Diese Vertical Farm kann ein ganzes Quartier mit Gemüse versorgen

Wie bekommen Städter frische Lebensmitteln von nebenan? Diese Vertical Farm macht es vor und ist dabei noch richtig nachhaltig. Denn neben den eigenen Grünabfällen verwertet sie beim Aufziehen von Gemüse und Co. den Biomüll der Anwohner.

Vertical Farming: Dieses Haus versorgt ein Quartier mit Gemüse
Foto: © ABF-lab
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Auf lediglich 2'000 m² im kann diese vertikale Farm bis zu 16 Tonnen Lebensmittel erzeugen. Geplant hat den «Food-Farm-Tower» das Architekturbüro ABF-lab für eine Ausschreibung in Paris. Durch einen Neubau soll das Quartier Romainville mit möglichst viel frischem Obst und Gemüse versorgt werden.

Das gläserne Gewäschshaus landete bei dem Wettbewerb zwar nur auf dem zweiten Platz. Beeindruckend ist dennoch, was für eine ausgefeilte Idee hinter dem Projekt steckt.

Terrassen ermöglichen das Ernten auf allen Etagen

30 m hoch ist das Gebäude insgesamt. Darin befinden sich mehrere Terrassen, die mit zunehmender Etage schmaler werden. Zwar nimmt so die Anbaufläche mit jedem Stock ab. Doch laut den Architekten ist dadurch der Lichteinfall zu jeder Jahreszeit optimal.

Das Anbauen von Gemüse und Co. ist somit auf allen Ebenen möglich. Und auch für den Keller haben sich die Architekten etwas einfallen lassen. Dort planten sie eine Pilzfarm ein.

Vertical Farming: Dieses Haus versorgt ein Quartier mit Gemüse

Foto: © ABF-lab

Vertical Farm nutzt eigene Abfälle und die der Anwohner

Grünabfall verarbeitet diese Vertical Farm zu nährstoffreichem Kompost. Ein Teil davon kann sie zum Heizen nutzen. Aber das Glashaus versorgt sich nicht nur mit dem eigenen Grüngut. Auch einiger Biomüll der umliegenden Anwohner lässt sich darin wiederverwenden.

Für die im Sommer eventuell nötige Kühlung sorgt eine natürliche Lüftung. Im Lagerraum für die frischen Lebensmittel reguliert eine mit Solarzellen betriebene Anlage zusätzlich die Temperatur. Damit muss die Vertical Farm kaum Energie von ausserhalb nutzen.

Aufgefangener Regen deckt zudem etwa 80 % des Wasserbedarfs. Damit hat das Glashaus einen extrem geringen Wasserverbrauch.

Transportkosten falls bei diesem Vertical Farming ebenso fast weg. Denn die frischen Produkte sollten Anwohner in Märkten, Supermärkten und Restaurants direkt im Quartier bekommen – oder ganz einfach im hauseigenen Shop.

Vertical Farming: Dieses Haus versorgt ein Quartier mit Gemüse

(Zum vergrössern bitte anklicken.) Foto: © ABF-lab

 

Warum Vertical Farming mitten in der Stadt sinnvoll sein kann

  • Vertical Farming benötigt wenig Platz für die Produktion vergleichsweise vieler Lebensmittel.
  • Gemüse, Kräuter oder Pilze werden nahe der Verbraucher angebaut.
  • Angepasst an das Klima und unter idealen Bedingungen wachsen Lebensmittel, die besonders frisch und nährstoffreich sind.
  • Durch Vertical Farming entfallen Transportkosten und die damit verbundene Umweltbelastung.

Quelle: abf-lab.fr

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann