Unterstützung von Klimaschutz und sozialen Projekten

Durch den fairen-handeln erhalten Kaffebohen ihren Wert.

Durch Fair-Trade bekommen Kaffebohnen ihren wirklichen Wert.

Wie wird denn gewährleistet, dass der faire Handel tatsächlich Entwicklung und Umweltschutz anstösst?

Die internationalen Fairtrade-Standards beruhen auf drei Säulen: Handel, Soziales und Umwelt. Handel umfasst den Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie sowie den direkteren Marktzugang. Soziales beinhaltet die Prämienprojekte sowie die Stärkung der Kleinbauern durch demokratische Prozesse. Fairtrade-Kleinbauern erhalten eine Stimme, werden wahrgenommen und treffen selbstbestimmte Entscheidungen. Bei der Umwelt geht es um umweltschonenden Anbau, Bio-Diversität und kontrollierten Einsatz der natürlichen Ressourcen, Abfallmanagement. Biologischer Anbau ist keine Pflicht, wird jedoch gefördert. 57 Prozent des Max-Havelaar-zertifizierten Kaffees in der Schweiz stammt aus biologischem Anbau.

Werden bei Bio-Anbau geringere Mengen erwirtschaftet?

Die Umstellungsphase von konventionellem auf biologischen Landbau ist sicher kritisch, denn während dieser Zeit geht die Produktion zurück. Langfristig gesehen jedoch machen die Bauern gute Erfahrungen hinsichtlich Produktivität und Qualität. Diese können langfristig sogar gesteigert werden.

Kaffee war vor 18 Jahren das erste Produkt mit Fairtrade-Label, doch der Marktanteil liegt immer noch bei 4,8 Prozent – warum?

Bei Bananen und Rosen haben wir inzwischen in der Schweiz jeweils einen Anteil von über 50 Prozent erreicht. Der Fairtrade-Kaffee befindet sich in einer Umbruchphase. Er war lange Zeit ein Nischenprodukt. Bei den grossen Detailhändlern hatten wir nur ein beschränktes Angebot. Der Markt wird heute stark durch Kapseln dominiert. Bei den grossen Anbietern in diesem Bereich ist Fairtrade-Kaffee nur beschränkt vertreten, obwohl es inzwischen auch verschiedene Anbieter von Fairtrade-zertifizierten Kapseln gibt. Bei wichtigen Marktteilnehmern konnten wichtige Fortschritte verzeichnet werden: Seit März 2010 läuft in der Schweiz eine Kooperation mit Starbucks, McDonalds Schweiz führt schon seit mehreren Jahren ausschliesslich Fairtrade-Kaffee im Angebot. Auch Tchibo schenkt in Ihren Filialen nur Fairtrade Kaffee aus. Auch im Detailhandel konnte das Fairtrade-Angebot erweitert werden, indem neben Eigenmarken auch bedeutende Kaffeemarken wie Chicco d’Oro und La Semeuse mit ins Sortiment aufgenommen wurden.

Wann ist 100 Prozent des Kaffees Fairtrade-zertifiziert?

Schon seit einiger Zeit bemerken wir im Kaffeesegment eine sehr grosse Dynamik. Eine Verdreifachung des Martanteils mittelfristig ist möglich. Die Zahlen sind speziell auch in diesem Jahr sehr positiv. Besonders in der Gemeinschaftsverpflegung und der Hotellerie spüren wir einen speziellen Trend: Immer mehr Betriebe stellen auf Fairtrade-Kaffee um, so zum Beispiel das Unispital Basel, die Basler Versicherung, Suva oder Mobility Carsharing Schweiz, die Schweizer Jugendherbergen und die Sunstar Hotels. Daneben tragen langjährige Partner zu kontinuierlichem Wachstum bei.

Quelle: nachhaltigkeit.org, Interview: Yvonne von Hunnius

Zur Person:

Karin Altherr ist Product & Key Account Manager für Kaffee, Tee, Säfte der Max Havelaar-Stiftung Schweiz.

Mexikos Kaffee-Erfolgsgeschichte

Die ersten Fairtrade-Kaffees kamen vor 18 Jahren aus Mexiko. Max-Havelaar-Kaffee-Verantwortliche Karin Altherr, sagt: «Wir haben in Mexiko langjährige Erfahrungen gesammelt und man sieht die Wirkungen des fairen Handels vor Ort sehr gut. Gerade bezüglich des nachhaltigen Anbaus, der langfristig die Erträge steigert.» Allein schon die Genossenschaftsprozesse und die langfristige Investition der Prämien habe viel bewirkt. So wurden beispielsweise Agronomen angestellt, die bei der Steigerung der Erträge helfen konnten.

«Auch junge Kaffeebauern haben sich dank des fairen Handels entschieden, in der Branche zu bleiben. Der Anbau von Fairtrade-Kaffee ist somit eine interessante Alternative dazu, auszuwandern und schafft Arbeitsplätze», sagt Altherr. Auch der inländische Kaffeekonsum kommt verstärkt in den Fokus. Noch wird mit drei Kilo pro Person und Jahr im Vergleich zur Schweiz, wo es acht bis zehn sind, sehr wenig getrunken. Altherr: «Eine Fairtrade-Kooperative in Mexiko baut den inländischen Handel auf und röstet auch selbst, um die Abhängigkeit vom Export zu verringern. Und das Geschäft läuft gut an.» Liegt die gesamte Wertschöpfungskette im Land, können um ein Vielfaches mehr Arbeitsplätze entstehen.