Fairtrade: Fair einkaufen hilft Bauern und Natur

Schokolade, Socken oder Kaffee können Sie auch fair einkaufen. Mit dem Kauf von Fair Trade-Produkten helfen Sie, Bauern aus dem Süden zu unterstützen. In der Schweiz bietet Max Havelaar über 700 fair gehandelte Produkte an.

Mit dem Kauf von Fair Trade Produkten helfen Sie Plantagearbeitern.
Der faire Handel ermöglicht Plantagehelfern ein stabilles Einkommen. Foto: Marcel Braendli, iStock, Thinkstock
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Fairtrade, also der faire Handel, ist ein kontrollierter Handel, der einen alternativen Zugang zum konventionellen Welthandel darstellt. Produkte, die aus fairem Handel stammen, erkennt man unter anderem am blau-grün-schwarzen Logo. Es zeigt zwei ineinandergreifende Figuren, welche die Beziehung zwischen Süden und Norden symbolisieren. Die schwarze Figur in der Mitte steht für den Menschen, den Dreh- und Angelpunkt des Labels. Das Logo ist international einheitlich und stammt vom internationalen Dachverband «Fairtrade Labelling Organizations International» (FLO).

In der Schweiz heisst die nationale Fairtrade-Organisation Max Havelaar. Alle Produkte, welche von der Max Havelaar-Stiftung zertifiziert werden, tragen das FLO-Logo. Die Stiftung ist gemeinnützig und orientiert sich an den internationalen Fairtrade-Standards. Dazu gehören der garantierte Mindestpreis, die Fairtrade-Prämie, geregelte und würdige Arbeitsbedingungen, langfristige Handelsbeziehungen und Umweltauflagen.

Mindestpreise und Prämien

Den fairen Handel braucht es, weil die Arbeiter auf Plantagen oder Bauernfamilien in den Entwicklungsländern unter dem Druck des Weltmarkts, den schwankenden Preisen und des ausbeuterischen Zwischenhandels leben. Max Havelaar schreibt, dass die Folgen davon Verschuldung, Arbeitslosigkeit oder gar Verelendung seien. Da es aber nur wenig Alternativen zur angestammten Produktion gebe, flüchten sich viele in Drogenanbau, Prostitution oder Kinderarbeit.

Der faire Handel biete über einer Million Menschen einen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale. Die Produkte mit dem Max-Havelaar-Siegel stammen aus Plantagen, die Verträge mit den Handelspartnern direkt in der Schweiz abschliessen. Durch diesen direkten Handelsweg könne garantiert werden, dass die Mehrerlöse zu den Produzentenorganisationen oder auf die Plantagen gelangen. In einem demokratischen Prozess entscheiden dann die Produzentenkooperative oder gemischten Gremien aus Belegschaft und Management der Plantagen, wie dieses Geld verwendet wird.

Laut Max Havelaar setzt sich der Mehrerlös aus dem Fairtrade-Mindestpreis und der Fairtrade-Prämie zusammen. Der Mindestpreis sei oft höher als der Weltmarktpreis und komme direkt dem Bauern zugute. Das Prämiengeld fliesse in einen Fonds, aus dem Projekte wie die Alphabethisierung für Erwachsene, der Ausbau der medizinischen Grundversorgung oder die Förderung des umweltschonenden und biologischen Anbaus realisiert werden. Die Verwendung der Prämiengelder gibt Indizien darüber ab, wo die Bauern ihre dringendsten Bedürfnisse sehen. Die Zahlen der FLO dieses Jahres zeigen, dass 2008 24 Prozent für die allgemeine Unterstützung von lokalen Gemeindeprojekten verwendet wurden. Damit wurde also in den Strassenbau, in die Verbesserung von Transportmöglichkeiten, in einen lokalen Laden oder in kulturelle Aktivitäten investiert. 21 Prozent der Fairtrade-Prämie wurden in die technische und qualitative Unterstützung einzelner Bauern investiert und 12 Prozent in den Sektoren Bildung und Gesundheit gebraucht.

