Mit Bio-Kräutertee fit bleiben

Selbstegmachter Tee ist besonders intensiv im Geschmack.

Da weiss man, was drin ist: selbstgemachter Tee. Foto: © alex - Fotolia.com

In der Schweiz baut man über einhundert Kräuter an, wovon ein Grossteil für Tees eingesetzt wird. Viele Betriebe kultivieren Pfefferminze, Kamille, Salbei oder Zitronenmelisse nach Schweizer Biovorschrift oder nach Richtlinien der Bio Suisse. Bio-Kräutertee gilt bei vielen Erkrankungen als bewährtes Hausmittel. Damit sich die pflanzeneigenen Aromen nicht zu schnell verflüchtigen, verkauft man das Aufgussgetränk im Teebeutel oder als losen Tee mit einer entsprechenden Schutzhülle etwa aus kompostierbarer Folie.

Kräuter- und Früchtee im saldo-Test

Im Labortest stellte sich heraus: nur fünf der 20 getesteten Früchte-, Kräuter- und Pfefferminztees waren frei von Schadstoffen. Davon waren drei Bio-Tees. Die anderen Sorten, unter anderem zwei Teesorten aus biologischem Anbau, enthielten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, die sich unterhalb der Grenzwerte befanden. Bisher ist noch nicht endgültig geklärt, wie krebserregende oder hormonverändernde Substanzen beim Verbraucher wirken. Besser ist es, diese zu vermeiden, auch wenn man Schadstoffe im Tee nur stark verdünnt zu sich nimmt. Das empfiehlt auch Stiftung Warentest. Man stellte fest, dass Bio-Früchtetee sehr selten geringe Werte von Schadstoffen aufwies. Daher sollte man beim Kauf auf ein anerkanntes Biosiegel achten.

Bio-Tee zu Hause herstellen

Das Schweizer Klima erlaubt es nicht, Grüntee auf dem Fenstersims anzubauen. Dennoch ist es möglich, dass man heimische Früchte und Kräuter sammelt oder in Töpfen zieht. So kann man täglich frische Blätter oder Blüten von Brennnessel, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Thymian, Kamille oder Salbei als Bio-Tee aufgiessen. Auch frische Stücke von Apfel, Birne sowie Hagebutte sind zerkleinert als Tee in Bio-Qualität zu geniessen. Um eigene Aufgussgetränke auch ausserhalb der Saison zu geniessen, kann man die Früchte, Samen und Blätter trocknen. Dafür breitet man die entsprechenden Bestandteile auf einer luftdurchlässigen Unterlage aus. Ist alles gut getrocknet, füllt man diese in luftdichte Gefässe um.

Bio-Grüntee

Grünen Tee baut man auf Teeplantagen in China, Japan und Indien an. Die Blätter werden nicht fermentiert und enthalten Koffein. Im aktuellen Öko Test stellte man jedoch starke Verunreinigungen mit Pflanzenschutzmitteln fest. Insbesondere in China setzt man verstärkt auf Pestizide. Stiftung Warentest fand 2006 heraus, dass jeder dritte, konventionelle Grüne Tee einem Giftcocktail glich. In beiden Testreihen schnitten Bio-Grüntees sehr gut ab, da man bei diesen keine oder kaum Schadstoffe feststellte. Deshalb empfehlen beide Zeitschriften Bio-Grüntee zu kaufen.

Bio-Schwarztee

Die Teepflanzen kultiviert man in Indien, Nepal, Sri Lanka, Russland, Afrika, Südamerika und in der Türkei. Besonders bekannt ist der Bio-Darjeeling aus Indien. Die Blätter für den Schwarzen Tee werden fermentiert und auch die Zubereitung, die Wirkung und der Geschmack unterscheiden sich vom Grüntee. Gut zu wissen: Forscher von der Berliner Charité fanden 2007 heraus, dass Milch im Schwarzen Tee die positive Wirkung auf die Arterien senkt.

Roibusch

Der Rotbusch wächst in Südafrika, wo es ein Nationalgetränk ist. Daraus stellt man ein koffeinfreies Aufgussgetränk her. Der Tee kann mit verschiedenen Blüten und Früchten aus biologischem Anbau versetzt werden. Auch ohne die Zusätze ist der Bio-Tee reich an Mineralien und Vitaminen. Weiterhin helfen die Wirkstoffe bei Erkältungen, Magenbeschwerden und Durchblutungsstörungen.

Weiterhin gibt es noch Weissen Biotee oder Bio-Bambustee. Verschiedene Teesorten sind in Onlineshops, Fachgeschäften, Reformhäusern und Supermärkten erhältlich.

Verpackung bei Bio-Tee

Aussen hui, innen pfui: Öko Test wies nach, dass Mineralöle von Druckfarben durch die Verpackung in den Tee gelangen können. Die Schweizer Bioverordnung gibt dazu keine Empfehlungen. Bio Suisse rät zu Farbe, die auf Lebensmittelölbasis hergestellt wurde. Obgleich man den Ölgehalt im aufgegossenen Tee kaum mehr nachweisen kann, ist es besser, von vornherein die Risiken zu minimieren. Um die hochwertigen Produkte vor Verunreinigungen zu schützen, sollten Produzenten z.B. kompostierbare Folie und rezykliertes Papier verwenden. Weniger umweltbewusst ist der Einsatz von PVC oder chlorhaltigem Kunststoff.

 

Links:

Das Schweizer Fernsehen prüft unter anderem Bio Grüntee

Bioverordnung BAG – Verordnung über die biologische Landwirtschaft und Produkte.

 

 

Text: Kerstin Borowiak Quellen: BAG, Demeter, Bio-Suisse, Öko Test (2012/2), Stiftung Warentest (07/2006, 0/2006), Saldo (09/2011), Gesundheitstipp, k-Tipp, Wikipedia, gemuese-online.de, idw, kräuterwelt.de