Portulak: So gesund ist das würzige Salatkraut – und einfach anzubauen

Portulak schmeckt als frischer Salat würzig, nussig. Warum Portulak so gesund ist, Rezepte für das feine Gemüse und  wie Sie Portulakrösschen im eigenen Garten anbauen.

5 Gründe, warum Portulak viel öfter in Ihrem Salat landen sollte
Foto: © Kateryna Kogan / iStock / Getty Images Plus
  • 19
  • 0

Portulak (Portulaca oleracea) schmeckt richtig würzig, nussig und angenehm säuerlich mit einer feinen salzigen Note. Sowohl die Stängel als auch die Blätter können, am besten roh, verspeist werden. Dann glänzt er besonders gut mit seinen inneren Werten, darunter viel Vitamin C und Vitamin E.

1. Der Mix macht es: Portulak steckt voller Vitamine

Was das kleine, unscheinbare Kraut so wertvoll macht, ist unter anderem sein hoher Gehalt an Vitaminen. So finden sich in den kleinen Blättern die Vitamine A, B, C und E. Diese Vitamine tragen unter anderem zu einer schönen Haut, starken Nerven und gesunden Augen bei.

Vor allem der hohe Vitamin C-Gehalt macht Portulak darüber hinaus zu einer idealen Alternative für Obstmuffel. Und dadurch wird er zum Booster für das Immunsystem.

2. Durch Mineralien wird das Kraut zum Supferood

Ebenfalls das Immunsystem stärkt in Portulak enthaltenes Zink, Magnesium, Phosphor und Kalzium. Wertvolle Spurenelemente wie Flavonoide, Cumarin, Saponin und Schleimstoffe helfen dem gesamten Blut- und Verdauungssystem. Schleimstoffe etwa sorgen für eine gute Verdauung, schützen die Schleimhäute, binden Giftstoffe und wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Dazu enthält Portulak viele Omega 3-Fettsäuren. Sie wirken sich besonders positiv auf die Leistung unseres Gehirns aus.

3. Portulak macht nicht nur im Salat viel her

Am besten essen Sie Portulak roh, das kann sehr gut im Salat oder Smoothie sein, muss es aber nicht. Denn das Gemüse schmeckt auch beispielsweise richtig fein zusammen mit Joghurt oder Quark.

Portulak macht nicht nur im Salat viel her

Der würzige Sommerportulak eignet sich hervorragend als Zutat im Salat. Foto: © bonchan / iStock / Getty Images Plus

Dazu schneiden Sie das frische Gemüse klein und vermengen es mit einem der Milchprodukte sowie etwas Salz, Pfeffer und Paprikapulver. Diese Mischung lässt sich etwa ideal als würziger Dip verwenden.

Einfach auf das Käsebrot gestreut und über Rösti, Risotto oder eine Gemüsepfanne bringt Portulak ebenso eine schöne, würzige Note ins Rezept.

4. Fast ganzjährig kommt Portulak aus der Schweiz

Seine Hauptsaison ist zwar etwa von Juni bis September, doch das robuste Gemüse gedeiht im Freiland und unbeheizten Gewächshaus auch das ganze Jahr über.

Deshalb können Sie Portulak fast immer aus Schweizer Anbau kaufen. Eine weite Anreise fällt bei diesem Gemüse damit zumindest weg.

Winterportulak und Sommerportulak pflanzen

Portulak ist relativ genügsam und findet sich auch im Blumentopf gut zurecht. Daher können Sie das Gewürzkraut sowohl im Beet als auch im Kübel auf dem Balkon bestens selbst anbauen – und dafür brauchen Sie nicht mal den grünsten Daumen. In milden, schneefreien Wintern kann Portulak noch dann geerntet werden, wenn sonst kein anderes Gemüse mehr wächst.

Portulak anbauen und das ganze Jahr ernten

Portulak besteht aus fleischigen Blättern, die frisch geerntet einen knackigen Salat geben. Im Herbst und im Winter, wenn im Garten kein frisches Salatgemüse mehr geerntet werden kann, ist gerade Winterportulak besonders willkommen.

Sommerportulak für Salat im eigenen garten anbauen.

