Ökologische Aquakulturen in der Schweiz

Bei der Überfischung enden Delfine oft als Beifang.

Nicht nur Meeresfrüchte, auch Delfine sterben oft als Beifang. Foto: Jupiterimages, photos.com, Thinkstock

Einen Ausweg bietet die ökologische Aquakultur. Die Fischfarmen züchten hauptsächlich Karpfen und Lachsfische nach EU-Ökorichtlinien. In der Schweiz werden zumeist Forellen in Teichwirtschaften gezogen. Wichtiger Grundpfeiler ist der Einsatz von nachhaltigen Futtermitteln. Um die Raubfische nicht zum Vegetarismus zu zwingen, erhalten sie recyceltes Fischmehl, was aus Schlachtabfällen aus der Lebensmittelindustrie stammt. Teilweise ist auch pflanzliches Futter aus der Bioproduktion beigemischt. In diesen Gehegen werden die Zuchtfische artgerecht gehalten. Zudem kommen weniger Medikamente und keine Hormone zum Einsatz, was letztlich den Verbrauchern zu Gute kommt. Bisher steckt die ökologische Aquakultur aber noch in den Kinderschuhen, denn weltweit gibt es derzeit nur 250 zertifizierte Fischfarmen.

Was können Verbraucher gegen die Überfischung tun?

Nach Ansicht von «Fair-Fish» gehören Fischgerichte nicht täglich auf den Tisch. Verbraucher sollten sogar nur ein bis zwei Mal monatlich Fisch oder Meeresfrüchte verzehren. Welche Filets aus nachhaltiger Fischerei und Aquakultur stammen, zeigen verschiedene Schweizer Labels.Wer beim Kauf auf das MSC-, AquaGAP oder Bio-Label achtet, konsumiert verantwortungsvoll und umweltbewusst. Bei Zuchtfischen sind pflanzen- oder allesfressende Arten wie Karpfen oder Pangasius zu bevorzugen. Der WWF rät zum Verzehr von einheimischem Wildfang, um damit ein wirkungsvolles Zeichen gegen die Überfischung zu setzen. Alltagsnahe Tipps gibt der WWF-Fischratgeber, der kostenlos heruntergeladen werden kann. Ferner ist es möglich, den Einkaufsratgeber online zu durchsuchen oder sich als als App auf das Iphone zu laden.

Den Meeren hilft nur noch eine klares «Stopp». Jeder Fisch, den Verbraucher nicht konsumieren, wird letztlich auch nicht gefangen. Vielleicht sind dann die Meere noch zu retten.

Link Tipps

  • greenpeace.org - Konsumentenratgeber von Greenpeace für das iPhone
  • wwf.ch - Der WWF zeigt, welche Label über verantwortungsvolle Fischerei und Aquakultur informieren
  • fibl.org - FIBL gibt umfassend Auskunft über die ökologische Fischzucht.

 

 

Text: Kerstin Borowiak

Quellen: FAO, WWF, Greenpeace, SF, Fair-Fish, tier-im-fokus, FIBL