Flüssigobst: Lieber Saft statt Bio-Früchte im Winter?

Getrocknetes Obst bringt Abwechslung und schmeckt fein.

Auch Traubensaft ist ein willkommener und gesudner Vitaminspender. Foto: HandmadePictures, iStock, Thinkstock

Apfelsaft steigt nach und nach zum Lieblingsgetränk von Herrn und Frau Schweizer auf. Jeder trinkt jährlich fast zwölf Liter. Das Flüssigobst führt dem menschlichen Körper wichtige Nährstoffe zu. Statt einer Portion Früchte zu essen, kann man auch ein Glas Saft (zwei Deziliter) trinken. Doch nur eigenhändig gepresster Fruchtsaft oder ein hundertprozentig reiner Saft ersetzen tatsächlich frisches Bio-Obst. Smoothies haben zwar mehr Inhaltsstoffe als Säfte, doch läuft man Gefahr, wesentlich mehr Kalorien als vergleichsweise mit frischen Produkten zu sich zu nehmen. Gut zu wissen: Außer Apfel-, Birnen- und Traubensaft dürfen Hersteller andere Fruchtsäfte, Nektare und Tafelgetränke mit Zucker versetzen. Diese Angaben sind auf dem Etikett vermerkt. Bio-Säfte und Most kommen hingegen ohne Zusatzstoffe, Vitaminen und Aromen aus. Eine ausgewogene Ernährung unterstützen schonend verarbeitete Bio-Produkte wie Dörrfrüchte, Mus, Kompott und Konfitüre.

Ausgewogene Ökobilanz: Viele regionale Früchte der Saison und selten Exoten

Für Schweizer Verbraucher gilt zu jeder Jahreszeit, dass eine saisonale, heimische Frucht stets die bessere Wahl ist. Wem es nach anderen Geschmacksrichtungen dürstet, kann im Winter schon mal Bio-Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen oder Grapefruit, und im Freiland kultiviertes Bio-Obst aus der Mittelmeerregion kaufen. Dank strenger Biovorschriften und kürzerer Transportwege kann der Verbraucher den Winter gesund und mit guter Ökobilanz überbrücken. Exoten sollten weiterhin Ausnahmefälle bleiben. Daran ändern auch das Fair Trade oder das Bio-Siegel nichts. Auf der Positivliste von Bio-Suisse befinden sich u.a. Bananen, Mango, Ananas, Guave, Limetten und Papaya. Daniela Fahrni ist als diplomierte Ernährungsberaterin HF in Belp tätig und rät auch mit Blick auf die Vitamine zu heimischen Obstsorten: «Exotische Früchte aus Übersee werden immer vor der eigentlichen Reife geerntet, was dazu führt, dass der Vitamingehalt viel tiefer liegt als im Ursprungsland. Anstelle einer Orange kann der gleiche Vitamin-C Gehalt durch die gleiche Menge Kabissalat abgedeckt werden.»

Und was tun, wenn die Äpfel im Frühsommer nicht mehr geschmackvoll und fest sind? Dann empfiehlt der WWF Schweiz, statt importierter Früchte bevorzugt Schweizer Erdbeeren zu kaufen.

Trockenobst: gedörrt, aber nicht ohne Vitamine

Getrocknete Aprikosen, Äpfelringli oder Zwetschgen sind weniger vitaminhaltig als ihre frischen Vertreter. Hitzeempfindliche Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Vitamin C, gehen dem Dörrobst verloren. Dennoch verbleibt ein gesunder Mix an Ballaststoffen, Kohlenhydraten, wärmeresistenten Vitaminen, sekundären pflanzlichen Stoffen und Mineralstoffen. Bio-Dörrobst ist eine gesunde Zwischenmahlzeit, die ohne Konservierungsstoffe auskommt. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) tragen Trockenfrüchte zur ausgewogenen Ernährung bei. Doch bereits etwa 30 Gramm des getrockneten Bio-Obstes entspricht einer Portion von 120 Gramm frischen Früchten.

 

Linktipps

  • Die Produktübersicht von Max Havelaar zeigt in der Schweiz erhältliche Fair Trade Früchte auf einen Blick.
  • www.bio-suisse.ch – Der Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten.
  • SGE – Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung informiert über ausgewogene Ernährung.

 

Quellen :Bio Suisse, SGE, LID, WWF, Eufic, BAG, bioaktuell, FIBL

Text: Kerstin Borowiak