«Wir sollten mehr mit Holz statt mit Öl oder Gas heizen!»

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

Es wäre schön, die zur Produktion von Lebensmitteln notwendige Menge Erdöl auf dem Produkt auszuzeichnen. So könnte sich der Konsument wirklich objektiv informieren und entscheiden, was er kauft. Dass damit Schweizer Bio-Produkte gut abschneiden, ist klar.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

Der Bund sollte mit einem Aktionsplan Bio die Landwirtschaft dazu bringen, sich vermehrt auf eine nachhaltige Produktion auszurichten. Dazu sollte man den Heizenergieverbrauch aus Holz viel mehr unterstützen. Der jährliche Zuwachs in unseren Wäldern soll genutzt werden und Öl sowie Gas ersetzen.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Als Geschäftsführer von Bio Suisse will ich mehr Bauern motivieren, auf Bio umzustellen. Dadurch wird der Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln weiter reduziert. Für die Konsumenten werde ich durch transparente Information über die vielen überzeugenden Vorteile des Biolandbaus weiter den Absatz der Knospe-Produkte fördern helfen.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Die Finanz- und Führungskrise in der Wirtschaft erfordert neue Köpfe mit viel besser vernetztem Denken und hohen ethischen Grundsätzen. Es braucht gute und einfach umsetzbare technische Lösungen zur Reduktion des Ressourcenverschleisses, besonders in der Energiefrage.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?

Alles wird nicht machbar sein, aber wer sagt denn, dass man nicht auch ästhetisch befriedigende Lösungen finden kann? Hier ist Kreativität gefordert.

Wem würden Sie selbst die letzten 11 Fragen gern stellen? Und warum?

Nationalrat Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen. Mich würde interessieren, was er sich von der kommenden Legislatur erhofft, und wie die Weichenstellungen in eine nachhaltigere Zukunft politisch festgelegt werden können.


Quellen: Bio Suisse, Interview: Lea Schwer