Kaffeebohnen sind ein typisches Fair-trade-produkt.

Ein typisches Fairtrade Produkt sind Kaffebohnen. Foto: Bonga1965, iStock, Thinkstock

Auch, wenn Max Havelaar in erster Linie ein Soziallabel ist, beinhaltet der faire Handel auch Umweltkriterien. Werden zum Beispiel noch chemische Pflanzenschutzmittel verwendet, verlangt Max Havelaar, dass der Einsatz stetig reduziert wird. Biologische Produktion ist aber keine Bedingung für das Gütesiegel. Erfreulicherweise sind immer mehr Max Havelaar-Produkte aber auch Bio-zertifiziert.

Die Produzenten erhalten für die biologisch angebauten Produkte eine zusätzliche Bio-Prämie. Bananen, Baumwolle, Honig, Kaffee, Kakao, Schokolade, Zucker und Tee gibt es bereits jetzt schon auch in Bio-Qualität zu kaufen. Alle Max-Havelaar-Produkte werden mit dem Schiff transportiert, nur die Blumen werden eingeflogen. myclimate hat jedoch belegt, dass die Max-Havelaar-Rosen vier Mal weniger Energie benötigen, als jene Blumen, die in geheizten europäischen Gewächshäusern produziert werden. Max Havelaar schreibt, dies sei auf den Verbrauch von Energie, Beleuchtung und Wasser in den Treibhäusern zurückzuführen. Bei den auf dem Flugweg importierten Rosen aus Afrika, Indien und Südamerika seien aufgrund der Klimabedingungen weder Beheizung noch Beleuchtung notwendig. Ökologisch gesehen ist es jedoch immer noch am sinnvollsten, Blumen aus dem regionalen Freiland-Anbau zu kaufen.

Laut FLO stieg der Umsatz mit fair gehandelten Produkten im vergangenen Jahr um 15 Prozent. Davon hätten 1,2 Millionen Kleinbauern und Plantagenarbeiter profitiert. In der Schweiz sei der Umsatz ebenfalls um 2,6 Prozent gestiegen. Hier waren es vor allem Kleider aus Baumwolle, das bestverkaufte Produkt blieben aber die Bananen, deren Marktanteil seit Jahren bei über 50 Prozent liegt. Es sei auch erstmals gelungen, grosse international tätige Unternehmen für den fairen Handel zu gewinnen. So stellte Starbucks sein wichtigstes Kaffeegetränk «Starbucks Espresso Roast» europaweit auf Fairtrade um und bis im nächsten Jahr soll jedes Eis von Ben & Jerry's das Fairtrade-Logo tragen.

Quelle: nachhaltigkeit.org

Weiteres zum Thema fair einkaufen finden Sie hier:

Der Verein «Swiss Fairtrade» wurde im Oktober 2007 gegründet und ist die Nachfolgeorganisation des Schweizer Forum für Fairen Handel. In diesem Zusammenschluss sind die führenden Akteure des Schweizer Fairtrades vertreten und verstärken ihr gemeinsames Engagement. Swiss Fairtrade führt Aktivitäten zur Stärkung des nachhaltigen Handelns durch. Nebst vielen anderen sind Brot für alle, Claro Fairtrade AG, fair-fish und die Max Havelaar-Stiftung Mitglieder von Swiss Fairtrade. (www.swissfairtrade.ch)

Weiter Infos und Tipps zu Fairtrade finden Sie hier:

  • Die Claro Fairtrade AG verkauft ihre Produkte in rund 130 Claro-Läden und in über 500 anderen Läden in der Schweiz. Alle Verkaufsstellen finden Sie unter www.claro.ch
  • Die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-CERT zertifiziert und kontrolliert Kleinbauerorganisationen und Plantagen: www.flo-cert.net
  • Mit dem Fairtrade-Code auf der Verpackung Ihres gekauften Fairtrade-Produktes von Max Havelaar finden Sie unter www.maxhavelaar.ch weitere Informationen.