Bio-Süssigkeiten: Zu gesundem Genuss gehört Mass und Qualität

 

Gesünderes Naschwerk aus Dörr-Obst und Nüssen.

Für ein gesünderes Schlemmen eignet sich Dörr-Obst und Nüsse. Foto: © iStockphoto /thinkstockphotos.com

Zucker und Fett

Wer sich ausgewogen ernährt, sollte nicht mehr als zehn Prozent seiner Energie aus Zucker und 30 Prozent aus Fett zu sich nehmen. Wie sich zeigte, enthalten auch Bio-Süssigkeiten viele Kalorien und Zucker. Deshalb ist es ratsam, nach dem Genuss von Bio-Schoko und Keksen umgehend die Zähne zu putzen. Damit verhindert man unliebsame Löcher in den Zähnen. Bio-Süsswaren haben einen unschlagbaren Vorteil: Laut Bio Suisse finden sich nur unbedenkliche Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Herstellung des Produktes unerlässlich sind. Schliesslich  wächst die Zahl der Allergien gegen Zusatzstoffe, die sich jedoch nicht in Öko-Produkten finden.

Bio-Schokolade & Co massvoll konsumieren

Süsswaren gehören nicht unweigerlich zu einer ausgewogenen Ernährung. «Sie haben aber durchaus ihre Berechtigung in einem gesunden Lebensstil und sind daher auch nicht verboten,» erklärt Steffi Schlüchter. Doch auf die Menge kommt es an: Pro Tag sollte es nur eine kleine Portion sein. Daher wären eine Reihe Schokolade, 20 Gramm Schokobrotaufstrich, drei Stück Petit beurre oder einer Glacekugel vertretbar. «Dieser Grundsatz gilt für alle Süssigkeiten - biologischer oder konventioneller Herkunft,» gibt die diplomierte Ernährungsberaterin HF zu bedenken. Testbedingt lag mein Süsswarenkonsum heute wesentlich höher. Das bereitet mir jedoch weniger Kopfzerbrechen, höchstens ein leichtes Ziehen in den Zähnen. Normalerweise verzehre ich Bio-Schokolade, Gummibären und Kekse mehr als Genuss- statt als Grundnahrungsmittel an.

Gesünderes Naschwerk

Oftmals genügt ein Biss in die Bio-Schoggi, um den Heisshunger auf Süsses zu stillen. Aber auch ein Löffel Honig schafft Abhilfe. Studien bestätigen, dass das Gemisch aus Zucker und Wasser antibiotisch und wundheilend wirkt sowie gegen Karies helfen kann. Statt eines Gummibärchens ist Bio-Trockenobst eine komprimiert-süsse Alternative. Der enthaltene Frucht- und Traubenzucker macht es zu einer gesunden Nervennahrung, weil zudem Nahrungsfasern, sekundäre Pflanzen- und Mineralstoffe enthalten sind. Obwohl nichts gegen einen täglichen Snack spricht, sollte man beachten, dass 20 bis 30 Gramm bereits 120 Gramm frischem Obst entsprechen. Wer frische Zwischenmahlzeiten bevorzugt, kann beispielsweise Bio-Früchte mit selber gekochtem Pudding oder Naturjoghurt vermischen. Dabei ist der Vorteil, dass man den Zucker wesentlich reduzieren kann.

Der persönliche Geschmackstest:

Bio-Kekse

Vollkorn gegen Bio-Dinkel. Beide sind knusprig gebacken, wobei der Teig beim Mehrkorn einen stärkeren Beigeschmack hat. Beide Sorten schmecken leicht nach der Kakaofüllung. Deshalb lasse ich mir von Codecheck helfen. Genaue Information gibt es nur für den normalen Mehrkornkeks: hohe Anteile an Fett, an Zucker und an gesättigten Fettsäuren. Vergleiche ich beide Nährwerte auf der Verpackung, dann unterscheiden sich die Angaben zu Kohlenhydraten und Fetten kaum – ausser dass die Biovariante das gesündere Palmfett enthält.

Bio-Schokolade sollte man genau wie herkömmliche Süssigkeiten nur in Massen konsumieren.

Zart schmelzender Genuss. Aber auch die Bio-Schockolade hat einen hohen Anteil an Fett und Zucker. Foto: © fotolia.com

Bio- Schokolade

Zart schmilzt die Bio-Vollmilch-Schokolade im Mund und hinterlässt dabei eine intensive, doch leicht süssliche Kakaonote. Hingegen trifft mich beim nächsten Stück fast der «Zuckerschock», als ich eine herkömmliche Schokoladensorte koste. Interessiert suche ich, welche Informationen codecheck.info dazu parat hat. Zu viel Fett, Zucker und ungesättigte Fettsäuren sind jedoch in beiden Sorten enthalten. Nun schaue ich bei einer anderen Tafel „Vollmich-Nuss“ auf die Inhaltsstoffe – noch mehr Fett, weniger Zucker. Zwar können Verbraucher erfahren, woraus die Schoggi genau besteht, doch nicht alle (Bio) Hersteller informieren, wie hoch die Nährwerte konkret sind. Wer sich nicht nur vom eigenen Geschmack leiten lassen möchte, kann sich auch durch Kaufempfehlungen und Bio- sowie Fairtrade-Gütesiegeln weiterhelfen lassen.

Bio-Gummibären

Auch wenn ich keinen grossen Wert auf «artgerechte Tierhaltung» von Gummibärchen lege, mundet mir die Biovariante, ohne Gelatine, einfach besser. Diese hat  mich auch durch ihre weiche Konsistenz überrascht und der Fruchtgeschmack ist natürlicher. Die herkömmlich produzierten Fruchtsaftbären kommen mir entweder zu lasch vor oder schmecken zu künstlich nach Orange. Mit Blick auf die Nährwertangaben sind jedoch alle Fruchtgummis eher Zucker- und Fettgranaten statt Vitaminbomben.

Bio-Bonbons

Als ich die Biotüte öffne, kommt mir ein leichtes Zitronenaroma entgegen. Diese olfaktorische Wahrnehmung setzt sich beim Geschmack fort. Ich rieche beim Aufreissen der normalen Fruchtbonbons-Tüte hingegen nichts. Beide Sorten weisen einen ähnlich hohen Zuckeranteil auf. Jedoch schmeckt der normale «Drops» ein wenig nach dem typischen Zitronenaroma und stark nach Zucker. Ein Stück deckt bereits fünf Prozent der täglich empfohlenen Zuckerzufuhr. Beim Bio-Bonbon habe ich noch eine längere Zeit den angenehmen Zitronengeschmack auf der Zunge. Unterm Strich sind mir jedoch beide Sorten zu süss – das ist wohl reine Geschmackssache.

codecheck.info - bietet online unabhängige Produktinformationen anhand des Strichcodes. Und auch mit der App von codecheck.info können Sie sich jederzeit von vielen Produkten die Inhaltsstoffe und deren Problematik auf dem Handy anzeigen lassen.

 

Quellen: SGE, Bio Suisse, Foodwatch, Gesundheitstipp, Saldo, SKS, Wikipedia, BAG, Codecheck, imkerbund.at  Text: Kerstin Borowiak