Qualität und Preise für Lebensmittel aus Bio-Landwirtschaft

Der Aufpreis lässt sich mit der aufwendigeren Arbeit erklären.

Bio-Landwirtschaft ist teurer, weil die Arbeit viel aufwendiger und sorgfältiger zu bewältigen ist. Foto: KayTaenzer, iStock, Thinkstock

Gründe für Biolandwirtschaft

Verschiedene Studien belegen, dass es nachweislich Unterschiede zwischen konventionell produzierenden und Biobetrieben gibt:

  • Durch die Bio-Landwirtschaft lebt fast ein Drittel mehr Tier- und Pflanzenarten auf den Ackerflächen.
  • Da auf künstlichen Dünger verzichtet wird und der Boden mehr Kohlendioxid bindet, verbessert sich die Ökobilanz.
  • Biobetriebe senken den Energiebedarf um knapp 15 Prozent.
  • Weil man in der biologischen Landwirtschaft auf Dünger und Pestizide verzichtet, spart man der Allgemeinheit Kosten, zum Beispiel für die Trinkwasseraufbereitung.

 

Bioimporte mit gewohnter Qualität und Preisunterschieden

Bei vielen Bioprodukten fehlt es noch an heimischen Produzenten. So muss Brotgetreide wie Weizen, Roggen und Dinkel zu mehr als 50 Prozent importiert werden. Auch bei Eiern und Rapsöl gibt es eine Lücke zwischen Nachfrage und Angebot. Bei Importen legt Bio Suisse grossen Wert auf nachhaltige Qualität und umweltschonende Produktionsweisen. Deshalb kommt es sowohl für einheimische als auch bei importierten Bioprodukten zu Preisunterschieden gegenüber konventionell hergestellten Lebensmitteln.

Mehrarbeit - höherer Verkaufspreis

Wenn Biobauern auf Pestizide verzichten, müssen sie händisch das Unkraut pflücken – wobei etwa 300 Arbeitsstunden für einen Hektar angenommen werden. Zudem verringern sich die Erträge um bis zu 30 Prozent, weil sie ausschliesslich organischen Dünger einsetzen. Die Anforderungen der artgerechten Tierhaltung, der strengen Kontrollen und die Dokumentationspflicht erhöhen weiterhin die Kosten. Darüber hinaus steht Bio Suisse auch für faire Handelsbeziehungen ein. Damit möchte man den Preisdruck in der biologischen Landwirtschaft reduzieren. Langfristig lohnt sich der Mehraufwand, bestätigt Agroscope. Ein Biobetrieb nimmt jährlich 5300 bis 8800 Franken mehr ein als ein konventioneller.

Wie teuer sind Biolebensmittel?

Laut Coop gibt es einen Preisunterschied von zehn bis 30 Prozent, der sich über das gesamte Sortiment an Bioprodukten erstreckt. Schweizer Verbraucher sind bereit, diesen Aufpreis zu zahlen. Sie wissen, dass der umweltschonende Anbau in der Schweiz seinen Preis hat: Bio ist gesünder und kostet entsprechend mehr Zeit, Geduld und Arbeitskraft. Die Westschweizer Konsumentenorganisation rechnete nach und verglich einen Warenkorb mit verschiedenen Bioprodukten. Sie stellten fest, dass sich die Preise für konventionelle und Bio-Lebensmittel im Einzelhandel um durchschnittlich 68 Prozent unterschieden. Laut Bio Suisse kann sich der Konsument zwischen einer breiten Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten - Hofladen, Detailhandel, Fachhandel oder Versandhandel - und den jeweiligen Kosten entscheiden. Unser Tipp: Wer direkt beim Landwirt kauft, der kann sich preiswert mit Biolebensmitteln eindecken.

Wer die Bio-Landwirtschaft mit seinem Einkauf unterstützt, hilft letztlich auch die Schweizer Natur – und seine Heimat - zu schützen.

CO2-Ausstoss von Biolebensmitteln

Eine FIBL-Studie belegt, dass Lebensmittel aus ökologischem Landbau eine nachweislich bessere Ökobilanz vorweisen. So verursacht ein Kilogramm von Bio-Milchprodukten zehn bis 21 Prozent weniger Kohlendioxid, ein Kilogramm Weizenbrot spart rund ein Viertel des Treibhausgases und die gleiche Masse an Öko-Gemüse reduziert den CO2-Ausstoss um ein Drittel.

 

Obst-Bauer Olivier Schopbach berichtet hier über seinen Anbau im Wallis.

Linktipps:

  • FIBL bietet umfassende Informationen über biologische Landwirtschaft.
  • Eccofood - Die Landkarte, die bei der Suche nach lokalen Bioprodukten hilft.
  • www.codecheck.info  - Liefert Experteninformationen via Website und App welche Bio-Labels besonders empfehlenswert sind.

 

Text: Kerstin Borowiak, Quellen: FIBL, Agroscope, Bio Suisse, Westschweizer Konsumentenorganisation, Bioaktuell, LID, COOP, FRC