food Waste – Erster Schweizer Projekt zur Nahrungsmittelverschwendung.

Foodwaste.tv – Youtubekanal mit Beiträgen zum Containern.

Freegan.at – Alles Wissenswertes über Freeganer und Containern.

Dumpstern.de – Informationen rund um Mülltauchen und Dumpstern.

 

 

Quellen: Wikipedia, Dumpster.de, Foodwaste.ch, Foodwaste.tv, Youtube, Freegan.at, Freegan.info, Vienna Online, SF Autor: Kerstin Borowiak