Portulak wird manchmal auch als essbares Unkraut bezeichnet. Foto © bonchan/ iStock / Getty Images Plus

Bis Mitte September können Sie im Garten Portulak säen. Wer ein Gewächshaus hat, kann ihn dort überwintern, ohne dass dafür die Heizung eingeschaltet werden muss. Im Frühjahr treibt er neu aus, sodass bis zu vier Ernten pro Pflanze möglich sind.

Unterschieden wird zwischen Sommerportulak, auch Gemüse-Portulak genannt, und Winterportulak. Sommerportulak wird im Gegensatz zu Winterportulak ab März auf der Fensterbank und von Mai bis August direkt ins Freiland gesät.

Winterportulak (Claytonia perfoliata) ist frostfest und wird auch als Tellerkraut bezeichnet. Sie können ihn das ganze Jahr über ins Beet säen. Für frischen Portulak-Salat im Winter sollten Sie die Samen im August und September setzen. Winterportulak schmeckt milder und kann wie Spinat gedünstet werden.

Portulak ist eine anspruchslose Pflanze, die an fast jedem Standort wächst. Sie liebt nährstoffreiche, leicht sandige Böden und gedeiht an sonnigen Plätzen besonders gut.

Um das Wildgemüse zu säen, ziehen Sie Reihen, die circa einen Zentimeter tief sind. Der Samen wird in die Erde gegeben und leicht bedeckt. Giessen Sie den Portulak nach dem Säen vorsichtig an und sorgen Sie dafür, dass die Erde gut feucht bleibt. Wenn die Pflanzen aufgelaufen sind, vereinzeln Sie diese auf einen Abstand von zehn Zentimetern.

Erste Portulak-Ernte schon sechs Wochen nach dem Säen

Bereits sechs bis acht Wochen nach der Aussaat können Sie die ersten frischen Blätter ernten. Bei Sommerportulak sollten Sie nach der Ernte gleich etwas Dünger geben. Dann treibt er umgehend wieder aus und Sie müssen erst wieder Portulak säen, wenn Sie das Beet viermal abgeerntet haben.

Warten Sie mit der Ernte nicht zu lange, da ältere Blätter bitter schmecken. Verbrauchen Sie die Blätter rasch, denn sie halten sich nicht lange und verlieren zu viele Vitamine.

Rezept: Portulak Salat mit caramellisierten Baumnüssen

Vorspeise für 4 Portionen

  • 200 g Portulak
  • 200 g Kopfsalat oder je nach Saison Nüsslisalat
  • 100 g Baumnüsse
  • 3 EL Zucker
  • Etwas Weisswein zum Ablöschen

Für die Sauce:

  • 1 EL Honig
  • 4 EL Balsamico
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung 

  1. Salat waschen und bei Seite stellen
  2. Nüsse in einer Pfanne rösten, mit Zucker überstreuen und caramellisieren. Mit Weisswein ablöschen und bei Seite stellen
  3. Honig, Balsamico und Öl  in einer Schüssel gut mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Salat dazu geben und gut mischen.
  4. Auf Teller verteilen und mit Baumnüssen garnieren.

Rezept: Portulak-Pesto

Portulak Rezept Pesto

Eine würzige Pestosauce lässt sich auch mit Sommerportulak zubereiten. Foto © klenova/ iStock / Getty Images Plus

  • 150 g frischer Sommerportulak
  • 50 g Pinienkerne ( in einer Pfanne kurz geröstet ohne Öl)
  • 100 g Parmesan (gerieben)
  • 1,25 dl kalt gepresstes Olivenöl
  • Salz, Pfeffer und etwas frischer Zitronensaft

Zubereitung

  1. Das Gemüsekraut waschen und gut abtropfen.
  2. Portulak, Pinienkerne, Parmesan und Öl in einer Schüssel oder einem hohen Becher mit dem Stabmixer pürieren.
  3. Wenn eine Cremige Konsistenz erreicht ist, mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.
Jetzt die Saison ausnutzen: 4 feine Rezepte mit der Herbstrübe

Jetzt die Saison ausnutzen: 4 feine Rezepte mit der Herbstrübe

Von Juni bis Herbst im eigenen Garten frischen Brokkoli ernten

Von Juni bis Herbst im eigenen Garten frischen Brokkoli ernten

Melonen pflanzen: So ziehen Sie die aromatischen Früchte im Garten

Melonen pflanzen: So ziehen Sie die aromatischen Früchte im Garten