Bio-Produkte und Umweltschutz

Nicht immer lohnt sich für die Ökobilanz die Fahrt zum Hofladen.

Nicht immer haben Bio-Lebensmittel auch eine gute Ökobilanz. Foto: Elena Gaak, iStock Thinkstock

Gut zu wissen: Die Ökobilanz einer Bio-Fertigpizza unterscheidet sich kaum von der einer herkömmlichen Pizza. Jeder kann seine eigene Bilanz verbessern, indem er ab und zu auf Fleisch verzichtet und saisonales Obst und Bio-Gemüse aus der Region verzehrt. Wer nur wegen kleinen Einkäufen zum Biohof-Laden fährt, wird dennoch zum Umweltsünder. Der CO2-Ausstoss für die Autofahrt lässt die Öko-Vorteile der Lebensmittel schwinden. Entweder man steigt auf das Rad um oder bestellt Bio-Gemüse und Obst im Internet. Dort gibt es verschiedene Anbieter, die Gemüsekörbe nach Hause liefern. Linktipps: Bioline-Gemüsekiste, Quer beet, BioBouquet

Welche Bio-Produkte gehören in den Einkaufskorb?

Experten wie der Bio-Pionier Urs Niggli betonen, dass viel Gemüse und Früchte auf den Teller gehören. Denn nicht alle gelabelten Produkte sind auch für den täglichen Konsum bestimmt - eine Bio-Pizza ist nur in Massen gesund.

Brot, Früchte & Bio-Gemüse

Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Lässt man es langsam gären, dann erst bildet sich das volle Aroma aus. Abgesehen vom besseren Geschmack verwenden Biobäcker regionales Mehl und Bio-Eier. Wohingegen Grossbäckereien häufig importiertes Biogetreide verwenden.

Der Bio-Check von Stiftung Warentest bestätigt, dass Bio-Gemüse und Obst mit weniger Pestiziden belastet sind. Wissenschaftliche Studien fanden heraus, dass beispielsweise Biotomaten mehr entzündungshemmende und gefässstärkende Stoffe aufweisen als herkömmliche Tomaten, die mit Dünger behandelt wurden (University of California).

Fleisch

Eine steigende Zahl an Verbrauchern bevorzugt Fleisch und Eier aus tierfreundlicher Label-Produktion (Schweizer Tierschutz STS). Doch nur die wenigsten Supermärkte bieten Labelfleisch, Discounter so gut wie gar nicht. Deshalb ist der Gang zum Biometzger die erste Wahl.

Delikatessen, Gänse-, Enten- und Mulard-Stopfleber gehören nicht in den Warenkorb. Viele Supermärkte verzichten auch bereits darauf.

Fisch

Der WWF empfiehlt den Kauf einheimischer See- oder Biozuchtfische. Denn fast ein Viertel der weltweiten Fischbestände sind von Überfischung bedroht.

Aus Sicht der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) ist am nachhaltigsten, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Denn wer beim Konsumieren spart, hilft Ressourcen zu schonen.

Text: Kerstin Borowiak

Was bedeutet Bio?

Bio-Lebensmittel werden ohne chemischen Dünger und ohne Zusatzstoffe produziert. Das legt die Bio-Verordnung des Bundes und die Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements über die biologische Landwirtschaft fest. Schädlingsbekämpfung erfolgt über natürliche Substanzen oder Hacken. Regelmässiger Auslauf ist für Tiere vorgesehen. Auch der Einsatz von Antibiotika und Futtermitteln ist besonders geregelt.

Linktipps

  • Nachhaltig einkaufen: In unserem Geofinder finden Sie Hofläden, Reformhäuser und Bio-Restaurants in Ihrer Nähe.
  • fibl.org – Das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau informiert rund um das Thema Bio-Lebensmittel und Produkte.
  • codecheck.info - Liefert Experteneinschätzungen was Bio-Label taugen via Webseite und App

 

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